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Legende: Audio Massiver Stellenabbau bei Thyssenkrupp abspielen. Laufzeit 01:04 Minuten.
Aus Nachrichten vom 10.05.2019.
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Drohendes Nein der EU Thyssenkrupp will nach Aus für Fusion 6000 Stellen streichen

  • Die beiden Stahlkonzerne Thyssenkrupp (Deutschland) und Tata Steel (Indien) sagen ihre lange vorbereitete Fusion ab.
  • Die Konzerne erwarten ein Veto der EU-Kommission.
  • In den kommenden drei Jahren will Thyssenkrupp voraussichtlich 6000 Stellen abbauen.
  • Hingegen soll die erfolgreiche Sparte Aufzüge an die Börse gebracht werden.

CEO Guido Kerkhoff hat bei der Sanierung des kriselnden deutschen Industriekonzerns Thyssenkrupp einen schweren Rückschlag erlitten. Die schon weit vorangetriebene Fusion des Stahlkonzerns mit dem indischen Konkurrenten Tata Steel sei «am Widerstand der Europäischen Kommission gescheitert», erklärte Kerkhoff.

Thyssenkrupp teilte weiter mit, man erwarte, dass die EU-Wettbewerbskommission das seit mehr als einem Jahr angestrebte Stahl-Joint-Venture untersagen werde. Es gebe «fortbestehende Bedenken der Kommission». Zugleich wollten die beiden Konzerne keine weiteren Zugeständnisse machen.

Sparte Aufzüge an die Börse

Wegen des erwarteten Vetos aus Brüssel stoppt Kerkhoff auch die geplante Aufspaltung von Thyssenkrupp in zwei eigenständige, börsennotierte Unternehmen für Werkstoffe und für Industriegüter: «Der Konzern bleibt als Ganzes erhalten.»

Um aber neues Geld zu beschaffen, will Thyssenkrupp jetzt die Sparte Aufzüge an die Börse bringen. Das hatten Investoren immer wieder gefordert. Die Sparte mit weltweit rund 50’000 Beschäftigten und einem Umsatz von 7.7 Milliarden Euro gehört zu den wichtigsten und profitabelsten Geschäftsfeldern des Konzerns. Nach der Ankündigung legte der Aktienkurs des Dax-Unternehmens zeitweise um mehr als 20 Prozent zu.

Abbau von 6000 Stellen

Nach der Absage des Joint Ventures sollen bei Thyssenkrupp in den kommenden drei Jahren 6000 Stellen abgebaut werden. Davon entfallen etwa 4000 Stellen auf Deutschland, sagte Vorstandschef Kerkhoff.

Betriebsbedingte Kündigungen könnten bei einem Abbauprogramm dieser Grössenordnung nicht ausgeschlossen werden, ergänzte Personalvorstand Oliver Burkhard. In der Gesamtzahl seien 2000 Stellen enthalten, die auch bei der Fusion mit Tata gestrichen worden wären. «Es ist ein recht tiefgreifender Einschnitt», sagte Burkhard.

Für die rund 27'000 Stahlarbeiter von Thyssenkrupp sei das Veto der EU-Kommission «ein harter Schlag», sagte Kerkhoff. Ihnen hätten die Fusion mit Tata «eine Zukunftsperspektive gegeben».

Auswirkungen in der Schweiz unklar

Inwiefern Stellen in der Schweiz vom Abbau betroffen sind, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch unklar. Thyssenkrupp ist in der Schweiz insbesondere im Aufzugs- und Rolltreppengeschäft sowie im Materialhandel tätig. Insgesamt beschäftigt der Konzern rund 600 Angestellte in der Schweiz. «Was das konkret für welches Geschäft und welche Standorte bedeutet, müssen wir noch detaillieren», hiess es in einer Stellungnahme gegenüber AWP.

Kein Kommentar seitens der EU

Die EU-Kommission wollte die Ankündigung von Thyssenkrupp nicht kommentieren. Ein Sprecher von Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager sagte, der Fall sei noch nicht abgeschlossen. Derzeit sei eine Entscheidung bis zum 17. Juni vorgesehen.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Auch so ein unredlicher Konzern, der mehrfach in Kartell-Prozesse verwickelt war und schon mehrere hundert Millionen Bussgeld zahlen musste. Mit dem Geld liessen sich 6000 Mitarbeiter über Jahrzehnte beschäftigen!
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  • Kommentar von S. Borel  (Vidocq)
    Wieso steht hier nicht, dass die IG Metall alles andere denn erfreut über diese geplante Fusion war, hätte sie doch ohnehin den Abbau von mindestens 4‘000 Stellen bedeutet. Oder soll hier suggeriert werden, es sei die „Schuld“ der Europäischen Kommission?
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