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Legende: Video Greta Thunberg kämpft am WEF fürs Klima abspielen. Laufzeit 00:58 Minuten.
Aus SRF News vom 23.01.2019.
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Klimaaktivistin am WEF Greta Thunbergs Welt in Schwarz und Weiss

Die Neuntklässlerin ist wohl der unkonventionellste Star in Davos. Vor den Medien tritt sie aber wie ein Profi auf.

Schon vor ihrer Ankunft heute Mittag in Davos war die junge Schwedin der vielleicht untypischste Star, den das WEF je hatte. Gut 30 Stunden lang war sie mit dem Zug von Stockholm mit Umsteigen in Kopenhagen, Hamburg, Zürich und Landquart gemeinsam mit ihrem Vater Svante und einem kleinen Team von Unterstützern angereist – und hatte dabei über den Kurznachrichtendienst Twitter Berichte über ihre Reise und ihre Botschaft verbreitet. Kurz und bündig. Schwarz und weiss.

Das ist der Alltag der Klimaaktivistin aus der schwedischen Hauptstadt: «Ja, ich sehe die Welt in schwarz und weiss», erklärte die Schülerin in der stark beachteten Talkshow «Skavlan» des schwedischen Fernsehens am vergangenen Wochenende und fügte hinzu: «In der Klimafrage gibt es nur eines: Wir müssen die Emissionen stoppen.» Dabei verwies Thunberg auf ihre persönliche Autismus-Diagnose, welche nach eigenen Worten den Blick für die Problematik der von Menschen gemachten schnellen Erderwärmung schärft.

Abgeklärt, geschliffen – und ungekünstelt

Einen glücklichen Eindruck macht Greta Thunberg im immer grösseren Medienrummel, der um sie herum aufgeführt wird, nicht. Das weckt Befürchtungen, dass sie von starken Interessengruppen oder gar ihren Eltern zu den ständigen Auftritten in der Öffentlichkeit gedrängt wird. Für Klimaskeptiker ist der enorme kommunikative Erfolg, den das Mädchen gegenwärtig hat, eine grosse Provokation. Im Netz laufen denn schon seit längerem eigentliche Hasskampagnen gegen die Erfinderin des «Schulstreiks für das Klima», dem sich seit dem letzten Sommer Tausende von Schülerinnen und Schüler in der ganzen Welt angeschlossen haben.

Tatsächlich wirken die Auftritte der Neuntklässlerin ausgesprochen abgeklärt und geschliffen. Das kontrastiert mit ihrem ungekünstelten Äusseren, den Pippi-Langstrumpf-Zöpfen und dem scheuen Blick. Vor allem überrascht die offensichtliche Abgeklärtheit und Coolness, mit welcher Greta Thunberg auf Fragen zu ihrer Person und ihrer Rolle als eine Art Gallionsfigur für die Klimaschutzbewegung reagiert: «Wer sich mehr um meine Person kümmert als um das Weltklima, hat das Problem nicht verstanden», erklärte sie unlängst im schwedischen Fernsehen.

Gemüse statt Fleisch, Zug statt Flug

Greta Thunberg ist vor wenigen Wochen 16 Jahre alt geworden. Doch sie wirkt bedeutend jünger. Seit sie acht Jahre alt ist, beschäftigt sie sich mit den Folgen der Klimaerwärmung und was dagegen zu tun ist. In der eigenen Familie, zu der neben Vater Svante auch eine kleine Schwester und Mutter Malena – eine bekannte schwedische Opernsängerin – gehören, führte das zu einem Umdenken: Gemüse statt Fleisch, Zug statt Flug.

Die Erfahrung, die eigenen Eltern mit einer klaren Botschaft beeinflussen zu können, bestärkte Greta Thunberg in ihrer Überzeugung, dass die Welt der Kinder auch die Welt der Erwachsenen verändern kann. Und das tut sie nun seit dem letzten Herbst mit viel Erfolg – und Glaubwürdigkeit.

Legende: Video SRF-Nordeuropa-Mitarbeiter Bruno Kaufmann über Greta Thunberg abspielen. Laufzeit 00:37 Minuten.
Aus News-Clip vom 23.01.2019.
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48 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Gasser  (Markus Gasser)
    Es geht jetzt nicht mehr nur um das Wissen um die menschengemachte Klimaerwärmung,
    es geht jetzt auch um die Betroffenheit und das persönliche und politische Handeln mit dem Ziel die nicht natürliche CO2-Produktion total zu vermeiden. Es besteht die Gefahr,
    dass das Klima so schnell aus dem Ruder läuft dass die Menschen gar keine Lust und keine Kraft mehr haben zu reagieren und dass die Lethargie überhand nimmt. Mit einer Hau-Ruck-Aktion könnten wir das Klima nicht heilen.
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  • Kommentar von tom rosen  (tom rosen)
    ...im Zug hab ich übrigens in all' den Jahren noch keine einzige wichtige Persönlichkeit getroffen. Auch wenn ich schon vielen der Exponenten die vergleichsweise akzeptablen ÖV-Reisemöglichkeiten in der Schweiz mit SBB und RhB versucht habe, näher zu bringen.
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  • Kommentar von tom rosen  (tom rosen)
    Seit Jahren nehme ich am WEF als Berater einer UN-Agentur teil. Gesundheit, Frieden und Umwelt stehen im Focus dutzender NGOs und UN-Organistaionen die in Davos als High-End-Bittsteller, flankiert von Promis und Aktivisten versuchen, die Reichen und Mächtigen von mehr Engagement zu überzeugen. Das nutzen die (und die Promis) dann perfekt als PR-Feigenblatt für Pseudo-Initiativen, steigen in ihre Limous und Helis und jetten zum nächsten Event.
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