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Konzentration im Medienmarkt Weko nimmt Fusionspläne von NZZ und AZ unter die Lupe

  • Die Wettbewerbskommission (Weko) will die geplante Zusammenlegung der Regionaltitel der NZZ Gruppe und AZ Medien vertieft prüfen.
  • Sie vermutet, dass der Zusammenschloss auf verschiedenen Märkten eine marktbeherrschende Stellung begründen oder verstärken könnte.
Verschiedene Zeitungen.
Legende: NZZ und AZ wollen sich im regionalen Medienmarkt zusammenschliessen. Keystone

Anhaltspunkte dafür sieht sie in den Lesermärkten für Tageszeitungen in den Gebieten Solothurn und Aargau sowie im Zeitschriften-Werbemarkt im Bereich Gebäudetechnik, wie die Weko mitteilte.

Weiter bestünden Anhaltspunkte für die Begründung oder Verstärkung einer kollektiven Marktbeherrschung im Lesermarkt für Tageszeitungen im Gebiet Basel und im Lesermarkt für Sonntagszeitungen.

Daher will die Weko vertieft prüfen, wie sich der geplante Zusammenschluss auf den Wettbewerb auswirkt, wie es weiter heisst. Diese Prüfung erfolgt innerhalb der gesetzlichen Frist von vier Monaten.

Diese Zeitungstitel sollen unter ein Dach kommen

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AZ Medien

  • az Aargauer Zeitung
  • az Badener Tagblatt
  • az Grenchner Tagblatt
  • az Limmattaler Zeitung
  • az Solothurner Zeitung
  • bz Basel
  • bz Basellandschaftliche Zeitung
  • ot Oltner Tagblatt
  • Schweiz am Wochenende
  • diverse Anzeiger

NZZ

  • Appenzeller Zeitung

  • Luzerner Zeitung

  • Nidwaldner Zeitung

  • Obwaldner Zeitung

  • St. Galler Tagblatt

  • Thurgauer Zeitung

  • Toggenburger Tagblatt

  • Urner Zeitung

  • Werdenberger & Obertoggenburger

  • Wiler Zeitung

  • Zuger Zeitung

Laut einer Mitteilung der beiden Medienhäuser vom Dezember 2017 gehören zum neuen Unternehmen «alle Einheiten der AZ Medien mit Ausnahme von Watson. Die NZZ-Mediengruppe integriert ihr gesamtes Regionalmediengeschäft in das Joint Venture. Auch die Druckereien beider Unternehmen werden Teil davon.»

Nicht dazu gehören sollen «die Geschäftsbereiche NZZ Medien und Business Medien der NZZ-Mediengruppe sowie die konzessionierten Radio- und TV-Sender beider Unternehmen.»

NZZ und AZ sind zuversichtlich

Die AZ Medien und die NZZ-Gruppe nehmen den Entscheid der Weko zur Kenntnis, teilen die Einschätzung aber nicht. Sie erachten den Zusammenschluss aufgrund des hochkompetitiven Marktumfelds und weil sich die Marktgebiete der beiden Unternehmen ergänzen als unproblematisch, wie sie gemeinsam mitteilen.

Die Medienhäuser stufen den Zusammenschluss viel mehr als notwendig ein, «um langfristig am Markt bestehen zu können». Sie sind deshalb zuversichtlich, dass die Weko das geplante Joint Venture bis zum Herbst 2018 genehmigen wird. So lange verzögere sich der Vollzug der Transaktion.

Die NZZ-Mediengruppe und die AZ Medien haben im vergangenen Herbst angekündigt, dass sie ihre Regionaltitel zusammenlegen und ein Unternehmen schaffen wollen, das 20 Bezahlzeitungen in 13 Kantonen unter einem Dach vereint. Das Joint Venture soll CH Media heissen.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Da müsste kaum die WEKO oder Professoren eingespannt werden. Jede(r) Bürger(in) im Land, der (die) 8 Jahre zur Schule ging, sieht aus dieser Fusion NZZ und AZ einen noch grösseren und manipulativeren Einheitsbrei in der Medien-Welt SCHWEIZ! Gäbe es neben den Einheits-Medien nicht noch die "Weltwoche" und die "Schweizerzeit", wäre die einseitige Manipulation noch viel stärker und erfolgreicher! Da hilft nur: Viele verschiedene Ansichten lesen, hören und überlegen. Dann eine Meinung bilden!
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    1. Antwort von Dominik Treier (Dominik Treier)
      Selbst wer nur 8 Jahre zur Schule ging sollt merken, dass die Weltwoche heute nicht mehr viel mehr ist als ein populistisches Propagandablatt, da ist mir selbst der sogenannte Einheitsbrei der grossen Medienhäuser noch lieber, weil er zumindest die Tatssachen anerkennt, statt sich nur auf "alternative Fakten" zu berufen und unbequeme Dinge bewusst einfach wegzulassen...
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    2. Antwort von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
      Ja, Herr Treier, im Weglassen von unbequemen "Dingen", sind unsere Einheitsmedien "Weltmeister"! Darum lese ich neben Tageszeitungen und dem NEWS-Portal der SRG, jede Woche die "Weltwoche", die viele "unbequeme Fakten" in der heutigen Gesellschaft beim Namen nennt und fundiert beschreibt oder mit klaren Zahlen und Realitäten Beweise liefert! Man kann natürlich über jede "andere Meinung" bloss Vorurteile haben und einfach keine andere Ansicht lesen oder abhören wollen! Ich gehöre nicht dazu!
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    3. Antwort von Jürg Häusermann (Ebenda)
      Auch die Weltwoche gehört zur Meinungsfreiheit, Herr Treier. Möglichst viele und verschiedene Medien konsumieren erweitert den Horizont.
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  • Kommentar von Jürg Häusermann (Ebenda)
    NZZ un AZ schliessen sich ja nIcht ganz freiwillig zusammen, wie dargestellt. So verständlich das Vorgehen der WEKO und der Wunsch nach Medienvielfalt ist, sind auch die Marktrealitäten. Verbot führt längerfristig zum Untergang der Medienhäuser. Und was ist dann mit der Medienvielfalt?
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  • Kommentar von Silvan Arber (30-30)
    Das ist dann die viel beschworene Medienvielfalt vor der no billag Abstimmung? Die sda gibt dazu noch die medienbeiträge so vor das die politische Ausrichtung unverkennbar ist und über das ganze Mittelland zur veröffentlichten Einheitsmeinung mutiert! Toll!
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