Wer bar und in Schweizer Franken bezahlen möchte, wird ab Anfang der 2030er-Jahre neue Banknoten in der Hand halten. Farblich wird man sich nicht umgewöhnen müssen. Aber was die Motive angeht, schon: Heimische Pflanzen vorne, Berge und Gebäude hinten, meistens menschenleer.
Das ist die neue Banknotenserie
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Bild 1 von 6. Bildquelle: SNB.
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Bild 2 von 6. Bildquelle: SNB.
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Bild 5 von 6. Bildquelle: SNB.
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Bild 6 von 6. Bildquelle: SNB.
Damit werden mit dieser 10. Serie nach 12 bis 15 Jahren bereits wieder neue Franken-Noten gelten. Die aktuelle Serie hatte die SNB zwischen 2016 und 2019 eingeführt.
Das ist ein eher kurzer Zyklus, verglichen etwa mit den Euro-Banknoten. Sie gelten noch immer, seitdem die Gemeinschaftswährung 2002 eingeführt worden ist.
Als Grund für den häufigen Wechsel führt die SNB stets die Sicherheit an. «Es ist uns wichtig, dass die Schweizer Banknoten sehr sicher bleiben, damit sie nicht zu leicht zu fälschen sind», sagt Antoine Martin, Vizedirektor der Schweizerischen Nationalbank. «Um neue Sicherheitselemente zu integrieren, dauert es eine gewisse Zeit. Deshalb ist es wichtig, heute damit anzufangen.»
Man wolle anderen Währungen voraus sein. Welche Elemente sie in den neuen Noten genau optimiert, will die SNB nicht präzisieren.
Die Schweizer Banknotenserien über die Jahre
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Bild 1 von 9. Die erste Banknotenserie der SNB: Die Zeit zwischen der Gründung der SNB im Jahr 1906 und der Öffnung ihrer Schalter genügte nicht, um neue Noten zu schaffen. Deshalb entschied man, diese Interimsnoten nach dem Notenbildmuster der früheren Emissionsbanken zu drucken und zusätzlich mit einer roten Rosette mit Schweizer Kreuz zu versehen. Bildquelle: SNB.
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Bild 2 von 9. Die 5-Franken-Münze wurde damals im Kriegsfall oder während schwerer Krisen gehortet und somit weitgehend dem Zahlungsverkehr entzogen. Die SNB produzierte deshalb diese 5-Franken-Note. Sie ist Teil der zweiten Banknotenserie, die zwischen 1911 und 1914 erstmals ausgegeben wurde. Bildquelle: SNB.
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Bild 3 von 9. Die Kriegsnote: 1918 wurde diese Note als sogenannte Kriegsnote entworfen und ausgegeben. Darauf zu sehen ist Wilhelm Tell. 1930 folgte eine 20-Franken-Note. Sie gehören zur dritten Banknotenserie der SNB. Bildquelle: SNB.
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Bild 4 von 9. Die Reservenoten: Während des Zweiten Weltkriegs haben die beiden Maler Victor Surbeck und Hans Erni von der SNB den Auftrag erhalten, neue Noten zu gestalten. Keine Noten dieser Serie (der vierten) wurden jedoch je in Umlauf gesetzt. Die Banknoten dienten als Reserve. Bildquelle: SNB.
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Bild 5 von 9. Die vier höchsten Banknoten der fünften Serie bilden erstmals in der Schweizer Banknotengeschichte eine thematische und formale Einheit, indem das Porträt der Vorderseite jeweils mit dem Sujet der Rückseite zusammenhängt. Ausserdem wurde 1956 erstmals eine 10-Franken-Note nicht nur gedruckt, sondern auch ausgegeben. Bildquelle: SNB.
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Bild 6 von 9. Ende der 60er-Jahre überdachte die SNB ihre Politik betreffend Gestaltung und Herstellung der Noten vollständig. Für die sechste Banknotenserie (1976) übernahm die Nationalbank zum ersten Mal die alleinige Federführung bezüglich Planung, Organisation und Realisation. Bildquelle: SNB.
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Bild 7 von 9. Die Noten der siebten Banknotenserie (1984) wurden nie herausgegeben, sondern dienten lediglich als Reserve. Die siebte Serie war die letzte Reserveserie. Anstelle einer Reserveserie wurde das Sicherheitssystem der Banknoten der achten Serie laufend weiterentwickelt. Bildquelle: SNB.
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Bild 8 von 9. Bei der Gestaltung der achten Banknotenserie 1995 kam erstmals elektronische Bildbearbeitung zum Einsatz. Zudem wurde das Sicherheitskonzept angepasst. Neu gab es transparente Sicherheitsmerkmale. Die SNB hat diese Banknoten per 30. April 2021 zurückgerufen. Sie sind somit keine offiziellen Zahlungsmittel mehr. Bildquelle: SNB.
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Bild 9 von 9. Die neunte Banknotenserie wurde seit 2016 gestaffelt in Umlauf gebracht. Als erste Note wurde im April 2016 die 50-Franken-Note herausgegeben. Den Schluss bildet die 100-Franken-Note, sie wurde am 12. September 2019 ausgegeben. Die Noten gelten als offizielles Zahlungsmittel. Bildquelle: Keystone / ALESSANDRO CRINARI.
Einen zweiten Punkt nennt Michael Zagorowski, Numismatiker bei der Zürcher Münzenhandlung Erwin Dietrich AG: der gestalterische Anspruch der Schweizerischen Nationalbank. «Die Schweizer Banknoten gelten international als Massstab für grafische und inhaltliche Qualität. Dieser Anspruch erfordert eine periodische Erneuerung, die über blosse technische Aktualisierungen hinausgeht und das kulturelle Selbstverständnis des Landes sichtbar macht.»
Eine Reihe von Profiteuren
Von neuen Banknoten profitiert eine ganze Reihe von Akteuren. Michael Zagorowski nennt neben dem Detailhandel, den Finanzinstituten und der Öffentlichkeit, die ein Interesse an fälschungssicheren Noten hätten, auch die Realwirtschaft: «Die Druckereien und Zulieferer von Sicherheitstechnologien profitieren unmittelbar von neuen Aufträgen und nutzen jede Serie als Möglichkeit, innovative Technologien zu etablieren und weiterzuentwickeln.»
Schliesslich stellten neuen Serien auch für seine eigene Zunft «stets eine begehrte Ergänzung für Sammlungen» dar.
Kosten von 50 Millionen Franken
Ein weiterer bedeutender Akteur stand heute im Rampenlicht. Die Agentur Emphase mit Sitz in Lausanne und Bern hat sich im Wettbewerb durchgesetzt und wird für die kommenden rund fünf Jahre damit beschäftigt sein, die Banknoten sozusagen zur Marktreife zu bringen.
Co-Gründerin Fabienne Kilchör sagt hinsichtlich der Sicherheitselemente: «Die Banknote ist eigentlich ein relativ kleines Format. Und gleichzeitig gehen wir in die Mikrogestaltung und haben plötzlich ein Fussballfeld vor uns.»
SNB-Vizedirektor Antoine Martin rechnet damit, dass die Entwicklung der neuen Banknoten die SNB rund 50 Millionen Franken kosten werde.