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Die Post - Haufenweise Päckli und trotzdem weniger Gewinn
Aus Rendez-vous vom 11.03.2021.
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«Gelber Riese» Auch Paketboom kompensiert Probleme der Post nicht

Die Postboten trugen letztes Jahr so viele Pakete wie noch nie zu den Kundinnen und Kunden. Ein tolles Jahr also für die Schweizerische Post – könnte man meinen. Doch Corona hat auch ihr zugesetzt.

23 Prozent mehr Pakete als im Vorjahr wurden 2020 verschickt. Die Post konnte deshalb letztes Jahr 800 neue Mitarbeitende im Logistik-Bereich anstellen. Das war allerdings der einzige positive Corona-Effekt für die Post.

Ansonsten hat die Pandemie das Verhalten der Kundinnen und Kunden zum Nachteil der Post geändert. Sie haben weniger Briefe verschickt, sind weniger Postauto gefahren und haben weniger am Postschalter einbezahlt.

Pakete kompensieren Briefpost nicht

Alle Geschäftssegmente ausser dem Paket-Bereich waren negativ von Corona betroffen. Ganze 139 Millionen Franken sind der Pandemie zuzuschreiben, das ist viel. Auch wenn es weniger ist, als ursprünglich befürchtet wurde. Unter dem Strich gab es letztes Jahr 77 Millionen Franken weniger Gewinn für den Postkonzern. Er sank auf 178 Millionen Franken.

Ein wichtiger Grund für den Gewinnrückgang: Die vielen verschickten Pakete konnten nicht kompensieren, dass wegen der Pandemie deutlich weniger Briefe verschickt wurden – vor allem Geschäftsbriefe und Werbesendungen.

Immerhin konnte die Post die Brief-Verteilzentren nutzen, um die Flut an Paketen zu bewältigen. Statt in Paketzentren wurden nämlich Kleinpakete zum Teil in Briefzentren verarbeitet. Weil sich das bewährt hat, hat Postchef Roberto Cirillo Anfang Jahr die Brief- und die Paketverarbeitung im selben Bereich zusammengefasst.

Schrumpfende Gewinne bei Postfinance

Nicht so gut lief es 2020 bei der Postfinance. Wegen der tiefen Zinsen verdient sie jedes Jahr weniger. 2020 waren es noch 161 Millionen Franken: Rund 33 Prozent weniger als im Vorjahr. Das ist ein Problem für den Post-Konzern, denn einst war die Postfinance der «Goldesel» der Post, trug am meisten zum Gewinn des ganzen Konzerns bei.

Noch heute zahlt die Postfinance dem Mutterkonzern Post eine Abgeltung. Damit die Kundinnen und Kunden am Postschalter ihre Zahlungen tätigen können und so die Grundversorgung im Zahlungsverkehr sichergestellt ist.

Derzeit wird diskutiert, ob die Postfinance privatisiert werden soll. Eine wichtige Frage für die Post ist deshalb, wie die Einzahlungen am Postschalter auch in Zukunft sichergestellt werden können. Die Privatisierung der Postfinance ist politisch umstritten. Letztlich, wird das Parlament darüber entscheiden.

So oder so: Alle Probleme der Post – etwa, dass immer weniger Briefe verschickt werden – löst auch eine Privatisierung nicht.

Denise Joder-Schmutz

Denise Joder-Schmutz

Wirtschaftsredaktorin, SRF

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Denise Joder-Schmutz ist seit 2013 bei der Wirtschaftsredaktion von Radio SRF. Davor hat sie mit einem Master in European Business an der Universität Freiburg abgeschlossen und bei verschiedenen Schweizer Unternehmen gearbeitet.

Rendez-vous, 11.03.2021, 12.30 Uhr

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Mike Steiner  (M. Steiner)
    Und trotzdem dürfen wir uns nun auf (noch) höhere Paketpreise freuen. Derweil der Postchef mit einer fetten Pension abgeht...
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Schneller ist nicht "Postchef" sondern Präsident des Verwaltungsrates. Die operative Führung des Konzerns liegen in anderen Händen, z.B. der CEO ist Cirillo.
    2. Antwort von Peter Zuber  (Hä nuuh)
      Höhere Preise gibt es für die Normalos weil DHL, UPS, GO und nun auch noch Planzer und wie sie alle noch heissen, Rosinen picken. Gleichzeitig werden die Kosten von den Firmenkunden auf die Einzelabnehmer übertragen.
      Auch Zalando macht das über höhere Produktpreise so.
      Wer hier bürgerlich wählt schneidet sich ins eigene Fleisch.
      Aber uns geht es ja sowieo noch viel zu gut.