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Neue Energiestrategie kostet Die Strompreise in der Schweiz steigen – aber nicht überall

Legende: Audio Energiepreis des Versorgers ist entscheidend abspielen. Laufzeit 01:49 Minuten.
01:49 min, aus HeuteMorgen vom 02.09.2017.
  • Etwa 800 Franken pro Jahr: So hoch ist die Stromrechnung für einen durchschnittlichen Haushalt in der Schweiz.
  • Ab nächstem Jahr kommen noch 40 Franken dazu, nämlich die Erhöhung zugunsten der erneuerbaren Energien, die das Volk bei der Abstimmung über die neue Energiestrategie genehmigt hat.
  • Trotzdem steigen die Strompreise nicht für alle Kunden. Für einige sinken sie sogar.

Klar, wer mehr Strom verbraucht, zahlt mehr, und wer Strom spart, spart auch Geld. Doch auf die Stromrechnung haben noch andere Faktoren Einfluss, wie Stefan Muster vom Verband der Schweizer Elektrizitätswerke erklärt: «Wir unterscheiden zwischen Netzkosten, Abgaben und den Energie-Preisen.»

Während die Kosten für die Stromnetze tendenziell sinken, steigen die Abgaben wegen der Einspeisevergütung für erneuerbare Energien. Somit ist der dritte Faktor entscheidend: Die Kosten, zu denen der jeweilige regionale Stromversorger seinen Strom bezieht oder produziert.

Die Grosshandelspreise auf dem europäischen Markt seien nach langer Flaute nun wieder am Steigen, sagt Muster: «Das ist wiederum gut für unsere Wasserkraftwerksbetreiber, die damit wieder konkurrenzfähiger werden.»

Stromversorger agieren unterschiedlich

Wie die einzelnen Stromversorger nun ihre Tarife aufs neue Jahr hin gestalten, ist ganz unterschiedlich. Im Kanton Bern etwa passen die BKW ihre Tarife so an, dass der Strom tagsüber etwas billiger, nachts dafür teurer wird.

Denn bisher war der Nachtstrom deutlich billiger, so dass nachts viel Strom verbraucht wurde für Elektroheizungen oder Warmwasserboiler. Weil nun aber tagsüber immer mehr Solarstrom ins Netz kommt, wollen die BKW einen Anreiz schaffen, nachts – wenn die Sonne nicht scheint – weniger Strom zu verbrauchen.

Solothurner AEK steigt aus der Kohle aus

Der Umbau hin zu einer umweltfreundlicheren Stromversorgung ist auch anderswo ein Thema, etwa beim Solothurner Versorger AEK. Dieser will ab nächstem Jahr gar keinen Strom aus Kohlekraftwerken mehr beziehen. Und er wird künftig als Standardprodukt ökologischen Strom anbieten, aus Schweizer Wasserkraft und erneuerbaren Energien.

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Heimberg (tomfly)
    +40.- oder auch +50.- wären verschmerzbar. Was mir Sorgen macht, dass dies ja nicht die einzigen steigenden Haushaltkosten sind. Steigende CO2-Abgaben, NAF, Krankenkassen, Erhöhung der Liegenschaftssteuern, der MwSt (falls die Rentenrev. durchkommt), Bereitstellung von Milliarden für Infrastrukturprojekte und Mieten, weil die Schweiz als allen Nähten platzt, Umwelt und Sozialfürsorge. Es würde mich nicht wundern, wenn viele von uns bald feststellen, dass sie nur noch für die Abgaben arbeiten.
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Viele Produktpreise steigen aber wir haben NULL Inflation weil an Orten wo die Preise steigen sollten sie auf Kosten des Steuerzahlers fallen -das ist die heimliche Umverteilung von Unten nach Oben. 10 % leben darum im Millionenrausch der Büezer sorgt dafür mit mässigem Einkommen das keine Vermögensbildung aus dem Bruttosozialprodukt ( BIP ) zulässt - dort liegt der Pferdefuss für die Rentenprobleme.
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  • Kommentar von Tim Buesser (TimBue)
    "Ab nächstem Jahr kommen noch 40 Franken für erneuerbare Energien dazu". Also, damit ist die ES2050 schon fast geschafft, BR Leuthard als amtierende Präsidentin der CH-Regierung hat doch zur Energiestrategie Abstimmung hoch und heilig versprochen, dass sie ganze 40 Fr kosten werden, jeden, der dies bezweifelte hat sie als unseriös belächelt. Alles was nun noch mit ES2050 kommen wird, wird nun als nichts mehr kosten…
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    1. Antwort von Hans Fürer (Hans F.)
      Ach ja, Frau Leuthards Versprechungen! Schön wär's ja - wenn man ihr nur glauben könnte! Gilt auch für ihr "Hoch-und-Heilig-Versprechen", dass der Gotthard von den Autos und LKW's niemals vierspurig durchfahren werde, auch nicht nach dem Bau des neuen Strassentunnels und der Sanierung des alten Tunnels. Und dass dadurch ganz sicher kein Mehrverkehr entstehen werde.
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    2. Antwort von Pavol Vojtyla (PV)
      "Ach ja, Frau Leuthards Versprechungen! " Leider gilt est für jede Person, die in der Politik aktiv ist. Frau Leuthard ist in diesem Sinne keine Ausnahme.
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