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Legende: Audio Bankenfusion in Deutschland? abspielen. Laufzeit 05:15 Minuten.
Aus Rendez-vous vom 18.03.2019.
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«Leuchttürme» gesucht Berlin träumt von der Mega-Bank

Wieso Fusionsgespräche zwischen Deutscher Bank und Commerzbank? Wirtschaftsredaktorin Stefanie Pauli mit Antworten.

Worum geht es? Die beiden grössten Privatbanken Deutschlands – die Deutsche Bank und die Commerzbank – wollen über eine Fusion reden. Das wurde am Sonntag bekannt. Wohin die Gespräche führen sollen, ist völlig offen. Doch allein die Tatsache, dass die beiden über einen Zusammenschluss nachdenken, löst eine kontroverse Debatte aus.

Woher kommt der Druck für eine Fusion? Aus Berlin. Insbesondere Finanzminister Olaf Scholz und dessen Staatssekretär Jörg Kukies möchten, dass Deutschland endlich wieder über eine international bedeutende Bank verfügt. Berlin will mehr deutsche Leuchttürme in der internationalen Wirtschaftswelt, die mit der Weltspitze mithalten können. Davon sind die beiden Banken einzeln derzeit weit entfernt.

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Legende: 2018 bezug die Bilanzsumme der Deutschen Bank 1.3 Mrd. Euro – weit weniger als bei anderen europäischen Grossbanken. SRF

Wie gross wäre die fusionierte Bank? Die neue Grossbank hätte rund 38 Millionen Firmen- und Privatkunden, eine Bilanzsumme von rund 2 Billionen Euro und rund 140'000 Mitarbeiter. Zum Vergleich: Die UBS hat rund 1 Billion Bilanzsumme und rund 60'000 Angestellte. Grösse allein macht eine Bank allerdings noch nicht zu einem Spitzensportler. Zwei lahme Enten machen zusammen auch keinen Gepard.

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Legende: Auch nach Fusion der Deutschen Bank und der Commerzbank läge das neue Institut bezüglich Bilanzsumme fernab der Spitze. SRF

Was ist das Problem? Beide Banken kämpfen mit ähnlichen Problemen. Bei der Deutschen Bank fehlt in der Chefetage eine klare Vorstellung davon, wofür das Institut stehen soll, wie es in Zukunft Geld verdienen will – ob als Hausbank der deutschen Grossunternehmen oder als Investmentbank. Die Commerzbank hat zwar eine klarere Vision und baut seit einiger Zeit um. Allerdings kommt sie dabei nicht so richtig vom Fleck.

Gibt es Kritik an den Plänen? Einige Finanzexperten sind ob der Grösse einer fusionierten Bank beunruhigt. In Deutschland kritisieren Finanzmarktprofessoren die Tatsache, dass ein solches Rieseninstitut im Falle einer schlimmen Krise vom Staat gerettet werden müsste, weil es systemrelevant wäre. Die Bank genösse qasi Staatsgarantie. Doch das würde dem Versprechen der Politik – nie mehr eine Bank in Schieflage mit öffentlichen Geldern zu retten – nicht mehr entsprechen.

Wie viele Stellen stehen auf dem Spiel? Experten und Gewerkschaften sprechen von einem Abbau von 30'000 bis 50'000 Stellen. Deshalb laufen die Gewerkschaften Sturm. Die Zahl ist deshalb so hoch, weil beide Banken dasselbe Kerngeschäft haben, viele Filialen müssten schliessen. Zudem würde eine fusionierte Bank die Kosten grundsätzlich herunterfahren wollen. Auch für die Kunden wäre eine Fusion kaum von Vorteil. Denn weniger Wettbewerb bedeutet meist auch höhere Preise.

Legende: Video Deutsche Bank und Commerzbank wollen fusionieren abspielen. Laufzeit 01:51 Minuten.
Aus Tagesschau vom 18.03.2019.
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3 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Müller  (Hugh Everett)
    Das Problem der Deutschen Bank, die eigentlich gegründet worden ist um Projekte in Übersee zu finanzieren und nicht für das Investment Banking, ist nicht in der Chefetage, sondern im Keller. Wenn es tatsächlich stimmt, dass die DB so viele Leichen im Keller hat wie vermutet wird, so hat sie das Potential das ganze System in den Abgrund zu reissen.
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  • Kommentar von Eli Delavar  (EliDelavar)
    Und ich träume von Banken die nicht von der USA kontrolliert werden. Alle Banken in Europa werden von den USA kontrolliert, deshalb lehnte zuletzt die UBS eine Zahlung in den Iran ab. Alles wird von den USA kontrolliert. Wenn ich in Deutschland wäre würde ich nur mit den iranischen Banken geschäfte machen.
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
    Eigentlich wär's die beste Möglichkeit für beide, endlich aus dem Sumpf herauszukommen. Sofern man das richtig macht. Und genau hier liegt das "eigentlich"... die Gefahr, dass hier wie bisher weiter fahrlässig und überheblich gewurstelt wird, ist gross.
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