Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz reagieren mit Sorge auf die Inflation. Etwas mehr als die Hälfte gibt in einer Umfrage an, dass sie sich in den kommenden Monaten wegen der steigenden Preise einschränken müssen.
Allerdings sind es nur wenige (12 Prozent), die den Gürtel deutlich enger schnallen müssen. 36 Prozent werden sich ein wenig einschränken.
In den Läden spüren die Händler bisher nichts.
In der Lesart des Detailhandelsverband Swiss Retail Federation, der die Umfrage beim Institut Sotomo in Auftrag gegeben hat, sind diese Ergebnisse aber durchaus positiv. Denn: 45 Prozent der Befragten müssen sich nicht einschränken. «Wir hören nun schon seit einigen Wochen, dass sich die Konsumentenstimmung verschlechtert. Aber in den Läden spüren die Händler bisher nichts davon», sagt Dagmar T. Jenni, Direktorin des Verbands Swiss Retail Federation.
Lieber Verzicht als nach Einsparungen suchen
Tatsächlich liegt die aktuelle Konsumentenstimmung, die das Staatssekretariat Seco erhebt, auf einem Rekordtief. Die Befragung des Seco ist allerdings umfassender und fragt bei den privaten Haushalten unter anderem auch nach der Arbeitsplatzsicherheit.
Insgesamt bezeichnet der Verband die Konsumentenstimmung in der Schweiz als gut oder vorsichtig verhalten. Interessant sei, dass einige Konsumenten lieber auf gewisse Ausgaben wie Restaurantbesuche oder Ferien verzichtet, statt nach günstigeren Alternativen zu suchen.
Anderes Bild in Deutschland
Ganz anders sei dagegen die Situation in Deutschland. Fast ein Drittel der Befragten gibt an, sich deutlich einzuschränken, 44 Prozent wird sich ein wenig zurückhalten und nur 18 Prozent gibt an, keine Anpassungen zu machen.
Allerdings liegt die Inflationsrate in Deutschland mit 10.4 Prozent deutlich höher als in der Schweiz mit 3 Prozent.