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Credit Suisse CS-Chef tut das, was neue Konzernchefs tun: Altlasten abbauen

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Aus dem Archiv: Der neue Credit-Suisse-Chef
Aus Tagesschau vom 07.02.2020.
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Das Ziel jedes neuen Konzernchefs und jeder neuen Konzernchefin ist klar: Sie möchten ihr Unternehmen weiterbringen und erfolgreich sein. Damit das gelingt, räumen sie in aller Regel zuerst einmal mit den Altlasten ihrer Vorgänger auf. Danach können sie – so die Hoffnung – so richtig durchstarten und mit ihren Erfolgen glänzen.

Genau das tat auch Thomas Gottstein in seinem ersten Amtsjahr an der Spitze der Credit Suisse. Aufgeräumt hat er vor allem im vierten Quartal 2020: Er hat Rückstellungen für hängige Rechtsfälle gemacht, die noch aus der Zeit der US-Immobilienkrise stammen. Er hat Rechtshändel beglichen. Und er hat Wertberichtigungen auf einer Beteiligung an einem Hedgefonds getätigt, der ins Wanken geraten war. All das war teuer.

Aufräumen ist teuer

Die Kosten für dieses Aufräumen beliefen sich auf über eine Milliarde Franken. Das Resultat: Ein Verlust von gut 350 Millionen Franken im vierten Quartal. Auf die Frage, ob damit die Altlasten nun vom Tisch seien, antwortet Gottstein im Interview mit SRF zurückhaltend: «Wir haben die Altlasten adressiert, und ich bin zuversichtlich, dass wir das gut gemacht haben.» Jetzt müsse man schauen, wie es weitergehe: «Man kann natürlich nie alles ausschliessen.»

Gottstein weiss nur zu gut: Die Aufräumarbeiten in Grosskonzernen sind nie wirklich abgeschlossen. Die Liste mit Rechtsfällen, Finanzrisiken und Wertberichtigungen wird unten abgetragen, während sie sich oben laufend neu füllt. Stichworte dazu sind: dubiose Milliardenkredite in Mosambik, Knatsch mit dem georgischen ex-Premier Bidsina Iwanischwili, Beschattungsaffäre des ex-CS-Managers Iqbal Khan.

Fokus aufs Kerngeschäft

Thomas Gottstein hofft wie jeder Konzernchef, dass er nicht dauernd von Problemen aus der Vergangenheit eingeholt wird. Denn er will sich jetzt aufs Kerngeschäft konzentrieren: Und da gibt es – wegen der Pandemie, dem laufenden Sparprogramm, der Digitalisierung und anderem mehr – genug zu tun. Nur wenn er hier weiterkommt, kann er dereinst eigene Erfolge verbuchen.

Eveline Kobler

Eveline Kobler

Wirtschaftsredaktorin, SRF

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Eveline Kobler ist seit 2007 bei Radio SRF und leitet seit Dezember 2016 die Wirtschaftsredaktion von Radio SRF.

SRF 4 News, 18.2.2021, 8:00 Uhr

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Flury  (Simplizissimus)
    Den Mist vom Vorgänger aufräumen kostet gerade Mal eine Milliarde. Demselben dem man noch nen Bonus in Millionenhöhe nachschmeisst. Das trübt das Ergebnis des früheren Firmenchefs mindestens ein. Beim nächsten CEO wird es dann wieder genau gleich sein.
  • Kommentar von Felix Raschle  (Der Unglückliche)
    Für diese Entschädigung kann man das als Selbstverständlichkeit abtun. Leider hat die CS aber noch so viele Leichen im Keller, dass sie noch immer damit rechnen muss, irgendwann Staatsgelder abzuholen oder unterzugehen. Die Schweiz sollte ihr Klumpenrisiko mit den Grossbanken schleunigst minimieren!
    1. Antwort von Peter Zuber  (Hä nuuh)
      Das wird „die Schweiz“ nie tun, denn wer uns regiert wird von den Banken finanziert.
      Und wer bezahlt bestimmt was läuft und kriegt also auch Staatsgeld wenn mal etwas zuviel Koks durch die Nase gegangen ist und „man“ sich verzockt hat.
      Eine diesbezügliche Transparenz, sprich Parteienfinanzierung, ist auch bei allen politischen Parteien sehr unerwünscht.
  • Kommentar von Stefan Gisler  (Stefan Gisler)
    Das sind taktische Geplänkel um 1. Zu sagen, der alte CEO war nicht so gut, schaut her. 2. Um Steuern zu sparen. 3. Die CS dann wiexer mit irgendwelchen anderen dubiosen Machenschaften zu Milliardengewinnen zu frisieren und Bonis abzuräumen.