Was die Zahlen zeigen: Dass die Gesundheitskosten steigen, daran hat man sich fast schon gewöhnt. Wurde vor gut zehn Jahren die Schwelle von 70 Milliarden Franken überschritten, dürften mittlerweile 100 Milliarden Franken erreicht sein. Das bestätigen die neuen Zahlen des Bundes. Pro Kopf haben sich die Gesundheitsausgaben seit 1960 etwa verfünffacht, wie eine Analyse der Finanzkontrolle kürzlich bilanzierte.
Warum die Kosten steigen – und wo: Als wichtigste Kostentreiber gelten die Alterung der Gesellschaft, der Wohlstand sowie der technologische Fortschritt. Die grössten Kostenblöcke sind in ihren Anteilen über die letzten Jahre allerdings relativ stabil. Verhältnismässig starke Kostensteigerungen gibt es hingegen in den Randbereichen.
Was wie viel ausmacht: Der weitaus grösste Kostenblock sind die Spitäler. Deren Anteil an den Gesamtkosten ist mit gut einem Drittel ziemlich konstant. Und das, obwohl stationäre Behandlungen an Bedeutung verlieren, weil viele Eingriffe mittlerweile ambulant durchgeführt werden. Anteilsmässig deutlich geringer, aber ebenfalls substanziell, sind die Kosten von Arztpraxen sowie jene von Medikamenten. In einem ähnlichen Bereich bewegen sich die relativen Kosten von Alters- und Pflegeheimen.
Wo es starke Steigerungen gibt: Bereiche, die gesamthaft gesehen einen geringen Anteil an den Gesundheitskosten ausmachen, haben in den letzten Jahren relativ stark zugelegt: Spitex-Dienste, Psychotherapie sowie Verwaltungskosten.
Was hinter kleinen Kostentreibern steckt: Die Kostenanstiege sind zumindest teilweise gewollt, so etwa bei der Psychotherapie: So wurden vor knapp vier Jahren (Juli 2022) die Regeln für deren Abrechnung geändert. Seither wird Psychotherapie schneller und öfter von der Grundversicherung der Krankenkasse übernommen. Mit der Änderung wollte man dem gestiegenen Bedarf nach Psychotherapie Rechnung tragen.
Wie es weitergeht: Die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) erstellt alljährlich eine Prognose zur weiteren Entwicklung der Gesundheitskosten. Der Bund publiziert demgegenüber die tatsächlichen Zahlen, allerdings mit einer Verzögerung. In ihrer letzten Berechnung vom Herbst 2025 prognostizierten die KOF-Fachleute einen Anstieg der Gesundheitskosten auf rund 110 Milliarden Franken im Jahr 2027. Die Gesundheitskosten dürften also bis auf Weiteres weiter steigen. Jüngst fiel das Wachstum mit gut vier Prozent (2024) auch wieder stärker aus als in den Jahren davor.