Zum Inhalt springen

Header

Video
Andi Lüscher: «Digitale Torschlusspanik bei der Mobiliar»
Aus Tagesschau vom 03.02.2020.
abspielen
Inhalt

Mobiliar kauft sich Know-how Digitalisierung jetzt – um jeden Preis

«Wir sind dort, wo unsere Kunden sind» oder «wir sind die persönlichste Versicherung der Schweiz», so steht es im Leitbild der Mobiliar. Sie gibt sich als kundennahe Versicherung, die individuelle Lösungen für ihre Kunden anbietet. Dass die Mobiliar ihre Kunden als Genossenschafter, also als Miteigner, mit im Boot hat, unterstreicht diese Kundennähe. Die Strategie geht in der analogen Welt auf, das Unternehmen ist erfolgreich und gehört in der Schweiz zu den grössten Sach-Versicherern.

Doch die neue, digitale Welt bereitet der Mobiliar Kopfschmerzen. Hier fehlt dem Traditionshaus offenbar genügend Expertise. Und so handelt ihr Chef Markus Hongler nun nach dem Motto: Digitalisierung jetzt – um jeden Preis. Von Aussen betrachtet könnte man zugespitzt auch sagen, bei der Versicherung scheint so etwas wie eine digitale Torschluss-Panik ausgebrochen zu sein. Anders kann man sich kaum erklären, weshalb sie einen vermutlich hohen dreistelligen Millionenbetrag in die Hand nimmt, in der Hoffnung, vom digitalen Wissen bei Ringier profitieren zu können. Wissen, dass sich das Medienhaus notabene mehrheitlich zugekauft hat.

Die Mobiliar will an die Hand genommen werden

Die Mobiliar ist absoluter Profi in der analogen Geschäftswelt, fühlt sich offensichtlich aber unsicher, wie sie sich in der neuen digitalen Welt aufstellen soll. Sie will bei ihrer Transformation an die Hand genommen werden und hat dafür ihre gute Freundin Ringier ausgewählt. Mit ihr hat die Mobiliar erste positive Erfahrungen bei der Kooperation Scout24 gesammelt und wohl so einige Male gestaunt, was mit Big Data, künstlicher Intelligenz und neuen digitalen Prozessen alles möglich ist. Und wenn ein redegewandter Journalist wie Ringier-Chef Marc Walder von der «Spitzentechnologie» seines Medienhauses schwärmt, scheint diese unbezahlbar zu sein. Ein Narr, wer die Chance einer engen Zusammenarbeit nicht packt.

Die Mobiliar wagt dieses Experiment nun, verpflichtet sich vorerst, «mindestens 10 Jahre» an Ringier beteiligt zu bleiben. Spätestens dann wird Bilanz gezogen und die Frage zu beantworten sein: Hat sich diese hohe Investition entgegen vieler Expertenmeinungen gelohnt? Auch die rund 1.7 Millionen Genossenschafter werden dann ganz genau hinschauen.

Andi Lüscher

Andi Lüscher

Wirtschaftsredaktor, SRF

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Andi Lüscher arbeitet seit 2011 für Schweizer Radio und Fernsehen SRF. Er ist Wirtschaftsjournalist und Moderator der Sendung «SRF Börse». Er publiziert insbesondere zu den Themen Börse, Finanz- und Arbeitsmarkt.

Video
Mobiliar beteiligt sich mit 25 Prozent an Ringier
Aus Tagesschau vom 03.02.2020.
abspielen

Tagesschau 19:30 Uhr, 03.02.2020

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

13 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Maria Kaiser  (Klarsicht)
    Ringier hat in der Mobiliar einen sehr reichen Partner gefunden, denn Ringier ist schwach bei Kasse, was kann es da Besseres geben wie diesen reichen Onkel bei der Hand zu haben. Ich mache mir nun eher Sorgen um meine Prämie am Ende des Jahres bei meinen Versicherungen , die könnten teilweise von Ringier geschluckt werden. So kann man eben auch überleben wenn die Zeitungen nicht mehr so viel verkauft werden, das nenne ich Umschichtung von Versicherungsgelder :-)
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hans Anreiner  (Hans.Anreiner)
    Mich würde mal die Definition von Digitalisierung von diesem Reporter interessieren. Die Mobiliar hat und ist schon seit Jahrzehnten am digitalisieren. Haben denn die noch kein App um Versicherungen abzuschliessen? Glaub ich nicht. Schreiben die ihre Rechnungen per Hand? Glaub ich nicht. Haben die noch kein CRM und dergleichen? Glaub ich nicht. Nur weil die vielleicht noch etwas Kundennäher sind und den Kunden auch mal die Hand drücken? Ist das Analog? Glaub ich nicht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Eric Cerf  (Alpenjonny)
    Dass unsere Mobiliar ausgerechnet in den etwas serbelnden Medienkonzern Ringier investiert, gibt zu denken. Der Versicherungskonzern gehört zu den grossen Anbietern im Wohnungsmarkt.Besitzt demzufolge auch ein ansehnliches Portefeuille an grossen Liegenschschaften quer durchs Land. Geld ist also genügend da, um zu spekulieren und nötigenfalls auch einen Mega-Abschreiber einzusacken. Die Versicherungsnehmer zahlen dann halt " e bitzeli" mehr Prämien als bisher
    Ablehnen den Kommentar ablehnen

Mehr aus WirtschaftLandingpage öffnen

Nach links scrollen Nach rechts scrollen