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Elon Musk gegen Sam Altman Zwei KI-Giganten streiten sich um die Zukunft von OpenAI

Am Montag hat der Prozess zwischen dem Tech-Milliardär Elon Musk und dem von Sam Altman geleiteten Unternehmen OpenAI begonnen. Dabei geht es um viel mehr als nur die Egos der beiden Protagonisten.

Worum geht es? Am Montag begann in Oakland, Kalifornien, der Prozess zwischen dem Tech-Milliardär Elon Musk und dem ChatGPT-Entwickler OpenAI. Musk, Mitgründer von OpenAI, hat im Jahr 2024 Klage gegen die Unternehmensführung um Chef Sam Altman sowie gegen den Grossaktionär Microsoft eingereicht. Er wirft ihnen vor, den ursprünglichen Gedanken einer KI-Entwicklung zum Wohle der gesamten Menschheit verraten zu haben, als die gemeinnützige Firma profitorientierter ausgerichtet wurde. OpenAI besteht aktuell immer noch aus einer gemeinnützigen Organisation, die jedoch Anteile sowie die Kontrolle über die gewinnorientierte Tochterfirma OpenAI Group Public Benefit Corporation (PBC) hält. Hauptinvestor dieser Tochterfirma ist Microsoft.

Es ist nicht in Ordnung, eine Wohltätigkeitsorganisation zu stehlen.
Autor: Elon Musk, Zeugenaussage 28.04.2026 Konzernchef Tesla und SpaceX

Was genau fordert Elon Musk? Die Klage umfasst zwei zentrale Vorwürfe. Einerseits geht es um unrechtmässige Bereicherung, da das Unternehmen nach Musks Ansicht von seinen anfänglichen Investitionen profitiert hat. Andererseits wirft er OpenAI vor, von der gemeinnützigen Ausrichtung abgewichen zu sein. In seiner gestrigen Aussage sagte er, dass es nicht in Ordnung sei, eine Wohltätigkeits­organisation zu stehlen. Er hatte das Projekt mit rund 38 Millionen US-Dollar unterstützt, in der Erwartung, dass damit eine Non-Profit-Organisation aufgebaut würde, die sich der Entwicklung einer Open-Source-Software widmet. Musk fordert die Absetzung von CEO Sam Altman und Präsident sowie Technikchef Greg Brockman. Zudem verlangt er die Umwandlung von OpenAI in eine Non-Profit-Forschungsorganisation sowie eine Wiedergutmachung von mehr als 100 Milliarden US-Dollar, die jedoch nicht an ihn, sondern an den gemeinnützigen Teil von OpenAI gehen sollen.

Illustriertes Bild von Elon Musk in einer nachdenklichen Haltung mit dem ChatGPT-Logo daneben.
Legende: Illustriertes Bild von Elon Musk am World Economic Forum 2026. Getty Images/Anadolu/Arman Onal

Was sagt OpenAI zu den Vorwürfen? Elon Musk ist der Gründer der KI-Firma xAI, die den Chatbot Grok entwickelt hat. Dieser steht in direkter Konkurrenz zu OpenAI. Sam Altman und OpenAI werfen Musk deshalb vor, die Entwicklung von OpenAI ausbremsen zu wollen. Zudem habe Musk in der Vergangenheit einer gewinnorientierten Sparte von OpenAI zugestimmt, um die hohen Rechenleistungen finanzieren zu können. Laut dem Medium «Die Welt» haben ausserdem Unterlagen bestätigt, dass Musk an der Beziehung zwischen Microsoft und OpenAI beteiligt war.

Hintergrund: Elon Musk & OpenAI

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OpenAI wurde 2015 von einer Gruppe von KI- und IT-Experten als Non-Profit-Forschungslabor gegründet. Zu den Gründern gehörten unter anderem Sam Altman, Greg Brockman und Elon Musk. Das Start-up wurde mit dem Ziel aufgebaut, KI im Interesse und zum Wohle der Menschheit zu entwickeln. Im Jahr 2018 verliess Elon Musk nach internen Spannungen den Verwaltungsrat von OpenAI. Nach Angaben des Unternehmens soll Musk versucht haben, die operative Führung zu übernehmen.

Im Februar 2025 folgte eine überraschende Wendung: Musk unterbreitete gemeinsam mit einer Investorengruppe ein Angebot, OpenAI für 97.4 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Altman lehnte dieses Angebot jedoch öffentlich über die Plattform X ab.

Welche Auswirkungen hat die Klage? Sollte Musk sich durchsetzen, könnten die von OpenAI geplanten Investitionen in Höhe von hunderten Milliarden US-Dollar für den Ausbau der KI-Infrastruktur eingeschränkt werden. Doch auch schon vor dem Urteilsspruch wird dem Verfahren grosse Bedeutung beigemessen, da OpenAI in der zweiten Jahreshälfte an die Börse gehen will. Dabei strebt Altman eine Bewertung von einer Billion US-Dollar an. Ausserdem gilt der Prozess als Präzedenzfall für die Tech-Branche, wenn es um die Rechte früherer Geldgeberinnen und Geldgeber an Start-ups geht.

Wie geht es weiter? Nach der Auswahl der neun Geschworenen am Montag, bei der sie zu ihrer Haltung gegenüber Musk und OpenAI befragt wurden, beginnt nun die erste Phase des Verfahrens. In dieser werden die Vorwürfe sowie die Aussagen von Zeuginnen und Zeugen geprüft. Anschliessend gibt die Jury eine Empfehlung an Richterin Yvonne Gonzalez Rogers ab. Auf dieser Grundlage entscheidet die Richterin über die rechtlichen Konsequenzen, die sie bis Ende Mai festlegen will.

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SRF 3 Wirtschaft, 28.04.2026, 07:40 Uhr; noes

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