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Index der Konsumentenpreise Viele Preise sind wegen Corona überraschend gesunken

  • Der Landesindex der Konsumentenpreise (CPI) sank im Dezember 2020 um 0.1 auf 100.9 Punkte.
  • Innerhalb eines Jahres sank das Preisniveau damit um 0.8 Prozent.
  • Im Vormonat November lag die Teuerung bei -0.7 Prozent.
  • Ökonomen glauben, dass damit der Tiefpunkt erreicht sei und prognostizieren für 2021 eine zunehmende Inflation.
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Corona-Pandemie verschärft die Versorgungslage
Aus ECO vom 06.04.2020.
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Im Dezember sind die Konsumentenpreise gegenüber dem Vormonat überraschenderweise leicht gesunken, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilte. Ökonomen hatten die Inflation im Dezember etwas höher erwartet. Sie waren von einer stabilen oder leicht höheren Preisentwicklung im Dezember gegenüber dem Vormonat ausgegangen.

Weniger für Medikamente – mehr fürs Heizen

Der Rückgang im Vergleich zum Vormonat sei auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, teilte das BFS weiter mit. Unter anderem seien Pauschalreisen ins Ausland billiger geworden. Auch die Preise für Medikamente seien gesunken, ebenso jene für Fruchtgemüse. Die Preise für Heizöl und den Luftverkehr sind hingegen laut den Angaben gestiegen.

Durchschnittliche Teuerung bei -0.7 Prozent

Nach dem Jahreswechsel berechnet das Statistikamt jeweils auch die Daten zur durchschnittlichen Jahresteuerung. Dabei ist das Leben in der Schweiz im 2020 günstiger geworden. Der Durchschnittswert der zwölf Monatsindizes im vergangenen Jahr nahm gegenüber 2019 um 0.7 Prozent ab. Im Jahr 2019 hatte die durchschnittliche Jahresteuerung bei +0.4 Prozent und 2018 bei +0.9 Prozent gelegen. Das letzte Mal war sie im Jahr 2016 negativ.

Gespürt haben dies Herr und Frau Schweizer primär an der Tankstelle sowie beim Kauf von Heizöl. Ein Hauptgrund für das rückläufige Preisniveau seien tiefere Preise für Erdölprodukte gewesen, so das BFS. Zudem hätten sich in der Statistik tiefere Preise für Pauschalreisen und im Luftverkehr niedergeschlagen. Auf der anderen Seite seien die Preise für Wohnungsmieten und für Automobile gestiegen.

Eine Rolle spielte bekanntlich auch der Schweizer Franken, der mit seiner zeitweisen Stärke im Jahresverlauf die Inflation dämpfte. Dies trug – neben dem Erdöleffekt – dazu bei, dass sich hauptsächlich Importgüter verbilligten (-2.9 Prozent), während sich die Preise für einheimische Ware insgesamt kaum veränderten. Ökonomen gehen davon aus, dass sich die Geschichte 2021 nicht wiederholen wird.

Experten prognostizieren für 2021 positive Inflation

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Man sehe den Tiefpunkt der Jahresrate nun erreicht, heisst es in einem Kommentar von Raiffeisen. Das Institut erwartet für 2021 eine durchschnittliche Jahresteuerung von +0.2 Prozent. Andere befragte Experten schätzen Werte von ebenfalls +0.2 bis +0.5 Prozent.

Konkret wird unisono erwartet, dass die monatlich berechnete Inflation im Frühling ins positive Terrain vorstossen wird. Im letzten Jahr hatte die Inflation einzig im Januar leicht angezogen. Danach waren zeitweise Monatswerte von bis zu -1.3 Prozent erreicht worden.

Weniger eine Preisdynamik als vielmehr die auslaufenden Ölpreis-Effekte aus dem Vorjahr sind der Hauptgrund für die anziehende Inflation im Jahresverlauf 2021, meint CS-Ökonom Maxime Botteron. Zudem rechne man mit einem leicht schwächeren Schweizer Franken, was die Deflationstendenzen der Auslandprodukte dämpfen dürfte, ergänzt David Marmet von der ZKB.

Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), anhand dessen die hiesige Teuerung mit jener in den europäischen Ländern verglichen werden kann, stieg gegenüber dem Vormonat um 0.1 Prozent. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat entspricht dies einer Veränderungsrate von -1.0 Prozent.

Revision des Landesindexes der Konsumentenpreise

Im Zusammenhang mit Covid-19 teilte das BFS ausserdem mit, dass im Berichtsmonat fast alle Preise nach Erhebungsplan erhoben werden konnten. Ausnahme waren Flug- und Pauschalreisen ins Ausland sowie einige Preise von Restaurants.

Der Landesindex der Konsumentenpreise wurde zudem für den Dezember 2020 zum letzten Mal auf der Basis Dezember 2015 = 100 berechnet. Ab Januar 2021 wird er auf der neuen Basis Dezember 2020 = 100 berechnet und publiziert. Im Internet werden die Indizes weiterhin auf den bisherigen Basen publiziert.

SRF 4 News, 5.1.21, 10:00 Uhr;

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39 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Dabei ist das Leben in der Schweiz im 2020 günstiger geworden. Von sinkenden Preisen haben wir nichts bemerkt. Die Nahrungsmittel die wir immer einkaufen kosten nicht weniger, ausser es sind Aktionen. Kaufen wir beim flaschen Detaillisten ein? Bei anderen Konsumgüter machten wir 2020 wenig Gebrauch, also können wir das nicht beurteilen. Am meisten trifft es die Menschen mit den Mieten und KK-Prämien. Diese beiden Posten fressen viel Geld weg.
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  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Die Jammernden und Nörgelnden übersehen wie die Neider, dass sie im Schlaraffenland leben!
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  • Kommentar von Angela Nussbaumer  (Angela N.)
    Nur die Wohnkosten bleiben weiterhin exorbitant und werden für Schweizer mit kleinen Einkommen immer weniger bezahlbar. In steuergünstigen Kantonen frisst die Miete ein Vielfaches davon auf, was an Steuern "gespart" werden kann. Und wem haben wir das zu verdanken?
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    1. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      Ziehen Sie in den Kanton Bern, dann können Sie in Langenthal oder Herzogenbuchsee sehr günstig wohnen und dafür viel Steuern bezahlen. Sie scheinen zu vergessen, dass in der Schweiz Niederlassungsfreiheit herrscht und sie an vielen Orten eine 4.5 Zimmerwohnung zu weit weniger als einem Drittel ihres Einkommens finanzieren können! Oder Sie kaufen sie gleich selber! Übrigens haben Sie übersehen, dass die Wohnkosten auch um 0.5% gefallen sind - im Dezember!
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    2. Antwort von crista ulli  (Crista)
      Ja bitte, wem? Würde mich jetzt schon interessieren.
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