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Manche Banken müssen über die Bücher
Aus SRF 4 News aktuell vom 25.02.2020.
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Krisenfeste Banken Grosse auf Kurs – Kleine hinken hinterher

Banken krisenfest zu machen braucht Zeit. Viel Zeit. Das zeigt der Bericht , Link öffnet in einem neuen Fensterder Finanzmarktaufsicht Finma eindrücklich. So liegt die Finanzkrise mit der Rettung der UBS bereits 12 Jahre zurück – und noch immer sind die Banken damit beschäftigt, Lehren aus der letzten Finanzkrise zu ziehen.

UBS und CS sind auf Kurs

Anfänglich standen die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse im Fokus: Sie mussten auf Geheiss der Behörden ihre Eigenkapitalpolster deutlich aufstocken. Damit sollten sie in einer nächsten Krise grössere Verluste auffangen können, ohne ins Wanken zu geraten. Doch damit nicht genug: Bis Ende 2019 mussten beide zudem einen tauglichen Notfallplan ausarbeiten. Für den Fall, dass selbst die dicken Kapitalpolster nicht ausreichen sollten.

Jetzt ist klar: Die Finma erteilt den beiden Grossbanken ein Gütesiegel. Alles auf Kurs, so die Botschaft. Im Notfall könnten die Geschäfte, die für die Schweiz essenziell wichtig sind, vom wankenden Rest abgetrennt und fortgeführt werden – oder in geordneten Bahnen liquidiert werden. Besonders geschützt werden soll das Geschäft mit Sparkonten und Krediten, sowie der Zahlungsverkehr.

Kleineren Banken fehlt tauglicher Notfallplan

Die drei wichtigsten Inlandbanken hinken den beiden Grossen hinterher: Die Zürcher Kantonalbank (ZKB), die Raiffeisen-Gruppe und die Postfinance gelten ebenfalls als «systemrelevant». Sie haben aber laut Finma noch keine tauglichen Notfallpläne.

Das hat mehrere Gründe: So wurden diese drei Banken von den Behörden erst später als «systemrelevant» taxiert. Zuerst die ZKB (2013), dann die Raiffeisen-Gruppe (2014) und zuletzt die Postfinance (2015). Sie alle haben entsprechend auch erst später mit ihren Notfall-Plänen begonnen.

Kommt hinzu, dass alle diese drei Inlandbanken mit spezifischen Fragen konfrontiert sind. Fragen, die die beiden Grossbanken so nicht zu lösen hatten: So geniesst die ZKB eine Staatsgarantie, Postfinance ist im Besitz des Bundes und die Raiffeisen-Gruppe ist in einem komplexen genossenschaftlichen Geflecht organisieren. Wer muss also wann, wie, wem und in welcher Form im äussersten Krisenfall Kapital geben? Und zwar bedingungslos. Diese Fragen zu lösen, ist anspruchsvoll und braucht Zeit. Dass die Inlandbanken den Grossen hinterherhinken, ist somit nicht überraschend.

Finma rügt und lobt – wohl ganz bewusst

Die Finma führt mit ihrem Bericht die Banken öffentlich vor – attestiert ihnen gleichzeitig aber auch, Fortschritte erzielt zu haben. Es ist eine Gratwanderung der Aufsichtsbehörde: Sie möchte verhindern, dass die Finanzkrise in Vergessenheit gerät und der Elan der Banken beim Erarbeiten von Notfallplänen erlahmt. Sie möchte zeigen, dass sie am Ball ist, die Risiken im Blick hat und hartnäckig weiter auf das ursprüngliche Ziel hinarbeitet: Nie wieder soll der Staat eine Bank retten müssen.

Eveline Kobler

Eveline Kobler

Wirtschaftsredaktorin, SRF

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Eveline Kobler ist seit 2007 bei Radio SRF und leitet seit Dezember 2016 die Wirtschaftsredaktion von Radio SRF.

Sendebezug: Heute Morgen, 25.02.2020

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Beat Leutwyler  (Beat Leutwyler)
    Wenn es denn wirklich so wäre, wäre es doch im ureigensten Interesse der Banken selbst, sich unter das gewöhnliche Schuldbetreibungs- und Konkursrecht zu stellen. Man könnte sich so unliebsame Konkurrenten vom Hals halten. Warum wohl schreibt man es nicht ins Bankengesetz, warum wohl nicht?

    Ich bezweifle nicht die Arbeit der Finma, sondern stelle die Frage, warum müssen Banken nicht die gleich hohe Eigenkapitalquote halten wie sie es von ihren Kunden verlangen? Einfache Frage nicht?
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