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Entsorgung von Elektroschrott Schweizer Recycling-System stösst an Grenzen

In der Elektroschrott-Entsorgung galt die Schweiz bisher als Pionierin. Das Online-Shopping gefährdet diese Rolle nun.

Legende: Audio Weltweiter Tag des Elektroschrotts abspielen. Laufzeit 02:41 Minuten.
02:41 min, aus HeuteMorgen vom 13.10.2018.

Vom Smartphone bis zum Kühlschrank und vom Mixer bis zum grossen TV-Bildschirm: Was gestern neu war, wird heute ausrangiert und durch ein neues, leistungsfähigeres Gerät ersetzt. Weltweit landen 80 Prozent der ausgedienten Geräte im Kehricht oder werden gar irgendwo illegal entsorgt.

Die unsachgemässe Entsorgung von Elektroschrott belastet nicht nur die Umwelt. Es werden so auch wertvolle Rohstoffe verschwendet. Denn: Der Abfall von heute ist der Rohstoff von morgen. Um das Recycling zu fördern, ruft die Branche zum weltweiten «E-Waste-Day» auf.

In der Schweiz wird viel gesammelt

«Wir Schweizer sind immer in der Spitzenklasse, was die Sammlung betrifft. 2017 konnten wir pro Bürger durchschnittlich 16 Kilo Elektroschrott sammeln», sagt Heidi Luck von der Stiftung Sens, einer der Organisationen, die in der Schweiz die Rücknahme und Entsorgung von Elektroschrott organisieren.

16 Kilo Elektroschrott pro Kopf: Das bedeutet zum einen, dass in der gut organisierten Schweiz in der Tat viel gesammelt und wiederverwertet wird. Insgesamt sind es etwa 50'000 Tonnen Eisen, gut 2000 Tonnen Kupfer und sogar ein paar Kilo Gold. Es heisst aber auch, dass in der reichen Schweiz der Konsum hoch ist. Umso wichtiger sei das Recyling, sagt Luck. Denn sonst gingen Wertstoffe verloren.

Entsorgungsgebühr deckt nicht alle Geräte ab

In der Schweiz bezahlen Kundinnen und Kunden bereits beim Kauf eines Geräts eine Recycling-Gebühr und können das Gerät dann am Ende seiner Lebensdauer ins Geschäft zurückbringen, welches dann die Entsorgung organisiert. Dieses System stösst nun aber durch den Einkaufstoursimus im Ausland und durch das Online-Shopping an seine Grenzen. Es ergäben sich zunehmend Probleme für die Schweizer Händler, sagt die Geschäftsführerin der Entsorgungs-Organisation Sens. Denn selbstverständlich würden alle Geräte zurückgenommen, auch solche, auf denen beim Kauf keine Entsorgungsgebühr bezahlt worden sei.

Inzwischen ist die Politik aktiv geworden. Der Bundesrat habe den Auftrag erhalten, Massnahmen zur Verbesserung des Rücknahmesystems und der Finanzierung zu ergreifen, so Luck. Inwieweit bespielsweise der Online-Handel künftig erfasst werde, sei jedoch offen. Vorstellbar sei etwa eine Registrierungspflicht für ausländische Online-Anbieter.

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34 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    Vieles landet im Müll dank inkompatibler Ersatzteile, das wäre auch ein Thema wert. Schlecht auch das kantonale "Budgetsystem" wie beim Strassenbau etc, das dazu verleitet, ob nötig oder nicht, alles aufzubrauchen, um im folgenden Jahr dasselbe Budget zugesprochen zu bekommen. So wird zB in Schulen jedes Jahr die Elektronik aktualisiert, werden "alte", teilweise brandneue Geräte verschrottet und so pro Schule nicht nur Aber1000e Steuergelder verbraten, sondern auch Unmengen Schrott produziert.
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  • Kommentar von Marcel Hauser (Nyota)
    Kleine elektrische Zubehör Teile sind unglaublich viel günstiger über diversen Online-Portale. Diese senden Pakete von China in die Schweiz. Der Versand von dort in die Schweiz kostet 1.50 FR und wird von der schweizer Post vertragen. Ein schweizer Händler muss für das gleiche Paket 7.- bezahlen. Dann muss er noch vorgezogene Entsorgungsgebühren, Löhne, Miete usw bezahlen. Mindestens mit den Entsorgungsgebühren und Versand muss man gleich lange Spiesse für ausl. und innländ. Händler machen.
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    1. Antwort von Tom Duran (Tom Duran)
      Da stimme ich mit überein. Aber nicht schon wieder eine künstliche Verteuerung, sondern man muss endlich dafür sorgen das man hier in der Schweiz einen freien Markt hat, Zollfrei einkaufen kann und die künstlich hohen Preise massiv sinken. Warum wohl ist hier alles teurer? Weil Zuviele mitverdienen und das Land DDR mässig abgeschottet ist. Jeder Händler könnte günstig importieren, wenn da nicht der völlig überflüssige Warenzoll wäre!
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  • Kommentar von Ruedi Hammer (Ruedi Hammer)
    Der Branche geht es hervorragend - absolut kein Grund für eine Preiserhöhung notwendig: http://www.swissrecycling.ch/swiss-recycling/jahresberichte/
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    1. Antwort von Tom Duran (Tom Duran)
      Ja, sie hätten sogar noch Ausbaupotential im Bereich Kunststofftrennung und Verwertung. Aber solche Schlagzeilen dienen nur einem: die Reichen und den Staat noch reicher zu machen. Wir werden ja sowas unter falschen Vorwänden abgezockt. Und die Schweizer glauben diesen leeren Sprechblasen auch noch...
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