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CO2-Ausstoss bei Neuwagen: Verschieben sich klimapolitische Ziele nach hinten?
Aus HeuteMorgen vom 06.05.2020.
abspielen. Laufzeit 02:09 Minuten.
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CO2-Werte bei Neuwagen Werden Klimaziele nun durch Corona verdrängt?

Neue Autos müssen erst ab 2022 klimafreundlicher sein und nicht bereits nächstes Jahr – Umweltschützer sind empört.

Neuwagen sollen erst ab übernächstem Jahr klimafreundlicher sein – sprich im Durchschnitt maximal 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstossen dürfen. Bisher sind es 130 Gramm. Der Bundesrat schlägt also vor, das Klimaziel bei Neuwagen um ein Jahr zu verschieben.

Ein Jahr früher oder später sei allerdings entscheidend, sagt Anders Gautschi, Geschäftsführer des Verkehrsclubs der Schweiz VCS: «Wir sprechen hier immerhin von 200'000 Tonnen CO2 pro Jahr. Es spielt eine Rolle – und der Bundesrat hat immer gesagt, dass er im Rahmen der Energiestrategie bei den Fahrzeugen jeweils die EU-Vorschriften übernehmen will.»

Wir sprechen hier immerhin von 200'000 Tonnen CO2 pro Jahr.
Autor: Anders GautschiVCS

Die EU hält am Plan fest und senkt das Flottenziel, also den durchschnittlichen Ausstoss aller Neuwagen eines Autohändlers oder Importeurs, auf 2021 auf 95 Gramm CO2 pro Kilometer. Wer diesen Wert nicht erreicht, zahlt eine Busse.

Importeure sehen sich bestraft

Schweizer Importeure zahlen schon heute Bussen – unter den höheren Zielwerten – und zwar im zweistelligen Millionenbereich. Für Andreas Burgener, Geschäftsführer von Auto Schweiz, dem Verband der Schweizer Auto-Importeure, ist deshalb wichtig, dass die Verschärfung verschoben wird. «Das Erreichen der Zielwerte war schon vor Krise – ohne Sanktionszahlungen – nicht möglich. Beim jetzigen Umfeld ist es schlicht illusorisch, dass wir ohne Sanktionen auf diese Zielwerte hinkommen.»

Wir sind schon genug bestraft worden.
Autor: Andreas BurgenerAuto Schweiz

Burgener betont, auch er sei dafür, klimafreundlichen Antriebsarten zu fördern. Man solle «aber nicht die ganze Branche bestrafen – wir sind schon genug bestraft worden, dass wir erst am 11. Mai öffnen können.» Zudem müsse man es jetzt den Kunden überlassen, wie sie – «bei beschränktem Budget» – reagieren.

Parlament muss entscheiden

Den Kunden und vor allem den Garagisten bringe eine Verschiebung der Verschärfung gar nichts, widerspricht Anders Gautschi vom VCS, «weil der im Moment ein Verkaufsproblem hat, weil die Leute jetzt kein Auto kaufen.» Diese Regelung gelte aber erst ab 2021, werde sie verschoben, dann helfe sie vor allem den grossen Importeuren, die viele grosse schwere Autos vertreiben.

Diese hätten geschickt beim Bundesrat lobbyiert, ergänzt Gautschi. Ob ein Jahr später, oder doch früher – das entscheidet am Schluss das Parlament.

Heute Morgen, 6. Mai 2020, 6:00 Uhr

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86 Kommentare

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  • Kommentar von Haller Hans  (H.Haller)
    Ob nun ein Lock-Down wegen Corona-Pandemie, oder Lock-Down wegen so genannter Klimaziele, für die Wirtschaft und die Konjunktur kommt es wahrscheinlich fast auf das Gleiche raus.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Haller Hans: Wer so etwas behauptet, sollte dies auch belegen oder begründen können. Mit Bauchgefühl alleine kommt man nicht weiter. Die beiden Themen haben gar nichts gemeinsam. Klimapolitische Instrumente bedeuten ja keinen Stillstand, sondern im Gegenteil Innovation und neue Arbeitsplätze, indem veraltete Technik durch zeitgemässe Technik ersetzt wird.
  • Kommentar von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
    Eine neue Studie zeigt auf, wie nur schon mit ehrlicher Kommunikation betreffend wahren Kosten eines Autos seitens Autoverkäufer der Autobesitzeranteil und Privattransport verbundene CO2 Ausstoss stark vermindert werden könnte. Man sollte solche Massnahmen unbedingt auch parallel zu CO2 pricing einführen.
    'Running a car costs much more than people think — stalling the uptake of green travel' nature.com
  • Kommentar von Martin Egger  (Martin Egger)
    Ich bin gespannt, ob die FDP jetzt ihrem neuen grünen Etikett gerecht wird. Hier könnte sie nämlich das Zünglein an der Waage spielen.