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Trump droht Irak im Iran-Konflikt mit scharfen Sanktionen
Aus Tagesschau vom 06.01.2020.
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Krise zwischen USA und Iran Aktien von Rüstungsfirmen legen zu

Nach der Tötung eines iranischen Generals durch das US-Militär ist die Börseneuphorie gebremst worden. Es gibt aber auch Gewinner: Die Aktien von Rüstungs- und Öl-Firmen steigen. Und der Goldpreis klettert auf den höchsten Stand seit 2013.

Nichts deutete darauf hin, dass die Aktienmärkte im Januar nicht so weiter machen, wie sie im Dezember aufhörten – mit steigenden Kursen. Die Konjunktur scheint sich aufzuhellen, der Handelsstreit zwischen den USA und China hatte sich zuletzt entschärft, die tiefen Zinsen machen Aktien nach wie vor attraktiv. Doch die Eskalation im USA-Iran-Konflikt am dritten Tag des neuen Jahres verpasste der Euphorie einen Dämpfer.

Bis jetzt sind die Verluste noch bescheiden. Die deutschen Aktien verloren seit Anfang Jahr 1.8 Prozent, in Japan beträgt das Minus 1.9 Prozent, in der Schweiz 0.2 Prozent. Die amerikanischen Wertpapiere legten gar leicht zu. Doch die Kriegsrhetorik aus den USA und dem Iran bedeuten für die Anlegerinnen und Anleger eine neue alte Unsicherheit.

Aktien von Rüstungsfirmen gefragt

Wo es Verlierer gibt, gibt es auch Gewinner. Aktien von Unternehmen, die Kriegsmaterial herstellen, profitieren von der Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Die Papiere von Lockheed legten seit Anfang Jahr über sechs Prozent zu, bei United Technologies, Raytheon und General Dynamics sind es zwei bis vier Prozent. Für diese Firmen bedeutet Krieg Bares. Einige Spekulanten brachten sich offensichtlich schon mal in Stellung.

Kursbewegung bei Gold und Rohöl

Aus Furcht vor Lieferausfällen beim Rohöl aus dem Nahen Osten hat sich dessen Wert verteuert. Ein Fass der Sorte Brent kostet derzeit knapp 70 Dollar, rund vier Prozent mehr als noch Ende Dezember. Auch die Aktien von Öl-Firmen wie Exxon Mobil und Chevron stiegen leicht.

Ebenfalls zugelegt hat der Goldpreis. Die «Anti-Krisen-Währung» kostet derzeit 1580 Dollar je Feinunze. Das ist ein Anstieg von drei Prozent seit Jahresbeginn. Gold steht bei den Anlegern schon seit einigen Monaten hoch im Kurs. Der Goldpreis befindet sich derzeit auf dem höchsten Stand seit 2013.

Realwirtschaft längst betroffen

Die neusten Entwicklungen bedeuten vor allem für den Iran eine noch grössere wirtschaftliche Isolation vom Westen. Die USA schauen genau, welche Unternehmen weltweit mit dem Iran Geschäfte machen und sanktionieren diese auch. Auf dem Radar haben sie insbesondere auch die Banken, welche Finanztransaktionen mit dem Iran abwickeln. Nicht erst seit dem 3. Januar, sondern spätestens seit Mai 2018. Damals hatte die Trump-Regierung das Atom-Abkommen mit dem Iran aufgekündigt und diverse Sanktionen wieder in Kraft gesetzt.

Der Iran mit seinen 80 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner galt zuvor auch für Schweizer Firmen als lukrativer Markt. Doch wegen des von den USA erschwerten Zugangs sind die Exporte eingebrochen. Jüngst mussten sich auch Firmen wie Stadler Rail vom Iran verabschieden. Bis jetzt kaum betroffen sind die Schweizer Pharma- und Lebensmittel-Multis. Sie stehen nicht im Fokus der US-Sanktionen. Für die Schweizer Industrie ist die Situation dagegen noch unsicherer geworden.

Börsenmakler in Kuwait beobachten die Kurse
Legende: Aktienhändler in Kuwait City beobachten die Kurse. Die Aktien in der Golf-Region verloren angesichts der Krise zwischen den USA und dem Iran an Wert. Keystone
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11 Kommentare

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  • Kommentar von Roger Gasser  (allesrotscher)
    Aktienkurs-Kurve und Lebensglücks-Kurve sind nicht das gleiche.
    Leider gibt es immer noch viele die dies nicht wahr haben wollen.
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  • Kommentar von Urs Dubach  (0^0)
    Ergo: Mittelfristig heisst dies für Unternehmen, dass die unabhängigkeit von der US-Regierung angestrebt werden muss, weil man permanent mit Sanktionen in Konflikt kommt. Der verwendete Begriff «Westen» ist zunehmend nicht mehr die US-hörige kompakte Einheit. Auch die Medien müssen bei diesem Begriff zukünftig etwas konkreter werden.
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  • Kommentar von Vale Nipo  (VNxpo)
    Wenn die Menschheit Frieden möchte sollte sie weg vom Öl. Es ein Krebs vollgestopft mit schmutzigem Geld der die Staaten verseucht hat. Das gleicht heroinsüchtigen Menschen welche immer noch eine Spritze brauchen um wieder fit zu sein. Die Umwelt und die Menschenrechte leiden enorm unter der Fuchtel der begrenzten Ressourcen. Tja es gibt leider kein Planet B der die selben Rohstoffe hat. Darum sollten möglichst viele Akteure auf erneur. Energien wechseln um soziale Kluften zu beseitigen.
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    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Ivan Illich und David Fleming, beides wichtige, kluge Vordenker haben da Einiges geschrieben, dass uns auch heute noch zum Kompass werden könnte, Herr Nipo. Ja wir sind als Gesellschaften richtige Benzinjunkees. Dazu kommt die ultimative Konkurrenz, die der kleinen Compis, die so manche wie einen heiligen Gral oder eine Zauberkugel täglich vor sich hin tragen ....
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