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Airbus mit grösster Schrumpfkur seiner Geschichte
Aus HeuteMorgen vom 01.07.2020.
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Jobabbau bei Airbus Frankreich schockiert – Deutschland nicht

Airbus streicht 15'000 Stellen. Unsere Korrespondentinnen haben die Reaktionen in den betroffenen Ländern aufgefangen.

Über 5000 Stellen sollen in Deutschland wegfallen, doch der Schock bleibt aus.
Autor: Bettina RamseierSRF-Korrespondentin, Berlin

Bettina Ramseier, Deutschland: Über 5000 Stellen sollen in Deutschland wegfallen, doch der Schock bleibt aus. Nach den Erfahrungen mit der Lufthansa dürfte jedem klar sein: Die Luftfahrtbranche ist durch Corona nicht mehr das, was sie war. Lokal vermitteln die betroffenen Bundesländer zwar zwischen Airbus und den Gewerkschaften, um flexible Lösungen mit Kurzarbeitsgeld und Frühpensionierungen zu finden. Doch eine Stellen-Reduktion gilt als unvermeidbar.

Die Ankündigung von Airbus hat in Frankreich für eine Schockwelle gesorgt.
Autor: Simone HoffmannJournalistin SRF, Paris

Simone Hoffmann, Frankreich: Die Ankündigung, 5000 Stellen in Frankreich abzubauen, hat in Frankreich für eine Schockwelle gesorgt. Der Plan wird sowohl von Gewerkschaften als auch der Regierung als «überzogen» bezeichnet. Durch staatliche Hilfen will der Staatssekretär für Transport, Jean-Baptiste Djebarri, insgesamt 2000 Arbeitsplätze retten. Doch eines ist klar: die Airbus-Krise bringt einen Schneeball ins Rollen. Denn sie betrifft auch direkt die Airbus-Zulieferer – das sind in der Toulouser Region um die 100'000 Arbeitsplätze und 800 Unternehmen. Ganze 40 Prozent der industriellen Arbeitsplätze der Region hängen mit dem Flugzeugbau zusammen. Ich habe heute mit Yann Cochennet vom Magazin Air&Cosmos gesprochen. Er wiegelte ab: der Stellenabbau solle nicht direkt in Entlassungen münden, sondern soweit möglich durch Teilzeitarbeit, vorzeitige Rente oder Weiterbildungen abgemildert werden. Und mit zukünftigen staatlichen Hilfen an Airbus wird seiner Meinung nach eine Totalkatastrophe für den Flugzeugbauer, und somit die französische Industrie, verhindert werden, um durchzuhalten bis zum erneuten Aufschwung in 1 bis 2 Jahren.

Das sind düstere Aussichten für Grossbritannien. Arbeitslosigkeit wie zuletzt in den 80er-Jahren wird befürchtet.
Autor: Henriette EngbersenSRF-Korrespondentin, London

Henriette Engbersen, Grossbritannien: In Grossbritannien sollen 1700 Stellen gestrichen werden (Quelle BBC, Guardian, Financial Times). Insgesamt hat Airbus rund 14'000 Mitarbeiter in Grossbritannien. Die Stellenstreichung in Grossbritannien ist im Vergleich zu Deutschland oder Frankreich geringer. Doch die Entlassungen reihen sich in ähnliche Hiobsbotschaften von Easyjet, UpperCrush und andere ein. Innerhalb einer Woche wurden insgesamt 10'000 Stellenstreichungen verkündet. Das sind düstere Aussichten – Arbeitslosigkeit wie zuletzt in den 1980er Jahren wird befürchtet.

Heute Morgen, 01.07.2020; 6 Uhr;

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    Wir sollten Frankreich, unser schönes Nachbarland, unterstützen und die französische Rafale kaufen. Das würde der Freundschaft einen Schub verleihen.
    1. Antwort von Frank Henchler  (Die Wahrheit ist oft unbequem)
      Was hat die Rafale mit Airbus zu tun? Ein leider wie so oft völlig zusammenhangloser Kommentar.
    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Thomas Leu: Vermutlich präferieren die Ablehner einen der beiden amerikanischen Flugzeugtypen. Schade! Frankreich ist unser Nachbarland und steckt finanziell in der Klemme. Da könnte eine Bestellung aus der Schweiz mehr helfen als schöne Worte und hinterher über die französischen Grenzgänger und Kriminaltouristen zu jammern.
    3. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Frank Henchler: Da die Schweizer Armee im kalten Krieg die Mirage III flog, wissen die Schweizer, dass diese Flugzeuge von Dassault und nicht von Airbus stammen. Da Dassault eine rein französische Firma ist, hilft eine Bestellung der Rafale der französischen Wirtschaft mehr als eine Bestellung des Eurofighters. Frankreichs Wirtschaft ist angeschlagener als die Deutsche. Da die Rafale, im Gegensatz zum Eurofighter, kampferprobt ist, wäre es besser, den Auftrag nach Frankreich zu vergeben.
    4. Antwort von Frank Henchler  (Die Wahrheit ist oft unbequem)
      Dann rufen sie demnächst auch dazu auf, deutsche Produkte zu kaufen, denn das hilft der deutschen Automobilindustrie. Was ein Unsinn hoch 10, sorry
    5. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Frank Henchler: Wie gesagt: Die Deutschen brauchen keinen Aufruf. Deren Autos werden bereits genug gekauft in der Schweiz. Die deutsche Regierung sollte aber schauen, dass korrekte Angaben über die Treibhausgasemissionen der deutschen Autos gemacht werden.
    6. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      Ja, vielleicht ein bisschen. Aber ich vermute, bei einer allfälligen schweizer Bestellung, könnten die Flugzeuge von Frankreich mit den Volumen eines halbleeren Flugzeugträgers angeliefert werden.
      OK es geht ja um ein Zeichen.
    7. Antwort von Georg Spengler  (Streamline500)
      Herr Henchler
      Vielleicht wollen wir mal was kaufen ohne das man betrogen wird
      und mehr als aussen fix und innen nix.