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«Kassensturz»-Stichprobe Viele Banken beraten schlecht bei Silbermünz

Legende: Video Mit Silbermünz am Bankschalter: Viele Banken beraten schlecht abspielen. Laufzeit 07:54 Minuten.
Aus Kassensturz vom 18.09.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Viele alte Münzen sind aus Silber. Ihr Wert ist wegen des Edelmetalls höher als die Zahl, die auf der Münze steht.
  • Doch wer mit Silbergeld auf die Bank geht, ist damit oft schlecht beraten. Eine Stichprobe von «Kassensturz» zeigt: Viele Banken tauschen das Münz einfach Eins-zu-Eins um. Dabei entgeht Kunden viel Geld.
  • Nur vier von acht Banken haben die Kunden vorbildlich zum Münzhändler geschickt.
  • Die wenigsten Banken kennen eigentliche Weisungen für ihre Mitarbeiter. Immerhin geloben alle Besserung.

Redaktoren von «Kassensturz», «Espresso» und der Online-Redaktion sind mit abgezählten Münzsäcklein zu sieben Banken und der Post gegangen und haben getestet. Ihr Auftrag: Zu schauen, wie konsumentenfreundlich die Bankmitarbeiter beraten.

Immerhin: Das Silbergeld haben alle Bankmitarbeiter sofort erkannt. (siehe Box «So erkenne ich Silbermünz») Aber: Drei Banken und die Post haben das Geld angenommen und entweder dem Konto gutgeschrieben oder direkt ausbezahlt – zum Nominalwert. Nur vier von acht Banken haben die Kunden vorbildlich zum Münzhändler geschickt.

Unterschiedlicher Zustand – unterschiedlicher Wert

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Legende:Zwei Exemplare eines Halbfranken-Stückes von 1875Ein stark gebrauchtes Stück, Wert: 20 Fr. Und ein gut erhaltenes und seltenes Stück. Es wird mit 800 Fr. gehandelt.Münzen Huber

30 bis 40 Prozent mehr Wert

Jedes Säcklein hatte einen Wert von 125 Franken. «Man bekäme dafür in meinem Laden momentan rund 170 Franken ausbezahlt», sagt Münzhändler Huber. Immerhin: ein Zuschlag von 30 bis 40 Prozent, je nach Händler. Der Preis ist abhängig vom aktuellen Silberpreis. Und der schwankt täglich.

Silber im Portemonnaie: Bis 1967 war das Alltag. Unser Füfzgi, die Ein- und Zweifränkler und die Fünfliber waren aus Silber – und wurden deshalb regelrecht gehortet. Der Silberwert der Münzen überstieg den aufgedruckten, nominalen Wert bei weitem.

Es ist noch viel Geld in Silberform da.
Autor: Patrick HuberMünzhändler

Noch heute schlummern Millionen solcher Silbermünzen irgendwo in Schweizer Haushalten. «Es hat noch sehr viel Geld in Silberform», sagt Patrick Huber. Er ist Münzenhändler in Aarau. Pro Woche kauft er 20 bis 30 Kilogramm Silbermünz von seinen Kunden an.

Solche Silbermünzen haben durchaus ihren Wert. Selbst wenn es nicht eine Rarität ist, die schnell mal hunderte, gar tausende von Franken kosten kann. Ein Silber-Zweifränkler zum Beispiel bringt aktuell immerhin rund 2.80 Franken beim Münzhändler.

So erkennen Sie Silbermünz

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  • Schweizer Silbergeld gibt es nur als Fünfzig-Rappenstück, als Einfränkler, als Zweifränkler und als Fünfliber.
  • Der Jahrgang ist entscheidend: Silbergeld hat Jahrgang 1967 und älter. Ausnahme sind die Fünfliber mit Jahrgang 1969, diese waren ebenfalls aus Silber.
  • Das Gewicht ist höher: Silbergeld ist schwerer. Allerdings ist das ohne genaue Waage fast nicht feststellbar.
  • Die Farbe ist anders: Silbergeld hat oft einen silbrig-weisslich-gelben Farbton.
  • Der Klang: Das auffälligste Merkmal von Silbergeld ist sicherlich der Klang, wenn die Münzen aneinanderschlagen oder auf den Tisch fallen. Das klingt viel heller als Bargeld, das wir uns heutzutage gewohnt sind.

