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Legende: Video Stadler will an die Börse abspielen. Laufzeit 00:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.03.2019.
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Börsengang von Stadler Rail Ein Schritt aufs internationale Parkett

Lange hat Peter Spuhler die Öffentlichkeit im Ungewissen darüber gelassen, ob er sein Eisenbahn-Unternehmen Stadler Rail an die Börse bringt oder ob er die Eigenständigkeit höher wertet.

Nun hat sich Spuhler für eine Öffnung entschieden. Er will einen Teil seiner Aktien mit anderen Investoren teilen und so die Eigentümerschaft des Unternehmens breiter abstützen. Und auch allfällige Risiken.

Erhofftes Umsatzwachstum

Das erscheint sinnvoll mit Blick auf das rasante Wachstum der vergangenen Jahre und auf den anstehenden Wachstumssprung, den Spuhler verspricht: Bis 2020 soll der Umsatz auf 4 Milliarden Franken verdoppelt werden. Die Auftragsbücher sind prall gefüllt.

Der Börsengang dient nicht dazu, neues Kapital zu beschaffen, denn es werden keine neuen Aktien herausgegeben. Stalder Rail ist gut finanziert, auch Übernahmen liegen drin.

Sichtbarer werden

Dereinst könnte es zwar eine Option sein, neues Geld via Börse einzusammeln. Die erforderlichen Strukturen wären dann bereits vorhanden. Doch das steht beim Börsengang gegenwärtig nicht im Vordergrund. Vielmehr will Spuhler sein Unternehmen international sichtbarer machen.

Stadler Rail ist zwar ein erfolgreiches Bahn-Unternehmen, aber ein vergleichsweise kleines. Peter Spuhler selbst pflegt ja bewusst das Image von Stadler als einem kleine, agilen Thurgauer Familienunternehmen.

Transparenz verlangt

Will Stadler Rail nun aber zu den Grossen der Branche aufrücken, dann braucht es mehr. Vor allem mehr Transparenz. Potenzielle Kunden wollen genau wissen, welchem Unternehmen sie einen Auftrag anvertrauen. Mit einem Börsengang wird diese Transparenz garantiert. Stadler Rail muss künftig viel von sich preisgeben.

Eine Börsenkotierung kann eine Art Qualitätsmerkmal sein und dem Image des Unternehmens dienen. Ein Unternehmen, das «Börsen-fähig» ist, gilt namentlich im angelsächsischen Raum als erfolgreich. Das Label «An der Schweizer Börse kotiert» kann durchaus Kunden beeindrucken. Oder potenzielle Fachkräfte, die das Thurgauer Familienunternehmen noch nicht auf ihrem Radar hatten.

Der Börsengang von Stadler Rail könnte ein erfolgreicher werden – wenn die Konditionen und der Zeitpunkt stimmen. Denn die Wachstumschancen bleiben intakt. Viele so genannte Mega-Trends spielen dem Bahn-Unternehmen in die Hand: das Bevölkerungswachstum, die Urbanisierung, das zunehmende Umweltbewusstsein.

Spuhler bleibt vorerst

Trotz Öffnung: Der 60-jährige Patron Peter Spuhler will die Kontrolle über sein Unternehmen nicht aufgeben. Er will weiterhin mindestens 40 Prozent der Aktien halten – und der wichtigste Aktionär des Unternehmens bleiben. Das garantiert Kontinuität. Vorerst. Als börsenkotiertes, breiter aufgestelltes Unternehmen könnte Stadler Rail dereinst aber auch einen allfälligen Rückzug von Peter Spuhler wohl einfacher verarbeiten.

Iwan Lieberherr

Iwan Lieberherr

Wirtschaftsredaktor, SRF

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Iwan Lieberherr ist seit Ende 2010 Wirtschaftsredaktor bei Radio SRF. Davor war er Leiter des Wirtschaftsressorts der Nachrichtenagentur SDA.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Meier  (Epikur)
    Eine richige schweizer Industrieperle, mit vernünftigem Management welches sehr wohl das Gleichgewicht von Öffnung, Innovation und traditioneller Qualität zu waren weiss. Ich kann immer noch nicht nachvollziehen wieso die SBB nicht Stadler, sondern Bombardier den Vorzug gab. Mit der lokalen Produktion, dem Wissen um die hiesigen Gegebenheiten, des schweizer ÖV`s und der immensen Erfahrung für individualisierte Produkte hat Stadler alle Trümpfe in der Hand. Vor allem für komplexere Entwürfe.
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  • Kommentar von Max Wyss  (Pdfguru)
    Es ist wohl für den nordamerikanischen Markt (sehr interessant, besonders da ein Konkurrent so seine Probleme hat; grosse Ausschreibungen im Gang und am kommen) ist es schon so, dass eine Unternehmung nur dann etwas gilt, wenn in Pressemitteilungen jeglicher Art der Ticker-Kürzel nach dem Firmennamen kommt. Und da gerade dort Nicht-Branchenkenner angesprochen werden müssen, ist es beinah unumgänglich, mitzuspielen.
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    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      "...beinah unumgänglich, mitzuspielen." Eben nur beinah. Andere Wege gehen, die eine verlässliche Zukunft versprechen, heisst auch das "beinahe" mal bei Seite zu lassen. Denn bietet jemand Qulität an ist das wohl einer der sichersten Werte mehr den je in einem changierenden, oszillierenden Markt des NanosekundenWahnsinns.
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  • Kommentar von Urs Heim  (Ursus)
    Das Peter Spuhler mit Stadler Rail an die Börse gehen will, ist der richtige Entscheid. Doch der Gang an die Kapitalmärkte birgt auch das Risiko von Hedgefonds attackiert zu werden, wie kürzlich die ABB-Katastrophe als ein Finanzhai erfolgreich den Konzern zwang den traditionsreiche Elektrosparte an Hitachi zu verkaufen. Jetzt wo Stadler auf der Erfolgswelle ist, wäre es doch bitter wenn Investoren das Unternehmen aus Renditegelüsten zu Effizienzsteigerungen und Stellenabbau zwingen würden.
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    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
      Weshalb Spuhler ja 40% behält (und zusammen mit den Aktien seiner Mitarbeiter hat die heutige Führungscrew 50%). Was die 2. und 3. Generation damit macht, sei einmal dahingestellt, nach den grossen Rollmaterial-Erneuerungen die in Europa zur Zeit angedacht sind, dürfte es umgehend wieder zu schwächeren Nachfragen kommen. Ich persönlich denke, dass Stadler sehr gut aufgestellt ist und der Börsengang für das nötige Kapital sorgt, um eine stabile Position im Markt zu erreichen.
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