John Ternus, 50 Jahre alt, seit 25 Jahren bei Apple und derzeit Chef der Hardware-Sparte. Insider hatten schon länger auf ihn als Nachfolger von Tim Cook spekuliert. Ternus ist seit 2021 für neue Apple-Geräte verantwortlich.
Auch das iPhone als wichtigstes Apple-Produkt wurde unter seiner Ägide weiterentwickelt. Das iPhone ist derzeit für gut 60 Prozent des Umsatzes des Konzerns verantwortlich.
Bisher ist John Ternus Apple-Fans vor allem aus Produktvorstellungen bekannt: So lancierte er etwa die neuen Apple-Silicon-Chips, mit denen sich Apple von Drittherstellern wie Intel unabhängig gemacht hat. Aber auch bei den Apple Airpods oder bei der mässig erfolgreichen VR-Brille Vision Pro spielte er eine tragende Rolle.
Versessen auf die Details
Ternus stieg 2001 bei Apple ein, es war erst sein zweiter Job nach dem Studium. Wie Ternus arbeitet, beschrieb er 2024 bei einer Veranstaltung der University of Pennsylvania gleich selbst: «Mein erstes Produkt, bei dem ich mitarbeitete, war das Apple Cinema Display», sagte er in der Rede vor Studierenden. «Das Display war aus Plastik, und die Schrauben hinten an der Abdeckung schimmerten in den Regenbogenfarben.»
Der Hersteller aber lieferte nicht die von Ternus und seinem Team erwartete Gewindegrösse – ein Problem, das Ternus mit Verhandlungen bis tief in die Nacht zu lösen vermochte. Sein Fazit: «Es kommt aufs kleinste Detail an, damit das Produkt genau unseren Vorstellungen entspricht.»
Rückstand bei KI
Der Wechsel an der Spitze des zeitweilig wertvollsten Konzerns der Welt kommt in einem entscheidenden Moment: Der Kassenschlager iPhone begründete jahrelang den Erfolg des Konzerns.
Bei der die kommenden Jahre prägenden Technologie der Künstlichen Intelligenz hat Apple bisher aber wenig zu bieten: Ihre «Apple Intelligence» genannten Funktionen vermochten gegenüber der Konkurrenz von OpenAI oder Google noch nicht zu überzeugen. Die vor Jahren lancierte Sprachassistentin Siri erfüllt die Erwartungen auch mit neuen KI-Funktionen kaum. Eine Herausforderung, die Ternus prioritär angehen dürfte.
Tim Cook auf Tuchfühlung mit Trump
«Bei Apple sind wir ziemlich gut im Herstellen von Produkten, die unsere Kunden lieben», sagte John Ternus 2024 vor den Penn-Studierenden: «Aber wir sind auch gut darin, mit unseren Werten zu führen, bei allem, was wir tun», fuhr er fort und sprach konkret von Apples Engagement für den Umweltschutz und dem Ziel, die Produktionskette CO₂-neutral zu machen. Töne, die in der neuen Trump-Regierung nicht gerne gehört werden.
Wie und ob der neue Apple-Chef überhaupt das Minenfeld Washington bearbeiten will, ist offen: Tim Cook ging mit der Regierung Trump auf Schmusekurs. Er spendete Donald Trump persönlich eine Million Dollar für dessen Amtseinführung und erwirkte erfolgreich Zollausnahmen für die Einfuhr des iPhones.
Tim Cook habe ihn angerufen, um ihm den «Hintern zu küssen», wie es Donald Trump in einer Nachricht in den sozialen Medien formuliert. Ansonsten lobte Trump Cook, den er einmal Tim Apple nannte, als unglaublichen Typen und erfolgreichen Konzernlenker.
Cook wird nun Verwaltungsratspräsident von Apple und soll so weiterhin für die Aussenbeziehungen des Konzerns und somit zur Regierung Trump zuständig sein. John Ternus übernimmt im September.