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Wirtschaft Es bleibt mehr im Portemonnaie dank tiefem Erdölpreis

Seit Mitte Jahr kennt der Ölpreis nur eine Richtung: Abwärts. Auch gestern, am zweitletzten Handelstag der US-Börse ist der Ölpreis nochmal um drei Prozent getaucht. Zu den Gewinnern dieser Baisse zählen – wir.

Legende: Video Der Ölpreis fällt und fällt abspielen. Laufzeit 2:25 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 31.12.2015.

Anfang Jahr kostete ein Fass Rohöl der Marke Brent noch gut 56 Dollar. Im Sommer stieg der Preis sogar auf fast 70 Dollar. Dann aber begann die Talfahrt: Knapp die Hälfte ist das Rohöl heute noch wert, nämlich 36 Dollar.

Das hat Auswirkungen auch auf die Schweizer Industrie. Zu den hiesigen Verlierern dieser Entwicklung zählen:

  • Transocean: Der Schweizer Konzern vermietet Ölbohrinseln. Um Kosten zu sparen, musste die Firma ihre Flotte gleich um die Hälfte reduzieren.
  • Sulzer: Der Winterthurer Traditionskonzern stellt Pumpen für die Ölförderung her. Dieses Geschäft leidet durch den Ölpreiszerfall.
110 US-Dollar pro Fass – Das werden wir in den nächsten 20 Jahren vielleicht nicht mehr erfahren.
Autor: Michael StrobaekAnlagechef der Credit Suisse
Eine Grafik illustriert den Preisrückgang von Rohöl der Marke Brent.
Legende: Der Preis für ein Fass Erdöl der Marke Brent fällt seit einem halben Jahr immer tiefer. SRF

Michael Strobaek, Anlagechef der Credit Suisse, sieht im tiefen Ölpreis einen Strukturwandel: «Der Ölpreis wird vorerst nicht auf das frühere Preisniveau zurückkommen. 110 US-Dollar pro Fass – das werden wir in den nächsten 20 Jahren vielleicht nicht mehr erfahren. Insofern steht diese Branche in einem strukturellen Wandel. Wir schätzen, dass in den nächsten zwölf Monaten ein fairer Preis bei 50 Dollar pro Fass liegt. Alle müssen sich nun anpassen: Die Firmen und die Industrien.»

Saudi-Arabien und Russland müssen sich reformieren

Staaten wie Saudi-Arabien, die vom Erdölexport leben, stehen vor grossen Problemen. Aber auch Russland, Norwegen, Venezuela sind abhängig vom Öl. Sie müssen ihre Wirtschaft dringend reformieren.

Es gibt aber auch Profiteure des tiefen Erdölpreises. Nämlich die Länder und Firmen, die Öl importieren. Und vereinfacht gesagt: Weil so viele Alltagsgegenstände vom zurzeit tiefen Erdöl abhängig sind, bleibt uns im Portemonnaie mehr Geld übrig. Und diese vollen Geldbeutel beschleunigen das globale Wachstum.

(Mit diesem Artikel verabschiedet sich Beni Frenkel von der SRF News-Redaktion und wünscht seinen Kollegen und den Lesern ein gutes neues Jahr.)

3 Kommentare

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  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    B. Gurzeler, ihre Zusammenfassung ist leider nicht ganz korrekt. Grundsätzlich haben wir seit Längerem eine Minusteuerung & viele Produkte werden massiv billiger. Was das Leben hingehen teurer macht sind nicht die vom Staat geforderten Abgaben, sondern die Auswirkungen der Entscheide des CH-Volkes an der Urne. Die Gesellschaft verlagert immer mehr Eigenverantwortung in die Hände des Staates. Das ist es, was Geld, viel Geld kostet. Tip: Stimmen sie einfach gegen neue Gesetze, die Geld kosten!
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    1. Antwort von Beat Gurzeler (B.Gurzeler)
      @ N.Bächler: Bevor Sie Tipps verteilen kläre ich Sie auf,was wurde teurer: Kein 3-Jahrenabo SBB, CO2 Abgabe ( Erdöl ), Steuererhöhungen allgemein ( Schweiz ), Krankenkassenprämien, alle Sozialkosten für Flüchtlinge, nicht abschliessend. Wir beide lebe ja in einer Stadt die das ja super hinkriegt das Geld auszugeben, was man nicht hat. Zur Eigenverantwortung, wer gibt vor allem alles ab an den Staat, sicher nicht die Schweizer/innen.
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  • Kommentar von Beat Gurzeler (B.Gurzeler)
    Immer die gleiche Leier, das Volk hat langsam die Lügen satt. Wenn man die vorgeschriebenen Abgaben berechnet bleibt Ende des Jahres weniger übrig, wer etwas anderes behauptet kann nicht rechnen, sind wir uns von diesen Heinis/Innen schon langsam gewohnt. Lügen kann ich selber auch.
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