Zum Inhalt springen

Header

Audio
Facebook-Währung Libra: Positiv für Schweizer Fintech-Branche
Aus HeuteMorgen vom 19.06.2019.
abspielen. Laufzeit 02:26 Minuten.
Inhalt

Neue Facebook-Währung So könnte die Schweiz von Libra profitieren

Die neue digitale Währung von Facebook hat Auswirkungen auf Schweizer Unternehmen und die traditionellen Banken.

Tiefere Kosten für grenzüberschreitende Geldüberweisungen und einfachere Zahlungsabläufe: Damit werben die Initianten von Libra. Libra könnte deshalb zur Konkurrenz für traditionellen Banken werden, falls sich die Währung durchsetzt.

Libra werde einen gesunden Druck auf die traditionelle Finanzbranche ausüben, ihre eigenen Initiativen auszubauen – mit digitalen Währungen und generell im Fintech-Bereich, also mit neuen Technologien im Finanzbereich, sagt John Hucker. Er ist Präsident der Schweizer Fintech Association, eine Nonprofit-Organisation, welche die Schweiz als internationalen Fintech-Standort bekannter machen will.

Schweizer Startups könnten profitieren

Libra wird auf der Blockchain-Technologie aufbauen, so wie beispielsweise auch Bitcoins. So sollen laut den Initianten mehr Menschen als heute Zugang zu Geld und unkomplizierten Zahlungssystemen haben. Libra soll ihren Sitz in Genf haben. Damit könnte sich Genf – nebst dem bereits breit etablierten Krypto-Valley rund um Zürich und Zug – als weiteren wichtigen Standort für digitale Währungen etablieren und so den Wettbewerb zwischen den Standorten fördern, sagt Hucker.

Ich denke, dass auch Schweizer Startups Libra in Zukunft selbst nutzen oder verwenden werden.
Autor: Christina KehlSwiss Finance Startups

Fintech-Startups in der Schweiz könnten von der digitalen Währung Libra profitieren, glaubt auch Christina Kehl, Geschäftsführerin des Fintech-Startup-Verbands Swiss Finance Startups. «Ich denke, dass auch Schweizer Startups Libra in Zukunft selbst nutzen oder verwenden werden.»

Facebook muss Überzeugungsarbeit leisten

Startups könnten mit Libra zusammenarbeiten. Zuerst müsse sich die Währung allerdings noch durchsetzen. Dass Facebooks Glaubwürdigkeit wegen der zahlreichen Datenskandale angeschlagen ist, könnte zum Stolperstein werden.

Facebooks wird also noch Überzeugungsarbeit leisten müssen, um das Vertrauen der Anwender zu gewinnen. Dennoch sagt Christina Kehl: «Ich glaube aber, dass die steigenden Nutzerzahlen bei Facebook immer noch dafür sprechen, dass man einfach ein Viertel der Weltbevölkerung über diese Plattform erreichen kann.» Das könne im Moment kein anderer Anbieter mit seiner Krypto-Währung, so Kehl. «Das wird ein Riesenvorteil für Facebook sein.»

Denn aufgrund der Grösse des Technologie-Unternehmens werden wohl viele Firmen die neue Währung Libra akzeptieren. Fazit: Setzt sich Libra durch, könnte sie eine oder andere digitale Währung aus der Schweiz verdrängen. Insgesamt aber, dürfte der Schweizer Fintech-Standort profitieren.

Libra: Mitte 2020 am Start

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen
  • Facebook will seine Digitalwährung Libra in der ersten Hälfte des kommenden Jahres an den Start bringen und damit in den weltweiten Zahlungsverkehr einsteigen.
  • Von der Cyberwährung, die von Unternehmen wie Mastercard, PayPal und Spotify unterstützt wird, verspricht sich das weltgrösste soziale Netzwerk grosses Wachstum in der E-Commerce-Branche.
  • Mit Libra sollen nicht nur Transaktionen zwischen Firmen und Verbrauchern, die Facebook nutzen, über die Bühne gebracht werden.
  • Die Kryptowährung soll auch Menschen ohne eigenes Bankkonto erstmals Zugang zu Finanzdienstleistungen ermöglichen.
  • Vor allem in Regionen wie Asien und Afrika dürfte das Potenzial von Libra gross sein.
Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