Weitere Tipps:

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  • Informieren Sie Sich bei einem Münzhändler / Numismatiker oder mittels einem Münzenkatalog mit Werttabelle (Z.B. Schweizer Münzen und Banknotenkatalog 2018 oder Numispost, Schweizer Magazin für Münzen)
  • Zeigen Sie Ihre Münzen ohne diese zu Reinigen. Eine unsachgemässe Reinigung kann den Wert der Münzen erheblich mindern.

Es kommt auf den Bankangestellten an

Gewisse Banken bringen Kunden also um ihren Gewinn. Die Stichprobe zeigt: Es kommt sehr darauf ankommt, wer hinter dem Bankschalter steht. Münzhändler Patrick Huber findet, dass Bankangestellte Kundinnen und Kunden unbedingt auf den höheren Wert der Silbermünzen hinweisen sollten. Ein Münzhändler könne das Silbergeld dann genauer anschauen: «Einerseits schaut er auf den Mehrwert durch Silber. Und andererseits ob es ein seltenes Einzelstück unter den Münzen hat.» Solche sind unter Umständen noch viel mehr wert.

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Legende:Ein Prachtstück für Sammler:Der Fünfliber aus dem Jahr 1928 ist besonders wertvoll. Rund 22'000 Franken! Denn Vor- und Rückseite sind verdreht geprägt.SRF

Die Banken nehmen die Resultate zum Anlass, um ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch besser zu schulen. Eigentliche Weisungen kennen die wenigsten. Ausser die Post, die in ihren Handbüchern einen Punkt zum Thema Sammlerwert hat. Immerhin: alle geloben Besserung.

Augen auf beim Münzgebrauch

Wenn die Parkuhr oder der Münzautomat das nächste Mal Ihr Geld zum x-ten Mal nicht schlucken will: Schauen Sie sich die Münze also genau an. Vielleicht liegt da ja ein kleines Vermögen in Ihren Händen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst U. Haensler (ErnstU)
    Oswald Grübel, ex-UBS u ex-CS, sagte Dienstagabend im SRF Club im Zusammenhang mit der letzten globalen Finanz-u Wirtschaftskrise, es waren ein paar schwarze Schafe ...... Kundenberater und so.....Das Top-Management war u ist fehlerlos.
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  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Es ist einfach unglaublich: Sie drehen ihre Spiesse wie sie wollen, unsere Banken. Und reden sich immer fein raus.Und dann nehmen sie das Silbergeld und vekaufen es. Banker gehören zur schlimmsten Gilde, nicht die Menschen im einzelnen aber dieses ganze kapitalistische Nest.
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    1. Antwort von E Hitz (Habo)
      Es sind nicht "die Banken", sondern Mitarbeiter am Bankschalter die solche Münzen trotz Fachwissen unter Preis annehmen. Abklärungen ob solche bankinterne Vorgaben existieren wäre Aufgabe der Bankaufsicht.
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    2. Antwort von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
      Klar sind es Mitarbeiter. Letztlich aber die Bnken, das ganze Bankensystem das jede Moral und Anstand verloren hat und dieses Verhalten, und andere Verhaltensnormen, begünstigen und ermöglichen.Es fehlt an einem substantiellen Verhaltenscodex.
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    3. Antwort von Olivier Wetli ("nicht von dieser Welt")
      @Schulenburg: Und ich dachte immer die pösen Kapitalisten seinen die anderen, also nicht diejenigen Kleinkrämer die Silbergeld in der Keksdose horten, um es dann bei gestiegenem Wert – wohl verstanden ohne je dafür gearbeitet zu haben – wieder teurer zu verkaufen...?
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