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Der Gewerbeverband fordert Shutdown-Ende
Aus Tagesschau vom 09.02.2021.
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Lockerungen der Massnahmen Shutdown: Wirtschaft fordert Perspektive – doch die gibt es kaum

Kürzlich die Tourismusbranche, jetzt der Gewerbeverband: Sie fordern einen Exit-Plan aus dem Shutdown, der sich auf klare Kriterien stützt. Doch diese Klarheit wird es so kaum geben, zu unberechenbar ist das Coronavirus mitsamt seinen Mutationen.

Die Lage bei unzähligen Unternehmen etwa im Gastgewerbe, der Hotellerie, im Freizeitbereich oder im Detailhandel ist dramatisch, daran besteht kein Zweifel. Weil der Bundesrat aber an den bestehenden wirtschaftlichen Einschränkungen festhält, obwohl die Neuansteckungen zurückgehen, wird nun der Ruf nach Lockerungen laut.

Messgrössen sollen dem Bundesrat den Weg weisen

Verschiedene Wirtschaftsverbände fordern jetzt eine verlässliche Ausstiegsstrategie aus dem wirtschaftlichen Shutdown. Sie wollen, dass der Bundesrat seine Entscheide auf klare Indikatoren stützt, transparent und für alle nachvollziehbar. Als Messgrösse kommt beispielsweise die Zahl der Neuansteckungen infrage, die Auslastung in den Spitälern, der R-Wert, die Quote der Geimpften oder eine Kombination aus mehreren.

Verlässlichkeit. Planbarkeit. Rechtssicherheit. Perspektive. Dieser Wunsch ist angesichts der grossen Not bei vielen Unternehmen nachvollziehbar. Ihn in die Tat umzusetzen, dürfte derzeit aber schwierig bis unmöglich sein.

Erfahrungen stimmen wenig zuversichtlich

Die Schweiz hat bereits erste Erfahrungen gemacht mit Messgrössen: So durften etwa im Dezember die Kantone, deren R-Wert (Reproduktionszahl, d.h. wie viele Menschen eine infizierte Person ansteckt) unter 1 lag und deren Fallzahlen unter dem Schweizer Durchschnitt lagen, ihre Restaurants länger geöffnet haben. Doch der R-Wert erwies sich als volatil, schwierig messbar, zu stark an der Vergangenheit orientiert. Die Regelung hielt nicht lange – und vorbei war es mit der angestrebten Planbarkeit für die Gastrobranche.

Kommt hinzu, dass das Virus mit den sich ausbreitenden, ansteckenderen Mutationen noch unberechenbarer geworden ist. Vor diesem Hintergrund ist klar: Eine Perspektive zu fordern ist deutlich einfacher, als eine solche zu geben. Umso wichtiger wäre es, dass die notleidenden Unternehmen unverzüglich die in Aussicht gestellten Hilfsgelder bekommen. So können Sie den Shutdown «aussitzen», wie lang dieser letztlich auch immer dauern mag.

Eveline Kobler

Eveline Kobler

Wirtschaftsredaktorin, SRF

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Eveline Kobler ist seit 2007 bei Radio SRF und leitet seit Dezember 2016 die Wirtschaftsredaktion von Radio SRF.

Tagesschau, 09.02.2021, 12:45 Uhr

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86 Kommentare

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  • Kommentar von Fabio Sommaruga  (Fäbu251)
    Oeffnen und schluss damit! Das wird sonst schlimmer als das Virus. Arbeitslosigkeit , Ladensterben und Gewalt!
  • Kommentar von Beat R. von Wartburg  (Beat R. von Wartburg)
    Die Herren Bigler, Maillard und Consorten haben offenbar nichts dazu gelernt und einiges wieder vergessen ... ihr schreien nach präzisen Daten für Lockerungen ist anders nicht zu erklären.
  • Kommentar von Bernhard Schneider  (B. Schneider)
    Die Öffnung ist ein politischer Entscheid. Selbst wenn man ausschliesslich auf das Virus blickt, stellt sich die Frage, ob eine kontrollierte Durchseuchung (z.B. Erlauben von Kontakten von Nicht-Risiko-Personen mit Schutzmassnahmen, die dafür sorgen, dass eine geringe Anzahl Viren übertragen wird, die zu Resistenz statt zu Krankheit führt) nicht besser wäre als das Verbieten von Kontakten. Ein Blick auf alle Gesundheitsaspekte spricht klar für eine schrittweise Öffnung ab sofort.