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Innovationsland Schweiz? Die Innovations-Schere wird grösser

In Sachen Innovation ist die Schweizer Wirtschaft top. Eine neue Studie zeichnet nun aber ein differenzierteres Bild. Vor allem kleinere Firmen bekunden in einigen Branchen Mühe, innovativ zu bleiben.

Legende: Audio Innovation: Die Schweiz ist nicht nur top abspielen. Laufzeit 01:30 Minuten.
01:30 min, aus HeuteMorgen vom 22.08.2018.

Die Autoren der Studie der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften sprechen von einem beunruhigenden Befund: Viele kleine und mittlere Unternehmen haben ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung im Zeitraum von 1997 bis 2014 reduziert – vor allem KMU in der Maschinen-, Metall- und Uhrenindustrie sowie im Chemie- und im Textilbereich.

Professor Peter Seitz, der die Studie mitverfasst hat, spricht von einer Schere, die sich bei der Forschung aufgetan habe: «Es gibt Firmen, die anscheinend aufgegeben haben – und andere, die beim internationalen Wettbewerb mitmachen und da so richtig durchstarten.»

Durchstarten – das tun vor allem die Grossunternehmen, etwa im Bereich Pharma, Chemie und Nahrungsmittel. Sie sorgen dafür, dass die Schweizer Wirtschaft als Ganzes gesehen nach wie vor sehr innovativ ist.

Angespannte Situation bei den KMU

Bei den Kleinen dagegen ist die Situation angespannt und hat sich seit dem Frankenschock im Januar 2015 nochmals verschärft, wie Roland Goethe, Präsident des KMU-Verbands Swissmechanic, erklärt: «Innovation muss bezahlt werden. Unsere KMU haben zurzeit das Geld einfach nicht, um Entwicklung und Forschung zu betreiben.»

Unsere KMU haben zurzeit das Geld einfach nicht, um Entwicklung und Forschung zu betreiben.
Autor: Roland GoethePräsident Swissmechanic

Der Verband bringt deshalb eine alte Forderung wieder aufs Tapet. Der Bund soll ein Industrieförderprogramm starten, so wie dies die Mehrheit der führenden Industrieländer bereits kennt. Ansonsten drohten die kleinen Unternehmen in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie den Anschluss in Sachen Innovation zu verlieren.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Als KMUler sage ich dazu nur eines, warum müssen Kleine Firmen den oft mickrigen Gewinn versteuern ? Mit einer einfachen Steuermassnahme -dass Gewinne bis zu 500 000 Franken steuerfrei sind, die aber in der Firma als Reserven verbleiben müssen, um Innovationen und Auftrags- Dellen selbst tragend zu meistern, kann die Innovationskraft wesentlich verbessert werden.
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    1. Antwort von Roger Stahn (jazz)
      Kleine Firmen müssen den oft mickrigen Gewinn zu einem horrenden Steuersatz versteuern und können deswegen kein finanzielles Polster für künftige Innovationen aufbauen, weil die Erbauer unseres Steuergesetzes a priori davon ausgegangen sind, dass alle Unternehmer (ob Klein oder Gross) generell alles Schlitzohren sein sollen. Ihren Vorschlag unterstütze ich als KMUler ebenso und sollte schon Morgen umgesetzt werden, die Zeit ist schon lange reif dafür.
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  • Kommentar von M Z (Schildbürger)
    Unterdurchschnittliche Industrieförderung? Unterdurchschnittliche Elternzeit, horrende Gesundheitskosten und kaum mehr Geld für Bildung und Sozialwesen. Es scheint meines Erachten schon so, dass unsere Finanzpolitik zu viel vom Falschen grosszügig fördert...
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  • Kommentar von Hermann Dettwiler (Alapeller)
    Fördergelder sind auf digitale Entwicklungen und künstliche Intelligenz fokussiert. Die industrielle Inkompetenz der Geldindustrie sieht nur Gewinne der IT- Branche als ihr Massstab. Punkto Gewinnerwartungen fällt die ganze Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie durch. – Aber allein die Realwirtschaft schafft substanzielle Werte. Nach den virtuellen Illusions- Feuerwerken wird auch hier die Finsternis der Realität folgen.
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