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Globus soll führendes Luxuswarenhaus der Schweiz werden
Aus HeuteMorgen vom 04.02.2020.
abspielen. Laufzeit 01:44 Minuten.
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Migros verkauft Globus Die neuen Besitzer müssen Globus herausputzen und aufpolieren

Die Geschichte von Globus beginnt Ende des 19. Jahrhunderts in Zürich. Nun erhält sie ein neues Kapitel. Das Traditionshaus kommt in thailändisch-österreichische Hände. Die Migros verkauft Globus mit seinen acht Liegenschaften an die thailändische Central Group und die österreichische Signa Holding.

Beide Gesellschaften kennen sich aus mit Luxus-Läden an bester Lage. In diese Richtung könne sich nun auch Globus entwickeln – befreit von den Fesseln der Migros.

Aufstieg in Top-Kategorie

Es sind schillernde Namen im Luxus-Detailhandel: die thailändische Milliardärsfamilie Chirathivat und der österreichische Immobilien-Tycoon René Benko.

Die beiden führen bereits das legendäre Kaufhaus des Westens KaDeWe in Berlin, Rinascente in Italien und Illum in Dänemark. Beste Adressen, jedenfalls für gut betuchte Kundschaft. Auch Globus soll künftig in dieser Top-Kategorie spielen, klar positioniert als Luxus-Warenhaus. Das versprechen die neuen Besitzer. Die Integration in diese Gruppe könnte sich für Globus als vorteilhaft herausstellen.

Einfacherer Zugang zu Luxusmarken

Den neuen Eigentümern dürfte es leichter fallen, Globus den Zugang zu internationalen Luxusmarken zu verschaffen, als heute der Migros. Und bei Preis-Verhandlungen mit Luxus-Anbietern sind Central und Signa aufgrund ihres Gewichts in einer stärkeren Position als die Migros.

Den neuen Besitzern von Globus ist bewusst, dass in der Schweiz ein kaufkräftiges Publikum wartet – einheimische Kunden und Kundinnen ebenso wie Touristen, die dem Luxus nicht abgeneigt sind. Wie man diese anspruchsvolle Kundschaft umwirbt, ist den Detailhandels-Spezialisten bestens bekannt. Auch deshalb könnte es sich für Globus auszahlen, sich von der Migros zu lösen.

Investitionen geplant

Jedoch müssen die neuen Besitzer Globus zuerst herausputzen und aufpolieren. Die Central Group und Signa haben zugesichert, substanziell zu investieren: in die Marke und in die Warenhäuser. Die Mittel dazu haben sie, im Unterschied zur Migros.

Vielmehr braucht die Migros selber neues Geld, um das eigene Online-Geschäft auszubauen und das Kerngeschäft mit Lebensmitteln zu stärken. Aus diesem Grund verkaufte die Migros bereits verschiedene Unternehmensteile, darunter das Möbelhaus Interio.

Platz für Luxus-Warenhäuser ist beschränkt

Fraglich bleibt, wie viele Globus-Läden es künftig in der Schweiz haben wird. Die neuen Besitzer übernehmen zwar alle rund zweieinhalb Tausend Angestellten von Globus. Eine Arbeitsplatz-Garantie gibt es für sie aber nicht.

Der Platz für Luxus-Warenhäuser ist – selbst in der reichen Schweiz – beschränkt. Die Standorte Zürich und Genf sollten unbestritten sein. Ob solche Geschäfte aber auch in Basel, Bern oder St. Gallen rentieren, darf bezweifelt werden.

Iwan Lieberherr

Iwan Lieberherr

Wirtschaftsredaktor, SRF

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Iwan Lieberherr ist seit Ende 2010 Wirtschaftsredaktor bei Radio SRF. Davor war er Leiter des Wirtschaftsressorts der Nachrichtenagentur SDA.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Baumann  (Christian Baumann)
    Tolle Idee! Globus 2.0 - ein Globus in dem es mir endlich wieder Spass macht, mein Geld auszugeben, ein Globus ohne gelangweilte Verkäufer, die nicht beraten können / wollen, ein Globus, der immer die richtige Konfektionsgrösse auf Lager hat und ein Globus, der auch Individualisten als Kunden begrüsst und nicht nur "Tomi-Hilfiger-Typen" einkleidet.
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  • Kommentar von Toni Koller  (Tonik)
    Globus gibt sich ja schon heute recht teuer und luxuriös. Nun also noch mehr extravagante Angebote für Kunden, die ihren Reichtum zwar irgendwie ergattert oder ererbt, aber eher selten tatsächlich „verdient“ haben. Auf Globus-Einkäufe ist - angesichts des undurchsichtig-protzigen neuen Eigners - nun eher zu verzichten. Auch wenn dieses und jenes Produkt gewiss reizvoll und im Portmonee verkraftbar wäre. Unsereiner wird zum Glück noch immer ordentlich bedient von Coop, Migros und ihresgleichen.
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  • Kommentar von Hans Müller  (Hans24)
    @Mathias Baldi: Wer sind die Globusinvestoren? =Milliardärsfamilie Chirathivat und der österreichische Immobilien-Tycoon René Benko (3. reichster Österreicher). Wem gehört Amazon = Jeff Bezos (einer der reichtsen Menschen) Wem gehört Alibaba = Jack Ma (einer der reichsten Menschen). Wer trägt die Kosten wenn (nicht nur) Globus nun Menschen entlässt und diese keinen Job mehr finden? = Die CH-Steuerzahler.
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    1. Antwort von Christian Baumann  (Christian Baumann)
      ...und wie wäre es den Kündigungsschutz zu verbessern bzw. Firmen wie Globus/ Milliardärsfamilien wie Chirathivat zu verpflichten, den gesellschaftlichen Schaden, den ihre ständigen Umstrukturierungen anrichten zu beheben, indem sie z.B. ältere Mitarbeiter so weiterbilden MüSSEN, dass diese auch mit 60 noch einen Job finden? Andernfalls können wir alle nach dem ersten Jobwechsel in Rente gehen (egal ob 30 oder 60). Was Sie kritisieren ist der tägliche Irrsinn in den Personalabteilungen.
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