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Energiewende erhöht Bedarf Europas Interesse an den Schweizer Stauseen

Die europäischen Stromversorger haben ein Auge auf die Schweizer Stauseen geworfen. Die könnten als «Batterien» dienen.

Legende: Audio Schweizer Stauseen könnten Batterie-Funktion übernehmen abspielen. Laufzeit 01:27 Minuten.
01:27 min, aus HeuteMorgen vom 16.01.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Organisation der europäischen Stromversorger sieht in der Energiewende neue Geschäftsmöglichkeiten, weil mehr Strom benötigt werde.
  • Mit dem Boom von Wind- und Sonnenergie werden Energiespeicher immer wichtiger. Da könnte die Schweiz mit Pumpspeicherwerken eine Rolle spielen.
  • In der Schweiz soll der Strommarkt noch in diesem Jahr neu reguliert werden.

Die Energiewende in Europa schreite voran, sagte Kristian Ruby, Generalsekretär von Eurelectric, der Organisation der europäischen Stromversorger, am Schweizer Stromkongress. «Wir finden, man könnte sie noch beschleunigen.» Er sehe in der Energiewende neue Geschäftsmöglichkeiten.

Wir brauchen die Schweizer Wasserkraft, um die Energiewende europaweit zu realisieren.
Autor: Kristian RubyGeneralsekretär von Eurelectric

Saubere Energie heisse nämlich grundsätzlich mehr Strom. «Wir brauchen mehr Strom, um die Energiewende durchzuführen im Transportbereich, im Wärmebereich und auch in der Industrie.» Als Chef von Eurelectric vertritt der Däne Ruby die Interessen von 3500 Stromunternehmungen in der EU.

«Brauchen die Schweizer Wasserkraft»

Wind- und Sonnenenergie nehmen europaweit stark zu. Je wichtiger diese Energiequellen werden, desto mehr Speicher oder steuerbare Energieerzeuger sind nötig – für die Zeiten, in denen der Wind abflaut und die Sonne weniger stark scheint. Da könne das Wasserschloss Schweiz eine Rolle spielen, meint Ruby. «Wir brauchen die Schweizer Wasserkraft, um die Energiewende europaweit zu realisieren.»

Die Schweiz, Österreich und Norwegen könnten mit Pumpspeicherwerken ihre Stauseen füllen, wenn es zu viel Strom auf dem europäischen Markt gebe, und das Wasser wieder durch die Turbinen lassen, wenn Mangel herrsche, so Ruby.

Neue Regulierung geplant

Damit dies geschehe, brauche es aber eine Preisgestaltung, die diese Speicherfunktion belohne, sagt er. Genau das wird in der Schweiz diskutiert: Unter dem Titel «Strommarktdesign» soll der Markt neu reguliert werden – noch in diesem Jahr.

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65 Kommentare

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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Nie u. nimmer taugen Speicher- u. Stauseen mit installierten Pumpen zur Versorgungssicherheit durch die unkalkulierbare hochvolatile Schwankungsbreite der erneuerb. Energieträger(EE). Z.B. Sonne u. Wind. Die Energiewende ist in vollem Gange u. zwingend nötig. Jedoch steht u. fällt die Tauglichkeit des EE-Strom mit der zwingenden Notwendigkeit v. Speicherkapazitäten u. den Technologien. Aus zahlreichen Studien u. Dokumentationen ist die Wasserstoffspeicherung die preisgünstigste. "Power fo gas"!
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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    In diesen Stauseen befindet sich nicht nur kinetische Energie,sondern auch wertvolles Trinkwasser.Auch damit liesse sich ein Geschäft machen.Die EU muss wissen,dass die Quellen der drei wichtigsten Ströme Mitteleuropas uns gehören samt dem Wasser,das da runterfliesst.Das ist ein Machtfaktor,den es einzusetzen gilt.
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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Finger weg vor solchen Tricks, wo hier wieder einmal unsere souveräne CH in die EU gezwängt werden soll. Die Eurelectric m. Sitz in Brüssel als EU-Verein von 100 gesamteuropäischen Stromversorgungsverbänden (inkl. unser VSE) und 3500 Stromunternehmen (EU oder Nicht-EU) würde unsere nationale Wasserwirtschaft enteignen u. der EU unterstellen. Für wie dumm halten uns die EU-Turbos aus Regierung, Politik u. ECONOMIESUISSE, als dass wir nochmals, wie bei den Bilateralen I u. II, darauf hereinfallen.
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