Gewerkschaften freuen sich über Negativzinsen

Die Gewerkschaften sind froh über die Einführung von Negativzinsen. Der starke Franken habe in letzter Zeit bereits zu einem Arbeitsplatzabbau geführt, sagen sie. Die Politik der SNB würde die Vergabe von Krediten ankurbeln.

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Bildlegende: Das Handeln der Schweizerischen Nationalbank stösst bei den Gewerkschaften auf Wohlwollen. Keystone/archiv

Die Gewerkschaften begrüssen die Ankündigung der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Negativzinsen einzuführen. Diese seien ein Mittel, um den Druck auf die Arbeitsplätze in der Exportwirtschaft zu entschärfen. Das schreibt der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) in einer Mitteilung.

Der Franken sei nach wie vor stark überbewertet und Teile der Industrie hätten in letzter Zeit Tausende von Arbeitsplätzen abgebaut, hiess es weiter. Zudem hätten in den vergangenen Wochen verschiedene Firmen weitere Auslagerungen von Teilen der Produktion angekündigt.

Unternehmen sollen Chance packen

Der SGB hält die monetären Rahmenbedingungen für die Schweiz trotz Negativzinsen weiterhin für restriktiv. Die Arbeitnehmerorganisationen erwarten daher von der Nationalbank, dass sie auch in Zukunft alles unternehme, um den Druck von den Arbeitsplätzen und den Löhnen in der Exportwirtschaft zu nehmen.

Auch der Verband Angestellte Schweiz glaubt, dass der Schritt der SNB dazu beiträgt, Industriearbeitsplätze in der Schweiz zu sichern. Negativzinsen der SNB würden zudem die Vergabe von Krediten ankurbeln und diese günstig machen.

In einer Stellungnahme fordert der nicht zum Gewerkschaftsbund zählende Angestelltenverband daher die Unternehmen auf, die Chance zu packen, in Projekte zu investieren und so neue Arbeitsplätze zu schaffen.