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Mark Bransons Wechsel von der Finmal zur Bafin
Aus Echo der Zeit vom 22.03.2021.
abspielen. Laufzeit 03:07 Minuten.
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Finanzmarktaufsicht Mark Branson – ein Bankenaufseher mit Biss

Die Schweizerische Finanzmarktaufsicht Finma muss einen neuen Chef suchen. Der aktuell oberste Aufseher von Banken und Versicherungen, Mark Branson, wechselt nach Deutschland. Er soll der angeschlagenen Deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) Biss verleihen. Der Ruf aus Deutschland spricht für die Schweizer Aufsicht und für Mark Branson.

Die Vorbehalte gegen Branson waren bei seinem Amtsantritt gross. Da solle just ein Banker die Banken beaufsichtigen. Das gleiche dem Fuchs, der zum Wächter des Hühnerstalls werde. Zudem war Mark Branson nicht irgendein Banker, sondern einer, von dem man vermutete, dass er in Manipulationen verwickelt gewesen sei oder zumindest davon gewusst habe. Das könne kaum gut gehen, fanden Politikerinnen und Politiker von Links bis Rechts.

Aus Nachteil ein Vorteil gemacht

Der Finma-Verwaltungsrat hielt trotzdem am bisherigen Leiter der Abteilung Bankenaufsicht fest und machte Branson am 1. April 2014 zum Direktor. Und der studierte Mathematiker mit britischem Pass, und einer Karriere sowohl bei der Credit Suisse als auch bei der UBS sollte seinen Unterstützern recht geben.

Dass er zu der Zeit, als UBS-Mitarbeiter in Japan den wichtigen Referenzzins Libor manipulierten, Chef von UBS Japan war, blieb nicht an ihm haften. Und aus dem vermuteten Nachteil, aus der Bankenwelt zu kommen, machte er einen Vorteil: Offensichtlich weiss er, wie mit Bankern und Bankerinnen kommuniziert werden muss. So schaffte er es rasch, den Dialog zwischen Aufsicht und Beaufsichtigen zu verbessern. Trotzdem scheute er sich nicht, auch die Grossen wo nötig an die Kandare zu nehmen.

Er machte den Kampf gegen internationale Geldwäscherei zur obersten Priorität. Immer wieder ging er an die Grenzen dessen, was der Finanzmarktaufsicht in der Schweiz zur Durchsetzung der Regeln des Finanzplatzes erlaubt ist – und an die Grenzen ihrer Kapazitäten.

Wohlwollen statt Skepsis

Im Vergleich zu andern Ländern ist die Schweizer Finma klein und mit geringen Befugnissen ausgestattet. Umso bemerkenswerter ist es, dass Mark Branson es geschafft hat, der Finma und sich selbst über die Landesgrenzen hinaus Renommee zu verschaffen – sodass er nun von der deutschen Bafin geholt wird. Anders als bei seinem Start in der Schweiz schlägt ihm in Deutschland nicht Skepsis, sondern viel Wohlwollen entgegen. Einen Bankenaufseher mit Biss hat Berlin gesucht.

Der frühere Bafin-Chef musste im Zuge des Skandals um den insolventen Finanz-Dienstleister Wirecard den Hut nehmen. Der Bafin wird vorgeworfen, den mutmasslichen Milliardenbetrug zu spät erkannt zu haben. Branson soll Mitte 2021 das Bafin-Präsidium übernehmen. Der Abschied von der Finma fällt ihm laut einer Mitteilung schwer. Fertig mit der Arbeit war er auch in der Schweiz nicht: Geldwäscherei, Cyberkriminalität und vermehrt auch die Klimarisiken bleiben Herausforderungen für die Nachfolgerin oder den Nachfolger, die oder der nun gesucht wird.

Klaus Ammann

Klaus Ammann

Wirtschaftsredaktor, SRF

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Der Historiker und Russist ist seit 2004 als Redaktor bei Radio SRF tätig. Seit 2011 arbeitet Klaus Ammann für die Wirtschaftsredaktion. Sein Schwerpunkt liegt dabei auf Energie- und Klimathemen.

Echo der Zeit, 22.03.2021, 18:00 Uhr

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Trotz neuer Kapitalstärke ist bis heute nicht ausgeschlossen, dass der Staat die Grossbanken im Notfall doch wieder retten muss. Und auch punkto Geldwäscherei ist Bransons Finma nicht den ganzen Weg gegangen. In jedem grossen internationalen Skandal der letzten Jahre waren Schweizer Banken involviert, darunter die grössten Häuser des Landes: UBS, CS und Julius Bär.
  • Kommentar von Jos Schmid  (Jos Schmid)
    Schade, dass Herr Branson geht. Aber vielleicht sollte man auch nicht zu lange in einem solchen Amt sein. Alles Gute Herr Branson!