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Neue US-Klage gegen Credit Suisse
Aus Echo der Zeit vom 22.04.2020.
abspielen. Laufzeit 02:55 Minuten.
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Klage in den USA Grossbanken sollen Kleinanleger abgezockt haben

  • Der Credit Suisse und anderen Finanzinstituten wird von einer US-Klägerin ein Verstoss gegen das Kartellrecht vorgeworfen.
  • Die Banken sollen Absprachen getroffen haben, um Anlegern zu hohe Gebühren zu verrechnen.
  • Alle Beschuldigten lehnen bisher eine Stellungnahme ab.

Der Handel mit US-Firmenkrediten – auch Obligationen, Anleihen oder Bonds genannt – ist einer der grössten und liquidesten Finanzmärkte der Welt. In den Portefeuilles der Anleger liegen US-Firmenanleihen im Wert von fast zehn Billionen Dollar.

Von diesen Anleihen werden jeden Tag Millionen gehandelt, auch von Kleinanlegern. Diese sollen beim Kauf von US-Firmenanleihen seit 2006 systematisch zu viel bezahlt und beim Verkauf zu wenig erhalten haben.

Schaden in Milliardenhöhe?

Das steht in einer 80 Seiten langen Sammelklage, die an einem Bundesgericht in New York eingereicht worden ist. Alleine für die Jahre 2013 bis 2018 sei den Kleinanlegern ein Schaden von mindestens acht Milliarden Dollar entstanden, rechnet die Klage vor.

Schuld an den schlechten beziehungsweise überhöhten Preisen soll jenes Dutzend Grossbanken sein, das den Handel mit US-Firmenanleihen dominiert. Darunter befinden sich acht US-Grossbanken, allen voran Bank of America und JP Morgan. Dazu gehören aber auch die Deutsche Bank und die Credit Suisse.

Kleine Anleger abgezockt?

Das Problem beim Handel mit US-Firmenanleihen: Kleine Anleger, die für weniger als eine Million Dollar Firmenanleihen kaufen oder verkaufen wollen, müssen zu einer Bank, die die Preise festlegt. Damit haben Kleinanleger aber keine Transparenz, was die Preise angeht – im Gegensatz zu grossen Investoren, wenn diese Firmenanleihen von über einer Million Dollar handeln.

Mit den grossen Volumen dürfen Grossinvestoren via Börse handeln, wo sie die besten Preise kriegen. Laut der Klageschrift haben Grossanleger bei identischen US-Firmenanleihen bis zu dreimal günstigere Konditionen erhalten als Kleinanleger.

Verhindern von digitalen Handelsplattformen?

Die Klage wirft den Grossbanken aber nicht nur eine Preisabsprache vor. Die Grossbanken sollen auch jahrelang verhindert haben, dass digitale Plattformen entstanden sind, auf denen Handelsvolumen unterhalb einer Million Dollar transparenter und günstiger hätten abgewickelt werden können. Die betroffenen Grossbanken hätten solche digitalen Plattformen entweder aufgekauft und still gelegt oder Kleinanlegern einfach nicht zur Verfügung gestellt, so der Vorwurf.

Die Credit Suisse wollte auf Anfrage keine Stellung zur neuen Sammeklage nehmen. Beim selben Gericht in New York haben Banken in den letzten Jahren in ähnlichen Fällen Entschädigungen in Milliardenhöhe bezahlt.

Echo der Zeit vom 22.4.2020, 18.00 Uhr

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Gisler  (Stefan Gisler)
    Das ist doch das was die Banken auch in der Schweiz machen, Gebühren für alles, Kontoführung, Zahlungen, Abhebungen, Kartengebühr, Auszüge, etc... man hat die Banken automatisiert, Kundenkontakt nur wenn wirklich notwendig für den Normalo Attention beim Grosskunden, die sind von Gebühren befreit, die der Kleinkunde übernimmt
    Ich denke es ist Abzocke 4 Fr für Kontoführung, 2 Fr. Für Abhebung am Bankomat, etc....aber irgendwo müssen ja Millionengewinne eingefahren und Superboni bezahlt werden.
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  • Kommentar von Kurt Flury  (Simplizissimus)
    Bei fast jeder zwielichtigen Geschäftspraxis ist mindest eine Schweizer Grossbank beteiligt. Ich hoffe jetzt wirklich, dass die interne Aufsicht der Unternehmung nicht wegen der Profite, welche aus diesen zwielichtigen Praktiken entstanden, weggeschaut hat. Die Nummer mit dem besonders raffinierten Einzeltäter kann jetzt nicht mehr verfangen, weil dann die Organisation der betreffenden Geschäftseinheit inkl. Aufsicht darüber mangelhaft gewesen wäre. Das mit dem Sündenbock funktioniert so nicht.
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  • Kommentar von Rene Caduff  (Rene Caduff)
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