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Lipp: «Eine solche Situation kommt sehr selten vor»
Aus News-Clip vom 11.03.2020.
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EU-Fonds gegen Coronakrise «Kleineren Unternehmen sind die Einnahmen weggebrochen»

Die Coronakrise setzt auch der Wirtschaft in der Europäischen Union massiv zu. Mit einem Hilfsfonds von total 25 Milliarden Euro will nun die EU ihre Wirtschaft gegen die schlimmsten Folgen der Epidemie wappnen. Sie will damit unter anderem das Gesundheitswesen, den Arbeitsmarkt sowie kleinere und mittlere Unternehmen stützen.

Wirtschaftsredaktor Reto Lipp erklärt, weshalb die momentane wirtschaftliche Situation so delikat ist und wann solche staatlichen Massnahmenpakete den gewünschten Erfolg bringen.

Reto Lipp

Reto Lipp

Wirtschaftredaktor

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Während seines Studiums der Ökonomie an der Universität Zürich war Reto Lipp bereits freier Mitarbeiter bei «Radio Z». Später war er Mitglied der Redaktionsleitung. Nach einem Wechsel zu den Printmedien arbeitete Lipp als Vizedirektor bei der UBS im Bereich Wealth Management. Er moderiert die Sendungen «ECO», «ECO Talk» und «SRF Börse».

SRF News: Weshalb ist die aktuelle wirtschaftliche Situation so aussergewöhnlich?

Reto Lipp: Sehr aussergewöhnlich ist, dass wir momentan gleich zwei Schocks haben: Es gibt einerseits einen Angebotsschock, das heisst, viele Firmen können einfach nicht mehr produzieren, weil die Leute nicht mehr arbeiten. Und wir haben gleichzeitig noch einen Nachfrageschock. Die Konsumenten können nicht mehr konsumieren, sie sitzen zu Hause, gehen nicht auf Reisen, gehen nicht an Veranstaltungen. Diese zwei Schocks zur gleichen Zeit ergeben eine ungewöhnlichen Situation.

Was bringt das Massnahmenpaket der EU?

Was jetzt nicht hilft, ist die Erhöhung der Ausgaben in die Infrastruktur wie zum Beispiel Investitionen in Strassen und Brücken. Bis das in der Wirtschaft ankommt, ist die Krise hoffentlich vorbei. Viel mehr helfen würden Überbrückungskredite für Firmen. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen haben Liquiditätsengpässe. Ihnen sind die Einnahmen weggebrochen, sie haben noch Liquidität für ein bis zwei Monate und brauchen jetzt Finanzhilfe vom Staat.

Welche Folgen könnte das Coronavirus für die Weltwirtschaft haben?

Das Wort Rezession geistert jetzt vielerorts herum. Es stellt sich einfach die Frage, wie wir das Ausmass noch einigermassen eingrenzen können. Wenn diese ganze Krise nur zwei bis drei Monate dauert, dann wäre das wahrscheinlich eine Delle, die man bis zu einem gewissen Grad wieder reparieren kann. Wenn die Situation jetzt aber völlig ausufert wie in Italien und wenn weiter ganze Länder unter Quarantäne gestellt werden, dann dürfte die ganze Weltwirtschaft in eine Rezession stürzen.

Das Gespräch führte Cornelius Jehle.

HeuteMorgen vom 11.3.2020, schp

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    In Kriesenzeiten zeigt sich, wie wertvoll der "Spruch": spare in der Zeit, dann hast du in der Not" ist.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Coronavirus zeigt: Wahlbedarf ist riesig!

    Die Mobilitäts- und Aktivitätseinschränkungen zeigen deutlich, welch grosser Anteil der Wahlbedarf in unserer westlichen Gesellschaft unterdessen eingenommen hat. Unsere Gesellschaft funktioniert grundsätzlich auch ohne grosse Wahlbedarfsdeckung weiter. Probleme gibt es natürlich hauptsächlich für jene, die in Wahlbedarfsbereichen tätig sind.
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