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Steigen nun die Versandkosten?
Aus HeuteMorgen vom 26.09.2019.
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Neue Tarife bei Weltpostverein Profitieren werden vor allem die USA – zu Lasten Chinas

Beim Weltpostverein, der seinen Sitz in Bern hat, herrscht Erleichterung: Gestern Abend haben sich die Delegierten der 192 Mitgliedstaaten auf einen neuen Tarifrahmen geeinigt. Doch die getroffene Lösung ist vor allem ein Kniefall vor den USA.

Wer als Land sehr viele Briefe und Pakete unter zwei Kilogramm importiert, der darf in Zukunft die Transport-Gebühren für ausländische Absender eigenmächtig erhöhen. Wer als Land wenig Pakete kriegt, bei dem bleibt – vermutlich – das meiste beim Alten. Das ist das Fazit des Kompromisses, der gestern Abend in Genf an der Konferenz des Weltpostvereins getroffen wurde. An den Details wird allerdings noch gefeilt. Und vieles wird bilateral entschieden werden.

Internet-Einkauf wird teurer

Was schon klar ist: Von der neuen Lösung profitieren erst einmal die grossen Länder – allen voran die USA. Denn wer mehr als 75'000 Tonnen Kleinpakete aus dem Ausland erhält, darf bereits ab Juli 2020 von einem Absenderland höhere Preise verlangen für den Transport der ausländischen Pakete auf eigenem Boden. Die USA erreichen diese Schwelle bereits heute. Die US-Post darf damit schon bald die Gebühren erhöhen, die sie zum Beispiel der chinesischen Post verrechnet. Weil Gebühren letztlich auf die Endkonsumenten überwälzt werden, wird der Internet-Einkauf in Asien für amerikanische Konsumenten teurer. Genau das wollte die US-Regierung: Die Amerikaner ermutigen, weniger in China und mehr zuhause zu shoppen.

Kniefall vor den USA

Für den Geschäftsführer des Verbandes des Schweizerischen Versandhandels, Patrick Kessler, ist die getroffene Lösung denn auch ein Kniefall vor den USA. Bei der Schweizerischen Post analysiert man momentan, wie sich das neue Regime – soweit bekannt – auf die Post und Konsumenten auswirken wird. Sicher ist: Die Schweiz erreicht die 75'000 Tonnen nicht.

Dass man sich in Genf geeinigt hat, ist nichtsdestotrotz als Erfolg zu werten – Kniefall hin oder her: Denn ein Auseinanderbrechen des Weltpostvereins wäre verheerend gewesen: Der Verbund der nationalen Postorganisationen sorgt dafür, dass Pakete bis zu zwei Kilogramm reibungslos über Landesgrenzen transportiert werden, in alle Ecken der Welt.

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34 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Meier  (Danimeier)
    Ehm, ich war stets der Meinung bei uns herrscht der freie Markt. Die Globalisierung war doch immer sehr erfreulich. Z.B. nach dem Zerfall der Sowjetunion haben westliche Länder ihre Produkte massivst in die osteuropäischen Länder exportiert. Nun wo ein neuer Marktplayer die Globalisierung für sich nutzt und genau das Selbe macht ist es nicht mehr so toll oder was? Alles Heuchler
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    1. Antwort von Peter Müller  (PeRoMu)
      @ D. Meier: Sollte mit dem 'neuen Marktplayer' China gemeint sein, bitte ich Sie zu beachten, dass die chinesischen Lieferanten für ihre in die CH gelieferten und in der CH durch die Schweizerische Post transportierten und zugestellten Päckli von hochsubventionierten Posttarifen profitieren. Das hat rein gar nichts mit 'freiem Markt' zu tun. Die Vorgaben des Weltpostvereins sind doch viel eher ein Beispiel dafür, was herauskommen kann, wenn sich der Staat regulierend in den Markt einmischt.
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  • Kommentar von Sebastian Köhler  (Tekk)
    Also ich enttäusche ja alle ungern, aber das ganze wird selbst keine Auswirkungen auf die USA haben und erst recht nicht auf die Schweiz. Unterdessen hat z. B Aliexpress Lagerhäuser in Deutschland, Spanien, Russland und den USA und versendet die Ware teilweise von dort und nicht mehr aus China. In ein paar Monaten oder Jahren lesen wir dann das die Päckli aus China weniger geworden sind und alle freuen sich, geändert an der Anzahl Pakete hat sich aber nichts, sie kommen nur von wo anders.
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  • Kommentar von Alfred Kunz  (ennipS-StoryHaus)
    Warum muss die kleine Schweiz die gleiche Import-Menge wie die USA erreichen. Kippen wir doch diesen Vertrag.
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