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Legende: Audio Neuer ABB-Chef: Ausführen statt selber gestalten abspielen. Laufzeit 03:16 Minuten.
Aus Echo der Zeit vom 12.08.2019.
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Neuer ABB-Chef Björn Rosengren Ein Traumjob mit Tücken

Gesucht war ein Chef oder eine Chefin für den grössten Schweizer Technologiekonzern. Das tönt nach einer interessanten Stelle. So wirkt es glaubwürdig, wenn ABB-Verwaltungsratspräsident Peter Voser nun an einer Telefonkonferenz betonte, man habe eine ganze Reihe von Interessenten zur Auswahl gehabt.

Bei genauerem Hinsehen hat der vermeintliche Traumjob aber einen Haken. So war vor allem eine Person gesucht, die den bereits laufenden Konzernumbau, den sich notabene andere ausgedacht haben, noch zu Ende bringen soll. Also: Ausführen statt selber gestalten, so der Auftrag.

Dezentralisierung des Konzerns

ABB will sich künftig auf vier Kerngeschäfte konzentrieren. Die sollen möglichst eigenständig aufgestellt sein, sie sollen mehr Dinge selber entscheiden können als bisher. Das geht zu Lasten des Hauptsitzes. Der wird verkleinert. Kurz: ABB soll künftig dezentral organisiert sein.

Der künftige Konzernchef Björn Rosengren ist offenbar Willens, diese Strategie ab März 2020 zu vollenden. Der 60-jährige Schwede ist momentan Chef der ebenfalls Schwedischen Sandvik. Mit dem Wechsel zu ABB bekommt er die Möglichkeit, künftig ein Unternehmen zu führen, das dreieinhalb Mal mehr Angestellte hat.

Erfahrener Top-Manager

  • Der 60-jährige Björn Rosengren ist schwedischer Staatsbürger.
  • Seit 2015 ist er Konzernchef des Technologiekonzerns Sandvik.
  • Davor war CEO bei Wärtsilä Corporation, einem Hersteller von Stromerzeugungssystemen.
  • Er war zudem in verschiedenen Managementfunktionen bei Atlas Copco tätig. Der Industriekonzern bietet Produktivitätslösungen an.

Ob ihn zudem ein finanzieller Willkommensgruss zu ABB gelockt hat, ist nicht bekannt. ABB-Präsident und Interimschef Voser meinte dazu einzig, das könne man im nächsten Jahr im Entlöhnungsbericht detailliert nachlesen.

Die Grossaktionäre von ABB reagieren erfreut auf Rosengrens Wahl. Sie trauen ihm zu, dass er ABB wieder auf Kurs bringen kann. Sie loben in ersten Stellungnahmen seinen bisherigen Leistungsausweis: Sie sprechen von «Wertschöpfung», «Leistungssteigerung» und «steigendem Aktienkurs». Das wünschen sie sich auch für ABB.

Generationenwechsel vertagt

Denn der Schweizer Industrieriese hinkt derzeit der Konkurrenz hinterher. Er tut sich schwer damit, Umsatz zu generieren, obwohl ABB ja eigentlich auf zukunftsträchtige Trends setzt – etwa Robotik, Industrie-Automation, oder Elektromobilität. Der laufende Konzernumbau soll Abhilfe schaffen. Ob der schwedische Top-Manager seine bisherigen Erfolge bei ABB wiederholen kann, ist offen.

Rosengren bringt zweifellos viel Erfahrung mit. Seine Ernennung bedeutet aber auch, dass bei ABB ab März mit Rosengren und Voser zwei Männer die Zügel in der Hand halten werden, die beide bereits gut 60 Jahre alt sind. Der Generationenwechsel an der Spitze wurde vertagt. Doch beliebig lange lässt er sich nicht mehr aufschieben.

Die Suche nach neuen ABB-Führungspersonen – sowohl fürs Management als auch fürs Präsidium geht – zumindest mittelfristig – gleich weiter.

Eveline Kobler

Eveline Kobler

Wirtschaftsredaktorin, SRF

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Eveline Kobler ist seit 2007 bei Radio SRF und leitet seit Dezember 2016 die Wirtschaftsredaktion von Radio SRF.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Ochsner  (Hans Ochsner)
    Die Schweden haben es bisher toll gemacht, nicht wahr? Uebrigens: Tolles Foto, was für eine Persönlichkeit, optisch wenigstens. Wenn‘s dann nicht gelingt dann war er eben ein Blender. N.B.: Ich glaube aehnliche Erscheinungen als neue Konzernchefs bei anderen CH-Konzernen gespotet zu haben. Kommt das gut?
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  • Kommentar von b. glaset  (glaset)
    Na ja alle die der alten BBC nachtrauern, sei gesagt, dass auch damals der Filz unermesslich war und damals schon rausgesogen wurde! Und zwar nicht nur in der obersten Ebene, das ging vom obersten Direktor bis runter in i.V. Chargen so.
    Auch ein Grund, warum ABB heute da steht wo sie steht!
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    1. Antwort von Robert Frei  (RFrei)
      Wohl nicht so. Filz hin oder her (das sei nicht bestritten), die BBC hatte aber beim Merger mit ASEA 3 Mrd Fr liquide auf der Kante. Leutwyler hat gefunden, dieses Kapital sollte nicht liegen sondern investiert werden. 12 Jahre später hatte ABB 4 Mrd Fr Schulden und musste die Kraftwerkssparte gratis gegen Schuldenübernahme an den konkurrenten Alstom abgeben. Die Schweden haben also in 12 Jahren satte 7 Mrd Fr verzockt.
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  • Kommentar von Hans-Ulrich Rechsteiner  (Rechi)
    Weit haben es die Supermanager gebracht! BBC war einst eine stolze, erfolgreiche Schweizer Firma. Dann kamen die Schweden (ASEA, Barnevik), damals ein unbedeutender kleiner Konkurrent, und haben das Ganze an die Wand gefahren. Seither geht es nur noch bergab. Schade, sehr schade!
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