Zum Inhalt springen

Header

Audio
Sharing Economy ist zwar bekannt, wird aber nicht oft genutzt
Aus SRF 4 News aktuell vom 16.02.2022.
abspielen. Laufzeit 5 Minuten 53 Sekunden.
Inhalt

Nachhaltige Nutzung von Dingen «Sharing Economy müsste etwas ganz Normales werden»

Besitzen oder Benutzen: Manche Geräte werden selbstverständlich mit den Nachbarn geteilt. Bei anderen gibt es aber Berührungsängste, hat der Experte festgestellt.

Die Benutzung von Dingen teilen? In gewissen Bereichen hat das in der Schweiz Tradition. Andererseits nutzen aber nur 3 Prozent der Bevölkerung die bestehenden Angebote regelmässig. Dies ist das Resultat einer Studie, die die Hochschule Luzern zu Sharing Economy durchgeführt hat.

Sharing Economy ist ein Sammelbegriff für Firmen, Geschäftsmodelle, Plattformen sowie Online- und Offline-Communitys, die eine geteilte Nutzung von Ressourcen ermöglichen. Kurz gesagt: Es geht darum, Dinge (z.B. Autos) zu teilen, anstatt zu besitzen.

Dominik Georgi
Legende: Dominik Georgi ist Professor an der Hochschule Luzern. Er hat eine Studie zur Sharing Economy geleitet. zvg

Der Projektleiter der Studie ist Dominik Georgi. Für die Studie wurden 5000 Personen befragt. «75 Prozent von ihnen kennen die Sharing-Economy-Angebote.» Aber: «Nur rund 25 Prozent haben bereits einmal ein entsprechendes Angebot genutzt», sagt er. Regelmässig genutzt werden die Angebote laut dem Ergebnis der Studie gar nur von drei Prozent.

Nachhaltigkeit

Ausleihen anstatt selbst besitzen gilt als nachhaltig, weil Ressourcen gespart werden. Doch dieser gesellschaftliche Nutzen alleine führe selten dazu, dass sich die Leute entsprechend verhalten. «Bei vielen von uns ist es so, dass wir auch noch einen persönlichen Nutzen brauchen. Nur für mehr Nachhaltigkeit verhalte ich mich nicht entsprechend», sagt Georgi.

Ein Mann steht vor einem Mobility-Auto
Legende: Beim Teilen von Autos gibt es oft Berührungsängste. Keystone

Auf Flohmärkten und auf Secondhand-Onlineplattformen funktioniere das Teilen gut – das in diesem Fall ein Weitergeben ist. Wenn etwas weitergegeben werde, interessiere es den Vorbesitzer nicht, ob es nachher noch funktioniere oder in welchem Zustand es sei. Das ist beispielsweise beim Teilen von Autos ganz anders: «Unsere Befragung hat ergeben, dass es als Risiko angesehen wird, dass das Auto beschädigt ist oder dass es Krümel vom Vorbesitzer drin hat.» Deshalb hätten viele Menschen Vorbehalte, an solchen Teil-Aktionen teilzunehmen, erklärt Georgi.

Teilen als Trend in Städten?

In den Städten gibt es zwar mehr Sharing-Economy-Angebote als auf dem Land. Aber genutzt würden sie in gleicher Intensität, sagt Georgi. Die Neigung zur Sharing Economy sei auf dem Land sogar höher, hat die Studie ergeben. «Auf dem Land kennt man die Nachbarn eher. Man ist daher eher gewohnt, mal etwas auszutauschen.»

Der Marketingprofessor spricht von Berührungsängsten, die die Menschen generell daran hinderten, die Nutzung von etwas zu teilen. «Um die Sharing Economy zu fördern, müsste sie etwas ganz Normales werden.» Dazu könnten sowohl die Plattformen selbst wie auch die Gemeinden beitragen.

In einigen Bereichen sei Teilen in der Schweiz aber bereits ganz normal, so Georgi. Gerade hier gebe es eine lange Tradition der Teilungsidee. «Seit 150 Jahren gibt es Genossenschaften. Und für Bewohnerinnen und Bewohner von Mietshäusern ist es völlig normal, die Waschmaschine zu teilen. Zudem gibt es in der Schweiz wohl die am längsten etablierte Car-Sharing-Plattform überhaupt.»

SRF 4 News, 16.02.2022; 08:15 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

28 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen
  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Liebe Community, vielen Dank für die Diskussion. Wir wünschen einen schönen Abend. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Die Schweizer Wirtschaft lebt vom Konsum. Grundlegende Dinge hat man hierzulande bereits als Kind hinter sich. Ohne Markenartikel wird das Kind in der Schule sowieso gemobbt. Zudem passt das Mantra "Wann ich auch immer will!" nicht zum teilen. Also was genau will die Sharing Economy teilen? Sogar Rasenmäher drehen auf dem Lande in jedem Garten einsam ihre Runden, auch wenn die Familie gerade am Mittelmeer weilt. So bleibt Herr und Frau Schweizer's Rasen schön gepflegt, es muss ja so sein...
  • Kommentar von Patrick Lohri  (Patrick Lohri)
    Das Konzept "Du wirst nichts besitzen und glücklich sein" lösst ein grundsätzliches Problem nicht von Menschen die im "Hamsterrad strampeln". Man geht halt arbeiten um Miete zu zahlen. Es gehört einem halt nichts und freuen tuts den Vermieter.