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Hotellerie: Prognosen sind enorm schwierig
Aus Echo der Zeit vom 06.07.2020.
abspielen. Laufzeit 04:47 Minuten.
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Leere Betten in den Städten Hotels in den Bergen profitieren von Schweizer Gästen

Neueste Zahlen zeigen: Das Coronavirus treibt die Hoteliers in der Schweiz weiter um, wenn auch nicht alle gleich stark. Zwei Beispiele.

Das Hotel Krone in La Punt im Engadin ist in den Händen von Sonja und Andreas Martin. Sie ist an der Rezeption, er steht in der mit 15 Gault-Millau-Punkten bewerteten Küche am Herd. Wie viele Berghotels war auch die Krone in der Zwischensaison – zeitgleich mit dem Höhepunkt der Coronakrise – geschlossen. Seit Mitte Juni glühe aber das Telefon, sagt Sonja Martin.

Weniger Laufkundschaft, mehr Frühbucher

«Der Start war fulminant. Wir hatten zu dieser Zeit noch nie so gut gebuchte Hotelzimmer.» Schon immer waren 90 Prozent der Gäste der Krone Schweizerinnen und Schweizer. Ein Vorteil, denn diese kommen auch diesen Sommer – im Durchschnitt sogar länger als sonst. «Früher war die Situation so, dass man schaute, wie das Wetter ist in den Bergen», so Sonja Martin.

Der Start war fulminant. Wir hatten zu dieser Zeit noch nie so gut gebuchte Hotelzimmer.
Autor: Sonja MartinHotel Krone, La Punt

Dann habe man kurzfristig geplant, sei über die Pässe gefahren, in La Punt gelandet und habe ein dort Zimmer gesucht. «Jetzt haben die Gäste gehört, dass viele ihre Ferien in der Schweiz verbringen. Sie möchten natürlich sicher sein, dass sie einen schönen Ort haben, und reservieren deshalb im Voraus.»

Die Herausforderung in La Punt: Das Gros der Gäste wolle – ganz nach Schweizer Tradition – um 19 Uhr speisen. Unter den Corona-Beschränkungen sei das schwierig, sie setze da auf die zeitliche Flexibilität ihrer Gäste.

Erste Hotelschliessung in 175 Jahren

Ganz anders ist die Situation im Fünfsterne-Hotel Schweizerhof in Luzern. Inhaber Patrick Hauser bestätigt: «Das Coronavirus hat uns einen doppelten Streich gespielt, da wir dieses Jahr auch noch unser 175-jähriges Bestehen feiern. In seiner Geschichte musste das Hotel weder bei der Spanischen Grippe noch bei den beiden Weltkriegen jemals geschlossen werden.»

Diesen Frühling war es einige Wochen lang zu. Denn gut 80 Prozent der Gäste des Hotels an der Seepromenade, vis-à-vis des KKL Luzern, kommen aus dem Ausland. Sie bleiben weg. Und im Sommer bevölkern Besucherinnen und Besucher des Lucerne Festivals oder des Blue Balls die Hotelgänge. Beide Events wurden abgesagt.

In seiner Geschichte musste das Hotel weder bei der Spanischen Grippe noch bei den beiden Weltkriegen jemals geschlossen werden.
Autor: Patrick HauserHotel Schweizerhof Luzern

Hauser versucht nun, mit speziellen Aktionen den Betrieb am Laufen zu halten. «Wir sind ein Festivalhotel, also haben wir ein Festival auf die Beine gestellt. Wir konnten von unseren Kontakten zu Künstlerinnen und Künstlern aus der Schweiz profitieren, die nun in einem ganz intimen Rahmen nur für übernachtende Gäste auftreten.»

Zehren von Reserven früherer Jahre

Aber die Situation bleibe sehr angespannt. Prognosen zu machen, sei enorm schwierig. In den letzten Jahren hätte das Haus etwas Reserven angehäuft, sagt Hauser. Das – zusammen mit der Kurzarbeit – müsse nun reichen, um bis 2022 durchhalten zu können. Bis dann hofft der Hotelier, dass sich die Situation wieder etwas normalisiert hat. Sicher ist er nicht.

Mehr Logiernächte im Monat Mai

Im Mai haben wieder etwas mehr zahlende Gäste in Schweizer Hotels übernachtet. Insgesamt 600'000 Betten waren belegt, wie der Bund mitteilt. Das ist etwas mehr als im rabenschwarzen Monat April, aber immer noch 79 Prozent weniger als im Mai vor einem Jahr.

Echo der Zeit, 06. Juli 2020, 18:00 Uhr

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