HSBC-Chef bunkerte Bonus-Zahlungen auf Schweizer Geheimkonto

Während die Genfer Justiz gegen die britische Bank HSBC wegen Geldwäscherei ermittelt, werden nun auch Vorwürfe gegen deren Chef erhoben. HSBC-Direktor Stuart Gulliver betreibt in der Schweiz ein Geheimkonto, auf das er seine Bonus-Zahlungen transferierte.

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Bildlegende: Der HSBC-Chef Stuart Gulliver steht unter Beschuss. Er versteckte offenbar Gelder auf einem Schweizer Konto. Reuters

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Weniger Gewinn

Die britische Grossbank hat 2014 wegen einer Reihe von Strafzahlungen sowie steigenden Kosten und einem flauen operativen Geschäft 15 Prozent weniger verdient: 13,7 Milliarden US-Dollar. An der Londoner Börse fielen HSBC-Aktien um knapp 6 Prozent.

Die britische Zeitung «The Guardian» beschuldigt den Chef der britischen Bank HSBC, Stuart Gulliver, seit 1998 in der Schweiz ein Geheimkonto unterhalten zu haben. Die Zeitung beruft sich dabei auf Daten, die der ehemalige HSBC-Angestellte Hervé Falciani entwendet hatte.

Demnach soll Gulliver seine jährlichen Bonus-Zahlungen über das Schweizer HSBC-Konto einer Firma in Panama erhalten haben. Damit habe er die Höhe seiner Vergütungen vor Firmenkollegen geheim halten wollen.

7,6 Millionen Dollar auf dem Konto

Das Konto sei aus Gründen der Vertraulichkeit im Namen einer Firma aus Panama eröffnet worden, als Gulliver in Hongkong lebte und arbeitete, bestätigte eine HSBC-Sprecherin. Bei den britischen Steuerbehörden sei alles korrekt deklariert worden, hiess es weiter. Gulliver habe von keinerlei Steuervorteilen profitiert.

Wieviel Geld der Generaldirektor auf dem Konto hat, sagte die Sprecherin nicht. Laut «The Guardian» soll Gulliver im Jahr 2007 auf dem Schweizer Bankkonto 7,6 Millionen Dollar gehabt haben. Im Artikel wird allerdings nirgends suggeriert, dass Gulliver illegal gehandelt hat.

Top-Banker Europas

Stuart ist einer der am besten bezahlten Banker Europas. Allein im Jahr 2012 soll er fast 13 Millionen US-Dollar verdient haben.

HSBC wird am heutigen Montag ihr Jahresergebnis präsentieren. Die Bank ist derzeit wegen der Praktiken ihrer Schweizer Filiale in den Schlagzeilen. Diese soll Kunden bis 2007 geholfen haben, Milliarden Dollar vor den Steuerbehörden zu verstecken.