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Ansturm auf günstiges Heizöl
Aus HeuteMorgen vom 06.04.2020.
abspielen. Laufzeit 02:13 Minuten.
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Billiges Heizöl Nur wenige steigen auf erneuerbare Energien um

Der tiefe Ölpreis hat einen Ansturm auf das Heizöl zur Folge. Fossile Heizsysteme bleiben derzeit finanziell attraktiv.

Der Preis für Heizöl ist seit Jahresbeginn um rund 20 Prozent eingebrochen, vorübergehend sogar um noch mehr. Deshalb sind bei den Lieferanten in den vergangenen Wochen die Drähte heiss gelaufen. So auch bei der Migrol. «Wir hatten Rekordwerte bei den Tagesbestellungen», meldet Geschäftsführer Daniel Hofer. «Allerdings werden dann die Auslieferungen später erfolgen.» Es gibt also Wartezeiten.

Umweltverbände sorgen sich

Ähnlich tönt es bei der Konkurrenz, etwa bei Heizoel24. «Ja, die Nachfrage nach Heizöl ging im März steil nach oben», bestätigt deren Chef Oliver Klapschus. «Wir konnten bei uns auf dem Portal – und ich denke, das ist repräsentativ für den Gesamtmarkt in der Schweiz – feststellen, dass die Nachfrage ungefähr fünf bis sechs Mal höher war als in einem normalen März.»

In der Schweiz werden nach wie vor rund 60 Prozent der Häuser mit Öl und Gas beheizt. Während sich die Hauseigentümer über die tiefen Preise freuen, machen sich die Umweltverbände Sorgen.

Wenn der Preis aufgrund einer Rezession länger tief bleiben sollte, könnte dies den Wechsel zu erneuerbaren Energien bremsen. Energieexperte Patrick Hofstetter vom WWF sagt, es sei aus Sicht des Umweltschutzes nicht gut, wenn Heizöl und -gas so günstig sei – denn beides habe «grosse negative Nebenwirkungen»: CO2-Emissionen.

Zwei Drittel fossile Energieträger

Derweil versuchen die Behörden, die Hauseigentümer zu überzeugen, zu erneuerbaren Heizsystemen zu wechseln. Die tiefen Preise erschweren aber die Überzeugungsarbeit. Silvia Banfi, Energiebeauftragte der Stadt Zürich, sorgt sich, «dass jetzt die tiefen Energiepreise für fossile Energieträger stärkere Anreize bieten, weiterhin in fossile Heizsysteme zu investieren».

Die Umsteigerate sei derzeit zu tief. Wenn die Hauseigentümer ihre alte Öl- oder Gasheizung ersetzten, dann kauften sie nach wie vor zu zwei Dritteln wieder eine Heizanlage mit fossilen Energieträgern. Dieser Trend müsse gestoppt werden, sagt die Energieberaterin. Bei den aktuell tiefen Preisen ist das allerdings ein schwieriges Unterfangen.

SRF 4 News, Heute Morgen, 6. April 2020, 6:00 Uhr

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59 Kommentare

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  • Kommentar von Sascha Freitag  (SF)
    Erst muss die Ölheizung mal kaputt gehen, aber die ist halt noch aus einer Zeit, wo solide Technik verbaut wurde. ;)
  • Kommentar von Hans-Ulrich Rechsteiner  (Rechi)
    Im Haus, das ich von den Eltern übernommen habe lohnt sich der Einbau einer Wärmepumpe und Solarzellen nie und nimmer. Ich müsste mindestens CHF 100000 investieren weil es auch keine Radiatoren hat. Das ganze Haus wird mit Warmluft eines Ölofens geheizt. Eco-Ölverbrauch pro Jahr ca 800 - 900 l. Gesamtkosten Heizung & Elektrisch ca. CHF 1700. Keine Chance für einen Umbau.
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Der tiefe Ölpreis hat einen Ansturm auf das Heizöl zur Folge. Fossile Heizsysteme bleiben derzeit finanziell attraktiv. Von Klima- und Umweltschutz keine Rede. Jeder ist sich in Sachen Geldbeutel am nächsten. Leider. Es wird nur noch mit Verboten gehen, ansonsten können wir den Klimaschutz gleich vergessen. Gib ja noch viele weitere Sünden die dem Klima schaden.