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Grüne Anleihen und der Schweizer Finanzplatz
Aus HeuteMorgen vom 07.07.2021.
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Leitlinien für «Green Bonds» EU fordert Schweizer Finanzplatz bei grünen Geldanlagen heraus

Die EU will grüne Anleihen künftig mit einem Label zertifizieren. Der Regulierungsdruck auf den Schweizer Bankenplatz steigt.

Die Europäische Union will, dass auch privates Geld in den Klimaschutz einfliesst. Sie hat am Dienstag ein ganzes Paket von Massnahmen vorgelegt, um Finanzflüsse klimafreundlicher zu machen. Mit mehr Transparenz und klaren Definitionen davon, was nachhaltig ist und was nicht, will die EU ihre Führungsposition in Sachen nachhaltige Finanzen behaupten.

Der Schweizer Finanzplatz begrüsse die Massnahmen der EU, sagt Patrick Odier, Genfer Privatbankier. Früher war er Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung und seit kurzem ist er Präsident von Swiss Sustainable Finance, dem Verband, der sich für eine nachhaltige Ausrichtung des Schweizer Finanzplatzes einsetzt. Es sei ein weiterer Schritt, der sehr wichtig sei, um den Übergang in eine klimafreundliche Zukunft zu finanzieren.

Finanzplatz will mitmischen

Die Schweizer Banken, die in der EU aktiv sind, müssen die neuen Standards übernehmen. Das sei für die meisten aber kein Problem, ist Odier überzeugt. Sie hätten gewusst, dass es wichtig werden würde, diese Standards zu übernehmen und seien bereit, durch diese Kriterien analysiert zu werden.

Auch Stephan Kellenberger, Experte für nachhaltige Finanzen beim WWF Schweiz, begrüsst die neuen Massnahmen der EU. Sie seien ein wichtiger Meilenstein, meint er. Es sei aber auch klar, dass mit zusätzlichen Regeln und Vorgaben bezüglich Nachhaltigkeit in der EU auch der Regulierungsdruck auf die Finanzbranche in der Schweiz steige.

Nur ohne Greenwashing

Bisher hat sich der Schweizer Finanzplatz wie in anderen Bereichen auch im nachhaltigen Anlegen weitgehend selbst reguliert. Ob das auch in Zukunft reicht, lässt der Bundesrat derzeit klären.

Schon heute ist sowohl für Bankier Patrick Odier als auch für den WWF-Experten Stephan Kellenberger klar, dass private Gelder nur klimafreundlich investiert werden, wenn das Vertrauen in die als nachhaltig bezeichneten Produkte stimmt – beziehungsweise wenn das sogenannte Greenwashing ausgeschlossen werden kann. Auch hier geht die EU voran und will grüne Anleihen künftig mit einem Label zertifizieren.

SRF 4 News, 07.07.2021, 06:00 Uhr

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Grüne Anlagen, wie solche der Stadt Hamburg, bringen erstens eine tiefere Verzinsung und zweitens keineswegs die Gewähr, dass damit etwas nachhaltiges unterstützt wird. Der Bundesrechnungshof hat verschiedene grüne Anleihen von öffentlichen Schuldnern untersucht und dabei festgestellt, dass weder die damit finanzierten Investitionen wirklich grün waren, noch die Verzinsung besonders toll. Vielleicht helfen da die Regulierungen was, obwohl es eigentlich darum geht billiges Geld zu generieren!
  • Kommentar von Hans Wuhrmann  (Granddad)
    Ich bin sofort für "grüne" Investitionsmöglichkeiten zu haben. Die EU könnte ja Solche mit 1-3 Prozent höherer Rendite aus irgendwelchen Brüsseler Schatullen unterstützen. Nur sicher nicht aus meinem Steuergeld!
  • Kommentar von Norbert Zeiner  (ZeN)
    Gemacht, wenn EU Schweizer Finazplatz herausfordern soll, schreiben hier Medien, ob es Heerausforderung ist, steht auf ganz anderem Blatt. Letzte Mal als EU den Schweizer Finanzplatz herausforderte, war Aberkennung der Börsen-Äquivalenz durch EU vor 2 Jahren, um CH-Regierung in Würgegriff zu setzen, RA zu unterschreiben. Folge davon war, dass mit Parieren diese Angriffs durch BR Maurer Börsenumsätze in CH sogar noch wesentlich stiegen. War wohl kapitaler Schuss in eigenen EU-Ofen.