31 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Eine neue Währung und schon geht es in der Schweiz wiederum um "Profit, profitieren..."!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Martin Egger  (Martin Egger)
    "Fintech-Startups in der Schweiz könnten von der digitalen Währung Libra profitieren, glaubt auch Christina Kehl" - wer's glaubt, wird selig.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Urs Dupont  (udupont)
    ... und hoffentlich werden damit auch endlich die Pseudo- und reine Spekulanten"währungen" wie der Bitcoin ins Nirwana befördert, bevor dieser noch weiter viele Dumme in den Abgrund stürzt bzw. primär als Vehikel für Kriminelle genutzt wird.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Beno Trütsch  (benotruetsch)
      Libra ist für Bitcoin aufgrund der total anderen Eigenschaften kaum eine Konkurrenz und wird ihn wohl kaum verdrängen. Niemand zwingt Sie um mit Bitcoin zu spekulieren. Im Unterschied zu Libra geniest Bitcoin wesentlich mehr Freiheit und ist unabhängig von Firmen oder Staaten. Das hat ganz klar Vor- wie auch Nachteile. Das Bitcoin primär für kriminelle Zwecke verwendet wird ist hingegen Unsinn, was bereits mehrere Untersuchungen gezeigt haben. Bitcoins können viel zu einfach rückverfolg werden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von M. Keller  (mkel)
      Erstaunlich, wie sich das Argument mit der Kriminalität hartnäckig hält. Jede Transaktion im Bitcoin Netzwerk ist öffentlich einsehbar. Von jedermann. Würden sie sowas für kriminelle Geschäfte nutzen? Und bzgl. Konkurrenz zu Bitcoin muss ich sie leider enttäuschen. Libra und Bitcoin sind zwei grundverschiedene Dinge. Der Gedanke des Bitcoin ist es, dezentral und ohne mächtige zentrale Instanz (v.a. Banken) zu arbeiten. Libra ist so ziemlich das Gegenteil, mit einer Datenkrake am Schalthebel.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Urs Dupont  (udupont)
      @B. Trütsch und M.Keller: Bitcointransaktionen können zwar lückenlos zurückverfolgt werden, aber die Akteure / Spekulanten / Drahtzieher / Kriminelle sind absolut nicht identifizierbar, deshalb ist es ein hervorragender Tummelplatz für Spekulanten und Kriminelle bzw. für die Umverteilung von gigantischen Vermögenswerte von vielen auf wenige. Aber gut, alle machen ja freiwillig mit und solange die vielen Verlierer nicht zu Sozialfällen werden, stört mich dies - wie Casinos -auch nicht.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Beno Trütsch  (benotruetsch)
      @Dupont: Sobald du Bitcoin gegen USD/EUR/CHF tauschen willst brauchst du einen Account bei einer Kryptobörse und den gibt’s erst nach einer Identifikation. Das ist also definitiv rückverfolgbar. Banküberweiseungen über mehrere Länder hinweg sind für Ermittlungsbehörden die grössere Knacknuss als Bitcoin. Kriminelle Aktivitäten sind bei Bitcoin eher die Ausnahme als die Regel. Es ist aber logischerweise viel interessanter darüber zu berichten als wenn ich z.B. damit bei Digitec bezahlt habe.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    5. Antwort von Urs Dupont  (udupont)
      Sorry, Herr Trütsch, stimmt leider nicht. Ich habe selber einen Test-Bitcoin-Account auf einer Handelsplattform und musste mich mit keinem amtlichen Dokument ausweisen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    6. Antwort von Beno Trütsch  (benotruetsch)
      @Dupont: Ob Bitstamp, Coinbase, Kraken, Bitwala, Bitpanda, bitcoin.de spätestens wenn sie die verkauften Bitcoins ausbezahlen wollen müssen sie sich Identifizieren. Es kann sein, dass bei kleinen Beträgen das noch nicht nötig ist aber eine Bankverbindung müssen sie dennoch angeben und dort ist ihr Name hinterlegt. Je grösser das Handelsvolume ist umso mehr Dokumente muss man einreichen. Manchmal zusätzlich noch Video Chat mit ID/Pass und eine Stromrechnung mit Anschrift in die Kamera halten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen