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Wirtschaft Chefetagen sind weiblicher geworden

An den Spitzen von Schweizer Unternehmen nehmen immer mehr Frauen Platz. Geht es nach dem Schillingreport, haben Frauen 2012 den Durchbruch im Top-Management erreicht. Es gibt aber weiterhin einiges zu tun.

Eine Frau wartet an einem Lift, hinter ihr warten vier Männer. Sichtbar sind nur die Beine der fünf Personen. (keystone)
Legende: Frauen sind in Geschäftsleitungen keine Seltenheit mehr. Sechs Prozent beträgt ihr Anteil. Eine klare Minderheit. Keystone

In den Chefetagen der hundert grössten Schweizer Firmen tut sich etwas. So wurden in den vergangenen Monaten die Spitzen der Post, Alpiq und BKW mit Frauen besetzt.

Konkret auf die weiblicheren Chefetagen geht der diesjährige Schillingreprot ein. Und er zeigt auf: 2012 war der Durchbruch der Frauen im Top-Management.

Laut dem Bericht haben die Frauen am meisten in den im Börsen-Index SMI gelisteten Unternehmen zugelegt: Fast ein Drittel der vakanten Verwaltungsratssitze gingen dort an Frauen. Der Frauenteil in jenen Unternehmen ist damit auf 14 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Vor acht Jahren waren es noch 3 Prozent.

Frauen gezielt gefördert

Die Unternehmen hätten in den letzten Jahren viel für die Förderung der Frauen in Führungsteams getan, sagt Guido Schilling, Headhunter und Verfasser des Schillingreports zu SRF. 

Vielen Unternehmen gelinge es heute länger und erfolgreicher Frauen im Beruf zu halten, nicht nur in Fachpositionen. Einerseits würden die Frauen gezielt bis ins Top-Management gefördert – andererseits seien heute die Frauen selber stärker bestrebt, Familie und Karriere unter einen Hut zu bringen, so Schilling. Insgesamt sitzen heute sechs Prozent Frauen in den Geschäftsleitungen der grössten Firmen.

Doch ganz an die Unternehmensspitze schaffen es nur wenige. Und: Frauen scheiden deutlich schneller wieder aus einer Geschäftsleitung aus als Männer, hält Studienautor Guido Schilling im Report fest.

Erklärungsbedarf für frauenlose Verwaltungsräte

Der Report zeigt zudem auf: Bei fast jedem vierten vakanten Verwaltungsratssitz wurde eine Frau ins Gremium gewählt.

Schilling: «Dies führt bei Unternehmen, die noch keine Frauen im Verwaltungsrat haben, mindestens zu einem kleinen Erklärungsbedarf.» Laut dem Bericht sitzen in 30 namhaften Schweizer Unternehmen gar keine Frauen in der Geschäftsleitung oder im Verwaltungsrat. Darunter befinden sich Unternehmen wie Axpo Holding, Clariant, Forbo, Implenia, OC Oerlikon, Stadler Rail und Valora – um nur einige zu nennen.

Auch wenn die Chefetagen weiblicher geworden sind, Frauen sind immer noch klar in der Minderheit. Schilling, der diese Daten seit acht Jahren auswertet,  zeigt sich optimistisch: «Bis 2020 werden wir 10 Prozent Frauen in den Geschäftsleitungen haben und 20 Prozent Frauen in den Verwaltungsräten.»

Legende: Video Daniela Spavetti – Erfolg mit Gemüse abspielen. Laufzeit 07:10 Minuten.
Aus ECO vom 27.05.2013.

Der Schillingreport

Der Schillingreport erscheint jährlich – heuer zum achten Mal. Insgesamt umfasst der Schillingreport 2013 die 119 grössten Unternehmen der Schweiz. Die Grösse bezieht sich in der Studie auf die Anzahl Mitarbeiter. Entsprechend wurden 860 Geschäftsleitungsmitglieder und 820 Verwaltungsräte in die Untersuchung mit einbezogen.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Reza Ziaeian, Fribourg
    Ich habe nie verstanden, warum solche Sachen überhaupt wichtig sind. Menschen haben immer die Tendenz, sich in Gruppen zu definieren. Männerrechte, Frauenrechte, Kinderrechte, Homosexuell Rechte, etc.... Das finde ich sinnlos. Es gibt nur ein Recht, und das ist INDIVIDUALRECHT. Wenn man die Sache von dieser Perspektiv anschaut, verschwinden solche Streite. Alle Individuen sind Gleich. In Arbeit, Fachkenntnisse von Individuum muss wichtig sein und nicht das Geschlecht oder Religion, etc.
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  • Kommentar von S. Sachser, Basel
    Mag ja schon sein, dass es so ist, aber die Komplikationen und die Verständnisschwierigkeiten nehmen auch zu. Weiter bringen Sie nicht einmal bessere Lösungen auf den Tisch als die Männer. Habe manchmal den Eindruck Sie könnten untergraben werden und sind eher Stark im Zickenkrieg mit allen, als in konstruktiven Lösungsansätzen. Einige sind Draufgänger und unfähig für den Dialog. Man muss seinen Stierigrind durchsetzten, was nicht gerade ein guter Vorgesetzter ausmacht. Siehe Politik...
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