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Geht Tesla von der Börse? Tesla-Chef Elon Musk sorgt für Wirbel

  • Tesla-Chef Elon Musk spielt mit dem Gedanken, den Elektroautobauer von der Börse zu nehmen.
  • Der Tech-Milliardär sorgte am Dienstag mit einer Serie von Tweets für Wirbel an der Börse.
Legende: Video Tesla-Aktie unter Strom abspielen. Laufzeit 01:14 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 08.08.2018.

Musk teilte überraschend mit, in Erwägung zu ziehen, Tesla bei einem Aktienkurs von 420 Dollar zu privatisieren. Die Finanzierung sei gesichert, hiess es weiter.

Erst nach heftigen Marktreaktionen, die zu einem zwischenzeitlichen Handelsstopp der Aktie führten, sorgte Tesla am späten Dienstagnachmittag (Ortszeit) für Klarheit.

In einer E-Mail, die im Firmen-Blog veröffentlicht wurde, bestätigte Musk gegenüber den Tesla-Mitarbeitern seine Planspiele und erklärte seine Beweggründe. Eine endgültige Entscheidung, die Firma von der Börse zu nehmen, gebe es noch nicht, hiess es in dem Schreiben.

Ruhe für Mitarbeiter beabsichtigt

Es gehe darum, ein Umfeld zu schaffen, in dem Tesla am besten operieren könne. Die starken Schwankungen des Aktienkurses seien eine grosse Ablenkung für alle Mitarbeiter. Zudem sorge die mit der Börsennotierung einhergehende Pflicht, Quartalszahlen zu veröffentlichen, für enormen Druck.

Ferner bekräftigte Musk gegenüber der Belegschaft, was er zuvor schon bei Twitter ausgeführt hatte:

Gehe es nach ihm, so sollten alle Investoren eine Wahl erhalten und entweder zum Preis von 420 Dollar verkaufen oder ihre Aktien behalten können, falls Tesla privatisiert werden sollte. «Meine Hoffnung ist, dass alle Aktionäre dabeibleiben, aber wenn sie es bevorzugen, sich herauskaufen zu lassen, dann geschieht es zumindest mit einem netten Kursaufschlag.»

Börse stoppte Aktienhandel

Die Technologie-Börse Nasdaq, an der Teslas Papiere gehandelt werden, stoppte angesichts der Aufregung rund um Musks Tweets zwischenzeitlich den Handel mit Tesla-Aktien. Als es am späten Nachmittag wieder losging, legte der Kurs um zwölf Prozent zu.

Vor Musks Twitter-Gewitter hatte bereits ein Zeitungsbericht für starken Kursauftrieb gesorgt, laut dem Saudi-Arabiens Staatsfonds PIF eine grosse Tesla-Beteiligung aufgebaut hat. Der Fonds halte inzwischen drei bis fünf Prozent am Unternehmen von Musk, berichtete die «Financial Times» unter Berufung auf eingeweihte Kreise.

Damit hätte der Anteil einen aktuellen Wert zwischen 1,7 Milliarden und 2,9 Milliarden Dollar. Der über mehr als 250 Milliarden Dollar an Anlagegeldern verfügende Staatsfonds wäre damit einer der fünftgrössten Tesla-Aktionäre. Stellungnahmen von Tesla und PIF lagen zunächst nicht vor.

Wetten auf Kursverluste

Tesla geht derzeit hohes Risiko ein mit seinem Hoffnungsträger Model 3, und an den Finanzmärkten laufen viele Wetten auf Kursverluste der Aktien. Die Produktion des ersten günstigeren Teslas für die breite Masse verschlingt enorm viel Geld, kam aber noch nicht wie erhofft in die Gänge. Zuletzt gab es allerdings schon deutliche Fortschritte.

Das Tesla Model 3
Legende: Die Produktion des Tesla Model 3 verschlingt viel Geld des Unternehmens. Keystone

Einige Analysten gehen angesichts des Model-3-Aufwands und Teslas ambitionierter Expansionspläne – es sollen beispielsweise grosse Fabriken in China und Europa gebaut werden – davon aus, dass bald eine Kapitalerhöhung nötig wird. Musk wies dies stets zurück und versprach Anlegern sogar, dass die bislang verlustreiche Firma bald profitabel werde.

Dem Bericht der «Financial Times» zufolge hatten die Saudis zunächst neu ausgegebene Aktien kaufen wollen, dies habe Tesla jedoch abgelehnt. Daraufhin habe der Staatsfonds sich mit Hilfe der Grossbank JPMorgan am Markt mit den Papieren eingedeckt.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Die Kommunikation ist schon grottenschlecht, wenn man sich vorstellt was für ein Profi da in die Tasten greift.
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  • Kommentar von N. Schmid (Schmid)
    Tesla hat im Juli inzwischen eine Produktionsrate von über 7000 Autos pro Woche (>360'000 Autos pro Jahr) erreicht (wobei die Nachfrage das Angebot nach wie vor übersteigt). Alleine damit kann ein jährlicher Umsatz von über $20 Mrd pro Jahr generiert werden. Das ist bereits ein Drittel des gesamten Aktienkapitals. Weil diese Firma ständig in neue Produkte (z.B. neue Fahrzeuge, Speicher) und Wachstum (z.B. neue Fabriken) investiert, sind in der Vergangenheit stets Verluste generiert worden.
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Das heisst, Sie rechnen mit einem mittleren Verkaufspreis von ca. 55'000$ pro Fahrzeug. Schön, dass es so viele "reiche" Leute in der Welt gibt, die sich solchen Luxus leisten können.
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    2. Antwort von N. Schmid (Schmid)
      Der Durschnittsneuwagenpreis in der Schweiz hat inzwischen bereits 45'000 Franken überschritten. Ob man sich bei 55'000 Franken Neuwagenpreis schon als reich bezeichnen kann? Item, pro Jahr werden übrigens alleine über 6 Millionen Mercedes Benz, BMW und Audi abgesetzt. Im Gegensatz zu einem Tesla lassen sich die jedoch in den wenigsten Fällen mit heimischen Parkplatzdachstrom betreiben. Ist doch gut, dass es auch noch eine etwas sauberere Alternative für 'Reiche' gibt.
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  • Kommentar von Tim Buesser (TimBue)
    Ankündigen, eine Firma von der Börse zu nehmen bedeutet, dass ein paar Lead-Aktionäre sehr viel Geld (mehr als Aktien aktuell bewertet sind) auf den Tisch vorgeben zu legen, um Masse der Publikums-Aktionäre auszuzahlen. Mit dieser Ankündigung suggeriert Musk, dass Aktie unterbewertet sei. Wozu dies jetzt, kurz nach Quartalszahlen, bei denen Verluste weit mehr gewachsen sind als Umsatz? Wohl um Aktienpreis hochzutreiben, entweder um selber auszusteigen, oder, Kreditgeber haben Ultimatum gestellt.
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Ihr erster Satz trifft es wohl am ehesten. (siehe Beispiel des Interesses von Saudis).
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