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Kosten des Grossanlasses Was die Eishockey-WM in der Schweiz kostet – und was sie nützt

Die Weltmeisterschaft kostet viel Geld. Die Übersicht zeigt, woher es kommt und was vom Anlass bleibt.

Was kostet die Eishockey-WM? Mit mindestens 50 Millionen Franken Gesamtkosten rechnen die Organisatoren. Der grösste Kostenblock sei die Infrastruktur, sagt Christian Hofstetter, Chef des Organisationskomitees. Die beiden Stadien in Freiburg und Zürich müssen den internationalen Anforderungen entsprechen. Das hat grössere Umbauten bedeutet. «Von der WM sind Sitzplätze gefordert», nennt Hofstetter als Beispiel. Zudem mussten Garderoben umgestaltet sowie Platz für Kommentatoren und Kommentatorinnen sowie TV-Studios geschaffen werden. Die Kapazitäten hätten sich deshalb von 12'000 auf 10'000 (Zürich) respektive von 9300 auf 7500 (Freiburg) Plätze verringert.

Wer zahlt? Drei Viertel der Summe stammen aus Ticketverkäufen sowie Getränke- und Essensumsätzen in den Stadien. Der Rest kommt durch Fanartikelverkäufe, Beiträge der öffentlichen Hand und Sponsoring zusammen. In Freiburg stellen laut Recherchen von RTS Stadt, Kanton und der einheimische Club Fribourg-Gottéron insgesamt 7 Millionen Franken zur Verfügung. In Zürich sollen es 4 Millionen sein. Entsprechend ist die WM im Freiburger Stadtbild auch deutlich präsenter. Der Generalsekretär der Eishockey-WM strebt eine schwarze Null an. Er sähe dies in der heutigen Zeit für einen Grossanlass als «sehr gutes Ergebnis».

Wer sind die Sponsoren? Hauptsponsor der Eishockey-WM ist der Autohersteller Skoda. Die Tochtergesellschaft von VW stellt Shuttles zur Verfügung und nutzt die WM als Präsentation eines neuen Elektromodells. Hinzu kommen 15 weitere Sponsoren, darunter Swiss, Sika, Malbuner, Bauhaus, Gruyère oder Tissot, sowie zahlreiche Partner. Die Sponsorenlogos sind prominent in den Stadien zu sehen. Das Organisationskomitee gibt auf Anfrage nicht bekannt, welche Geldsummen fliessen, betont aber, dass die Partnerschaften «äusserst wichtig» seien.

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Das Organisationskomitee der Eishockey-WM schreibt:

«Wir können zum Sponsoring nur begrenzt Aussagen machen, da sämtliche Marketing- und Medienrechte bei der Exklusivvermarkterin des IIHF (International Ice Hockey Federation), dem Spoortmarketing-Unternehmen Infront Sports & Media, liegen. Wir haben von Infront einige (nationale) Partnerpakete auf der dritten Sponsoringstufe herausgekauft, die wir selbst vermarkten konnten.»

Es nennt folgende offizielle Partner: Ticketcorner, SBB, Eventcar, Swiss Life, Zürich, Fribourg, Tamedia, Frapp, SRF, RTS, Postfinance, Liebherr, Feldschlösschen, Sunrise, Denner, Zivilschutz, Schweizer Armee.

Was kosten die Tickets? Das ist sehr unterschiedlich. Ein Sitzplatz für das Spiel zwischen Lettland und Österreich am 19. Mai ist derzeit bei Ticketcorner ab Fr. 40.80 zu haben. Das Spiel zwischen den USA und Deutschland am 20. Mai gibt es hingegen nicht unter Fr. 122.90. Für einige Spiele sind nur noch VIP-Tickets für mehrere Hundert Franken verfügbar. Die Schweiz-Spiele sind allesamt ausverkauft. Insgesamt sind derzeit laut der Veranstalter rund 400'000 von 550'000 Tickets verkauft.

Schweizer Eishockey-Spieler umarmen sich in einer Runde.
Legende: 550'000 Tickets gibt es während der Eishockey-WM (Bild: Vorrundenspiel Schweiz– USA vom 15. Mai 2026). Keystone / MICHAEL BUHOLZER

Was bringt die Eishockey-WM der Schweiz? Dozentin Anna Mehr von der Hochschule Luzern hat untersucht, welchen wirtschaftlichen Nutzen sportliche Grossanlässe bringen. Die Eishockey-WM habe in Bezug auf Nachhaltigkeit gute Voraussetzungen, da sie auf bestehende Infrastruktur setze. Ausserdem: «Wir sind eine Eishockey-Nation, die für den Sport brennt.» Die WM passe sehr gut zur Schweiz. Mit 50 Millionen Franken sei diese WM «im Schnitt» – sie koste etwa so viel wie die Radsport-WM.

Zahlen sich die Kosten aus? Ruedi Kunz ist Präsident von Swiss Topsport und verantwortet die 23 jährlich wiederkehrenden Grossanlässe in der Schweiz. Dazu gehören das Lauberhornrennen oder die Tour de Suisse. Seiner Ansicht nach seien Aufwand und Kosten gerechtfertigt, denn: «Mit unseren Anlässen können wir sehr viel Euphorie und Motivation für junge Sportler auslösen. Und das kostet halt auch etwas.» Auch Wissenschaftlerin Anna Mehr bestätigt den Effekt und nennt Nachwuchsprogramme als Beispiel. Damit könnten über den Anlass hinaus Wirkungen geschaffen werden.

Tagesschau, 18.5.2026, 19:30 Uhr;liea

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