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Schweizerische Nationalbank: Wirtschaft wird weiter unterstützt
Aus Rendez-vous vom 23.09.2021.
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Geldpolitische Lagebeurteilung SNB tastet Zinsen nicht an und behält Immobilienmarkt im Auge

  • Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tastet die Zinsen nicht an und führt damit ihre sehr expansive Geldpolitik fort.
  • Den heissgelaufenen Hypothekar- und Immobilienmarkt behalten die Währungshüter im Auge – unternehmen aber noch nichts.
  • Der Leitzins und der Zins auf Sichteinlagen bei der Notenbank bleiben damit bei -0.75 Prozent, wie diese im Rahmen der geldpolitischen Lagebeurteilung mitteilte.

Die SNB betonte ausserdem ihre Absicht, bei Bedarf weiterhin am Devisenmarkt zu intervenieren. Denn sie sieht den Franken als nach wie vor «hoch bewertet» an. Die SNB hatte 2020 für fast 110 Milliarden Franken Fremdwährungen gekauft. Der «Nullentscheid» kommt nicht überraschend – viele Volkswirte hatten im Vorfeld unveränderte Zinsen prognostiziert.

Immobilienmarkt im Blick

Einzig bei der Beurteilung des Immobilienmarktes hatte man zum Teil eine Verschärfung erwartet. Doch die SNB verzichtet darauf, den Bundesrat aufzufordern, den antizyklischen Kapitalpuffer wieder zu aktivieren. SNB-Chef Thomas Jordan und sein Team bleiben beim üblichen «Wording»: Man prüfe regelmässig, ob der Puffer reaktiviert werden müsse.

Legende: Thomas Jordan, der Chef der Schweizerischen Nationalbank, rechnet für das laufende Jahr mit einer deutlichen Erholung der Schweizer Wirtschaft. Keystone/Archiv

Ist der Kapitalpuffer aktiviert, sind die Banken verpflichtet, ihr Eigenkapital aufzustocken, wenn sich Fehlentwicklungen am Kreditmarkt aufbauen. Die SNB stellt indes erneut fest, dass die Hypothekarkredite und Wohnliegenschaftspreise in den letzten Quartalen stark angestiegen sind. Insgesamt habe die Verwundbarkeit des Markts weiter zugenommen.

Wirtschaft erholt sich

Für die Weltwirtschaft zeichnet die SNB ein relativ optimistisches Bild. Unter der Annahme, dass dank der Impffortschritte keine starken Eindämmungsmassnahmen mehr erforderlich sein werden, sollte sich die aktuell solide Wachstumsdynamik in den kommenden Quartalen fortsetzen. Das Szenario unterliege jedoch grosser Unsicherheit, mahnen die Währungshüter.

Sie rechnen auch mit einer deutlichen Erholung der Schweizer Wirtschaft. Sie erwarten für das laufende Jahr einen Anstieg des Bruttoinlandproduktes (BIP) um «rund 3 Prozent». Das BIP dürfte in der zweiten Jahreshälfte sein Vorkrisenniveau erreichen. Im Juni war die SNB noch von einem höheren Wachstum von «rund 3.5 Prozent» ausgegangen.

Inflation und Zinsen bleiben tief

Die Abwärtsrevision sei vor allem auf konsumnahe Branchen wie den Handel und das Gastgewerbe zurückzuführen. Dort sei die Entwicklung weniger dynamisch als erwartet ausgefallen. Die neue bedingte Inflationsprognose der SNB ist dafür eine Spur höher als zuletzt.

Für 2021 geht die SNB neu von einer Inflation von 0.5 Prozent aus (alt: 0.4). Für 2022 werden nun 0.7 Prozent (alt: +0.6 Prozent) vorhergesagt und für 2023 unverändert +0.6 Prozent. Die Hauptgründe dafür seien erneut die höheren Preise für Erdölprodukte und Waren, die von Lieferengpässen betroffen sind. Damit bleiben die Zinsen in der Schweiz und die Inflation im internationalen Vergleich weiterhin tief.

US-Notenbank-Chef Jerome Powell etwa, der sich am Vorabend geäussert hatte, sieht sich mit ganz anderen Zahlen konfrontiert: Zuletzt stieg die Inflation in den Vereinigten Staaten auf 5.3 Prozent. Auch in Deutschland ist die Teuerung im August auf 3.9 Prozent geklettert.

Rendez-vous, 23.09.2021, 12:30 Uhr;

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Müller  (PMR)
    Ich verstehe nicht, weshalb die SNB in den Kommentaren so stark kritisiert wird. Meiner Meinung nach leistet die SNB eine sehr gute Arbeit. Das lässt sich auch durch die Statistiken belegen. Die durchschnittliche Inflation steigt jedes Jahr sehr gering und gleichmässig an. Wäre unsere Volkswirtschaft nur von unseren bürgerlichen Politker abhängig würde die Situation sehr sehr düster ausschauen. Dann würde die Inflation bestimmt explodieren.
  • Kommentar von Christoph Stadler  (stachri)
    Unsere Nationalbank hat von A bis Z versagt. Fremddevisen im Wert von CHF 850'000'000'000.00 im Portfolio und der Kurs des CHF hat sich noch immer nicht abgeschwächt. Kein Wunder, alle Staatsbanken versuchen die eigene Währung zu schwächen...
    Die Negativzinsen verunmöglichen es unseren Pensionskassen ihr Geld gewinnbringender anzulegen, was zur Folge hat, dass der Umwandlungssatz und Verzinsung ständig nach unten korrigiert werden muss und unsere Renten sinken!
    Danke SNB!
    1. Antwort von Philipp M. Rittermann  (airmaster1)
      da haben sie recht. leider. ich war aber immer schon dafür, dass die riesigen gewinne der snb zu einem netten teil in die vorsorge der bürger fliessen. kohle ist nämlich massig da - zur rentensicherung - sie muss nur "richtig" verteilt werden.
    2. Antwort von Pascale von Planta  (Pascale)
      @Stadler: sind Sie vom Fach, Herr Stadler? Falls ja, machen Sie bitte nebst Ihrer Kritik an der SMB einen konstruktiven Vorschlag, wie sich die CH einerseits gegen die Frankenstärke und andererseits gegen die tiefen Zinsen weltweit verhalten soll. Bitte keine isolierte Schweiz-Betrachtung, denn die CH ist Teil eines Ganzen.
      Bin gespannt, ob Sie antworten.
    3. Antwort von Christoph Stadler  (stachri)
      @von Planta: Eine Antwort eines Teils Ihrer Frage hat Herr Rittermann bereits beantwortet.
      Man muss sicher nicht den Mittelstand verarmen lassen, nur um die Exportwitschaft zu unterstützen. Die CH IMPORTIERT übrigens beinahe ebenso viel wie sie exportiert...
      Eben, genau weil die Schweiz ein Teil des ganzen ist, muss die winzige SNB nicht meinen, mit ihren lächerlichen Devisenkäufen die ganze Weltwirtschaft beeinflussen zu können. Der Markt hat und wird auch zukünftig sich selbst regulieren.