Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Mehr Stellen für Schweizer Profisportler abspielen. Laufzeit 02:32 Minuten.
Aus Tagesschau vom 09.03.2019.
Inhalt

Beruf und Spitzensport Der hindernisreiche Weg zu Olympia 2020

In der Schweiz können die wenigsten Spitzen-Athleten vom Sport leben. Sie sind angewiesen auf flexible Arbeitgeber.

Wenn die olympische Flamme 2020 in Tokyo wieder entfacht wird, haben die versammelten Top-Athletinnen und Athleten bereits einen steinigen Weg hinter sich.

In der Schweiz können die wenigsten Spitzen-Athleten vom Sport leben. Sie müssen deshalb Beruf oder Ausbildung und Training unter einen Hut bringen.

Die finanzielle Situation von Spitzensportlern

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

In der Schweiz gibt es über 2'000 Spitzensportlerinnen und -sportler. Davon betreibt ein Drittel den Sport vollzeitlich. Die anderen zwei Drittel gehen neben dem Sport einer Teilzeit-Arbeit nach oder absolvieren eine Ausbildung.

Rund 40 Prozent der Athletinnen und Athleten verfügen über ein Jahreseinkommen von unter 14'000 Franken. Zudem sind die Sportkarrieren spätestens mit einem Alter von 40 Jahren vorüber. Eine geplante Nach-Sportkarriere ist deshalb wichtig.

Als Folge dieser Situation sind atypische Beschäftigungsverhältnisse im Leistungssport stark verbreitet. Dazu zählen befristete Anstellungen, Mehrfachanstellungen oder Selbstständigkeit. Daraus resultieren auch Defizitein derAltersvorsorge.

Die letzte statistische Erhebung, Link öffnet in einem neuen Fenster stammt von 2011.

Beruf und Leistungssport schwer vereinbar

Sportklettern ist nächstes Jahr erstmals olympisch. Die Schweizer Medaillen-Hoffnung Petra Klingler trainiert 30 Stunden pro Woche. Daneben arbeitet sie Teilzeit für die Schweizer Sporthilfe.

Legende: Video Petra Klingler: «Man muss flexibel sein» abspielen. Laufzeit 00:17 Minuten.
Aus News-Clip vom 08.03.2019.

Das ist nicht immer einfach. Ein Arbeitgeber müsse nämlich damit rechnen, dass der Sport und nicht die Firma Priorität habe, sagt Petra Klingler. Doch sie geniesse die Abwechslung und habe einen kulanten Arbeitgeber.

Arbeitgeber und Spitzensportler

Damit Top-Athletinnen und -Athleten Beruf, Ausbildung und Training besser vereinbaren können und auch nach ihrer aktiven Zeit nicht mit leeren Händen und Bankkonten dastehen, fordert die Politik seit längerem entsprechende Förderprogramme.

Legende: Video Roger Schnegg: «Die grosse Mehrheit der Sportler kann nicht davon leben» abspielen. Laufzeit 00:14 Minuten.
Aus News-Clip vom 08.03.2019.

Bund und Kantone kennen schon solche Programme. Roger Schnegg, Geschäftsführer vom Dachverband Swiss Olympics fordert aber auch ein verstärktes Entgegenkommen seitens der Privatwirtschaft. Es brauche mehr Stellen für Athletinnnen und Athleten.

13 Firmen bieten 22 Praktika und Stellen

Seit einem Jahr vergibt der Verband das Label «Leistungssportfreundlicher Arbeitgeber». Bereits 13 Firmen machen mit und bieten aktuell 22 Praktika und Stellen für Spitzensportler. Eine der Firmen ist Swiss. Die Airline geht nun einen Schritt weiter und will neu je fünf Athleten für die nächsten Sommer- und Winterspiele einen Dreijahresvertrag anbieten mit flexiblem Arbeitspensum.

Legende: Video Christoph Ulrich: «Haben nur gute Erfahrungen gemacht» abspielen. Laufzeit 00:11 Minuten.
Aus News-Clip vom 08.03.2019.

Für Christoph Ulrich, Personalchef der Fluggesellschaft Swiss, sind Sportlerinnen und Sportler eine Bereicherung für das gesamte Team. Ihre Fokussiertheit und die unglaubliche Leistungsbereitschaft sei ein Gewinn. Wichtig sei einfach, dass man die Spielregeln von anfang an festlege. «Dann hat der Sport Priorität, wenn der Athlet an Wettkämpfen ist. Der Arbeitgeber hat Priorität, wenn der Sportler am Arbeitsplatz ist.»

Tropfen auf den heissen Stein

Trotz diesen ersten Entwicklungen ist die Situation eines Grossteils der Spitzensportler und -sportlerinnen nicht rosig.

Hoher zeitlicher Aufwand, Verletzungsrisiko und der frühe Eintritt noch während der Ausbildung in den Spitzensport hinterlassen Spuren. Zudem sind die Einkommen massgeblich von Erfolgsprämien bestimmt, was zu relativ grossen jährlichen Einkommensschwankungen führt.

Legende: Video Petra Klingler: «Lege jetzt langsam etwas zur Seite» abspielen. Laufzeit 00:24 Minuten.
Aus News-Clip vom 08.03.2019.

Petra Klingler könnte zwar knapp vom Sport leben. Aber auch für die Kletterin wird die Altersvorsorge immer wie mehr ein Thema.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Jürg Brauchli  (Rondra)
    Alle freuen sich und sind begeistert ob der unglaublichen Leistungen, welche unsere Sportler zeigen. Wenns dann aber um finanzielle Unterstützung geht sind keine Spitzenleistungen zu erkennen, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Schade, aber deshalb gleich nochmals bewundernswerter, was unsere Sportler international zu leisten fähig sind.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    War Olympia nicht ursprünglich einmal gedacht für "nicht Profisportler"? Abgesehen davon glaube ich können nur Fusballer und je nach Land, Basketballer wirklich von ihrem "Beruf" oder eben Sport leben. In Randsportarten wie eben Klettern oder so, reicht nicht einmal einen Weltmeistertitel dazu.
    In vielen Ländern sind Spitzensportler teil er Armee und werden dort speziell gefördert.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Pia Müller  (PiMu)
    Ich finde, die Schweiz sollte dringend diesen Sportlern finanziell z.B. mit einem monatl. festen Beitrag helfen. Oder noch besser, monatl. einen Betrag auf ein Sperrkonto einzahlen, damit der Sportler am Ende seiner Kariere mind. eine finanzielle Sicherheit vorerst hat.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen