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Massenentlassung bei OVS Kein Sozialplan für die Mitarbeiter

Legende: Audio Kein Geld für einen Sozialplan abspielen. Laufzeit 01:30 Minuten.
01:30 min, aus Info 3 vom 30.06.2018.
  • Knapp 1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des italienischen Modehändlers OVS haben diese Woche ihre Kündigung auf Ende Juni erhalten.
  • Es ist die grösste Massenentlassung im Detailhandel, die die Schweiz je gesehen hat.
  • Soziale Abfederungen sieht ihr Noch-Arbeitgeber nicht vor. Trotzdem fordert er auf den letzten Metern noch maximalen Einsatz.

Einen Sozialplan? Nein, den werde es nicht geben, sagt Edwin van der Geest, Sprecher des OVS-Betreibers Sempione Fashion. Für einen Sozialplan, der die wirtschaftlichen Folgen der Kündigung abmildern könnte, sei leider kein Geld da.

«Die Situation ist für die Mitarbeiter sehr schwierig, aber es ist auch so, dass die Firma in einer Liquidation ist. Wir haben kein Geld mehr.» Es wäre ohnehin ein freiwilliges Entgegenkommen des OVS-Betreibers Sempione Fashion gewesen. Einen Anspruch darauf haben die Angestellten nicht. Denn im Textilhandel gibt es keinen landesweiten Gesamtarbeitsvertrag, der entsprechende Ansprüche festlegen könnte.

Mitarbeiter müssen Toiletten putzen

Und freiwillig gibt OVS nicht mehr, als es muss – obwohl hinter dem Mode-Unternehmen potente Investoren stehen, darunter – neben OVS selbst – die Investmentgesellschaft Elarof Trust, das Family-Office der Sandoz-Erben.

Auch Abfindungen für die Mitarbeiter, die zum Teil schon lange Jahre unter der OVS-Vorgängerin Charles Vögele gedient haben, sind nach Auskunft von Sempione Fashion nicht vorgesehen. Sogar den 13. Monatslohn müssen sich Mitarbeiter später aus der Konkursmasse erstreiten.

Bei der Gewerkschaft Unia trifft das auf Unverständnis. Detailhandels-expertin Anne Rubin: «Die Ratten haben das Schiff verlassen. Die kümmern sich jetzt überhaupt nicht mehr.»

Dafür verlangen sie den bald arbeitslosen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch eine Menge ab: Sie müssen zum Teil sogar die Toiletten in den Filialen putzen – was ihr Noch-Arbeitgeber gar nicht bestreitet.

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Hoch lebe die gottgegebene Globalisierung, der uneingeschränkte EU-Binnenmarkt, das Verschachern von Schweizer Firmen an ausländische "Kapitalgesellschaften". Die nunmehr auf die Strasse gestellten Schweizer werden sich hoffentlich bei den nächsten Abstimmungen vertieft Gedanken machen, ob sie den "Empfehlungen" von Politik und Wirtschaft ein weiteres Mal folgen sollen. Und diejenigen, die noch auf dem Schleudersitz hocken sollten dies ebenfalls.
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    1. Antwort von Sebastian Demlgruber (SeDem)
      Eine Isolation der Schweiz wird diese „Übel“ kaum heilen, denn damit gehen auch alle Vorteile der internationalen Kooperation für den CH-Wohlstand dahin - und Nestlé & Co. Werden auf ihren „Heimatmarkt“ beschränkt.
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  • Kommentar von Daniele Kohler (DanKo)
    Es ist zu Prüfenob eine strafbare Handlung vorliegt von der Behörde und ob der Konkurs schuldhaft oder fahrlässig herbeigeführt wurde. Wenn keine Investionen von OVS geflossen sind sondern alles aus dem Vögele Verkauf geht etwas nicht mit rechten Dingen zu. Normalerweise verlässt der Kapitän als letzter das Schiff bei OVS ist es gerade umgekehrt und die Mitarbeiter sind die leittragenden wie wir "Der Steuerzahler"
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Man kann nur hoffen, dass OVS die AHV und BVG Beiträge der Mitarbeiter ordentlich in die Kassen einbezahlt hat. Es geschieht oft bei Insolvenz oder Konkurs, dass diese Beiträge verschwinden und die Mitarbeiter doppelt geprellt sind. Ich wünsche allen MitarbeitInnen, das sie bald wieder ein gute Anstellung finden zu ihrem Geld kommen, dass OVS ihnen schuldet.
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