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Legende: Video Fusion der Zug-Sparten von Siemens und Alstom gestoppt abspielen. Laufzeit 01:43 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.02.2019.
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EU-Kommission sagt Nein Fusion von Siemens und Alstom geplatzt

  • Die EU-Kommission hat die geplante Fusion der Bahnsparte von Siemens und Alstom untersagt.
  • Der Zusammenschluss würde den Wettbewerb einschränken, heisst es aus Brüssel.
  • Siemens und Alstom wollten einen europäischen Grosskonzern schaffen – vor allem, um es mit dem weltgrössten Zughersteller CRRC aus China aufnehmen zu können.

Die von den Unternehmen angebotenen Zugeständnisse hätten nicht ausgereicht, um die Bedenken auszuräumen, so die EU-Kommission. Die Fusion hätte die beiden grössten Anbieter von Bahn-Signalanlagen und Schienenverkehrsfahrzeugen in Europa zusammengeführt, teilten die EU-Wettbewerbshüter weiter mit. Auch weltweit stünden beide Unternehmen an der Spitze ihrer Branche, hiess es.

Auf dem Markt für Hochgeschwindigkeitszüge wäre nun ein dominanter Akteur geschaffen worden, erklärte die EU-Kommission weiter. Auch einige Märkte für Signalanlagen wären betroffen gewesen. Für die Kunden – vor allem Eisenbahnunternehmen und Schieneninfrastruktur-Betreiber – hätte sich die Auswahl an Produkten eingeschränkt.

«Hätte zu höheren Preisen geführt»

Siemens und Alstom sind beide 'Champions' im Schienenverkehrssektor», sagte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager. «Ohne ausreichende Abhilfemassnahmen hätte der Zusammenschluss zu höheren Preisen für Signalanlagen, die die Sicherheit der Fahrgäste gewährleisten, und für die nächsten Generationen von Hochgeschwindigkeitszügen geführt.»

Margrethe Vestager.
Legende: Die Fusion hätte laut EU-Kommissarin Vestager zu höheren Preisen für Signalanlagen und Hochgeschwindigkeitszüge geführt. Keystone

Wirtschaftsverbände und auch die deutsche und die französische Regierung hatten sich vehement für die Fusionszusage ausgesprochen. Aus ihrer Sicht braucht es ein neues EU-Wettbewerbsrecht, um Fusionen zu ermöglichen, aus denen europäische Grosskonzerne erwachsen können. Mit solchen «Champions» wollen sie den staatlich gestützten Wettbewerbern aus Fernost etwas entgegensetzen.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
    Naja, es hätte letztendlich zu einer ungesunden Monopolstellung geführt. Doch einer der beiden Konzerne wird über die Klinge springen müssen, das ist jedem klar. Ich tippe darauf, dass die Franzosen mit den Chinesen ein Joint-Venture eingehen werden, Siemens sich nur noch auf die Signaltechnik konzentriert und den Rest an Bombardier verkauft. Hochgeschwindigkeitszüge von Alstom, Loks von Bombardier und die Signaltechnik von Siemens. Eine brave Arbeitsteilung und jedem seine Stärken.
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  • Kommentar von W. Pip  (W. Pip)
    Freue mich schon darauf, wenn die SBB die nächste Grossbestellung bei CRRC plaziert... Wetten?
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    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
      Das grundsätzliche Problem der beiden Hersteller ist der Umstand, dass in Europa praktisch jedes Land seine eigene Vorschriften hat und man dann brav auch noch die Infrastruktur zur Lokomotive liefern darf. Das macht die Sache sehr teuer und ruft nach modularen Standardbauweisen, wie sie bei den Lokomotiven von Siemens (Vectron), Alstom (Prima) und Bombardier (Traxx) bereits angeboten werden. Da kann auch der Chinese nicht mithalten. Aber ein Joint-Venture ist durchaus möglich.
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  • Kommentar von Raymond Klaus  (Ray)
    Eine gute Entscheidung. Grösse hat oft nicht mit Stärke zu tun...sondern mit Schwäche und Ideenlosigkeit.
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