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Richtungsweisendes Geschäft Iran unterzeichnet milliardenschweren Gas-Vertrag mit Total

Der französische Konzern hat als erstes westliches Energieunternehmen seit Ende der Sanktionen einen Milliardendeal mit dem Iran abgeschlossen.

Legende: Audio Der Öl-Riese Total hat in den letzten Jahren schwere Zeiten durchgemacht abspielen. Laufzeit 3:11 Minuten.
3:11 min, aus Echo der Zeit vom 03.07.2017.
  • Der Iran hat einen Erdgasdeal in Milliardenhöhe mit dem französischen Total-Konzern vereinbart.
  • Am Montag wurde in Teheran der Vertrag zwischen dem iranischen Ölministerium, Iran Petro-Pars, Total und dessen chinesischem Projektpartner CNPC unterschrieben.
  • Mit dem 4,8 Milliarden Dollar schweren Geschäft will der Iran sein riesiges Erdgasfeld South Pars am Persischen Golf weiterentwickeln.

Nach dem Atomabkommen von 2015 und der Aufhebung der Sanktionen 2016 ist es das erste grössere Energieabkommen Irans mit einem westlichen Konzern. Damit kehrt auch Total nach langer Abwesenheit in den iranischen Energiemarkt zurück. Neben dem Abkommen mit Total unterzeichnete der Iran bereits im vergangenen Jahr einen Mega-Deal mit den Flugzeugherstellern Airbus und Boeing.

Die Aufhebung der Sanktionen im Januar 2016 sollte eigentlich dem Iran den Zugang zu westlichen Märkten ermöglichen. Doch so glatt wie Präsident Hassan Ruhani sich das vorgestellt hatte, lief es seitdem aber nicht. Besonders aus Angst vor US-Strafmassnahmen wegen Sanktionen ausserhalb des Atomabkommens schrecken europäische Grossbanken davor zurück, Iran-Geschäfte zu finanzieren.

Hoffen auf weitere Geschäfte

Laut Ölminister Bidschan Namdar Sanganeh gibt es aber beim Deal mit Total keinerlei Hindernisse. «Alle notwendigen Genehmigungen wurden eingeholt», sagte der Minister. Er hofft, dass nach dem Total-Deal weitere Grossprojekte mit anderen Ländern folgen. «Wir würden das begrüssen, auch mit den USA, aber die wollen ja selber nicht», sagte Sanganeh.

Trotz klarem Wahlsieg im Mai dieses Jahres steht Rohani zuhause weiterhin unter Druck. Die wirtschaftliche Lage des ölreichen Gottesstaates hat sich zwar nach dem Atomdeal verbessert, beendet ist die Krise aber längst noch nicht.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Eine verstärkte wirtschaftliche Verflechtung reduziert die Kriegsgefahr zwischen den Vertragspartnern, schafft aber auch neue Abhängigkeiten und schürt zuerst einmal Neid. Das wiederum ist in der momentanen geopolitischen Situation ein nicht zu vernachlässigender Risikofaktor; die bisherigen Handelspartner von F könnten sich herausgefordert sehen und sich noch verstärkt gegen den Iran stellen. Wir müssen die Reaktion von KSA abwarten, das sich im Moment auch keine Schwäche erlauben will/kann.
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  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    Ich sehe diesen Deal als positiv. Immerhin werden neu neben Russland auch Frankreich und China keine Freude haben, wenn ihr Geschäftspartner Iran von aussen destabilisiert wird...Es ist ja durchaus auch eine Möglichkeit, für Energieträger etwas zu bezahlen, statt das Land zuerst flachzubomben und anschliessend die Rohstoffe ohne Entschädigung auszubeuten...
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Gas aus Nahost oder Asien/RU ist eben direkte Konkurrenz zum US-(Fracking)-Gas, dass bei der Förderung eher aufwendiger und teurer ist. In Europa sind Verladestationen für US-Gastanker (komprimiertes Gas) geplant. Der Iran hat diesmal mit dem chinesischen Partner eine mächtige Unterstützung, die man nicht so leicht übergehen kann.
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