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Neuer Raiffeisen-Präsident Ab heute erinnert kaum mehr etwas an die Ära Vincenz

Legende: Audio Guy Lachappelle: «Ich habe ein ganz starkes Mandat bekommen» abspielen. Laufzeit 02:40 Minuten.
02:40 min, aus Info 3 vom 10.11.2018.

Die Raiffeisen-Bank scheint an der ausserordentlichen Delegiertenversammlung einen grossen Schritt weiter gekommen zu sein. Die Führungsstrukturen sind soweit bereinigt worden, dass ein Neustart beginnen und auch gelingen kann.

Zum einen wurde der Guy Lachappelle mit über 90% Ja-Stimmen zum Präsidenten gewählt. Zum anderen hat Raiffeisen mit der Wahl von drei weiteren neuen Mitgliedern in nur einem Jahr den gesamten Verwaltungsrat ausgewechselt. Ist einmal der oder die neue CEO da, erinnert kaum mehr etwas an die Ära Pierin Vincenz. Zumal seit gestern auch der Zögling von Vincenz, Patrik Gisel, nicht mehr an Bord ist.

Lachappelle ist Garant für ein Ende des Chaos

Für den vakanten Posten des CEO sollen mittlerweile mehrere valable Kandidaturen vorliegen. Man darf erwarten, dass der neu zusammengesetzte Verwaltungsrat nun schnell entscheiden wird, wer die Bank operativ in die Zukunft führen soll.

Zuversichtlich stimmt auch, dass Lachapelle mehrfach betont hat, er werde den neuen CEO auf Augenhöhe herausfordern. Mit anderen Worten: Der Präsident wird seinem Geschäftsführer auf die Finger schauen und mit Sicherheit keine Vincenz’schen Machenschaften dulden. Lachapelle scheint dank seiner Bank-Führungserfahrung ein Garant dafür zu sein, dass das Chaos an der Spitze von Raiffeisen ein Ende hat.

Droht in der Zentrale ein Stellenabbau?

Der neue Präsident ist zudem gewillt, die Strukturen der Genossenschaft genau unter die Lupe zu nehmen. Allerdings geht es weniger in Richtung einer Aktiengesellschaft, wie das die Finanzmarktaufsicht Finma angeregt hat – sondern in Richtung der Stärkung der einzelnen Genossenschaftsbanken. Heute besitzen nicht alle 264 Raiffeisenbanken ein Stimmrecht an der Delegiertenversammlung. «One bank, one vote» könnte schon an der nächsten Delegiertenversammlung traktandiert werden.

Die Machtballung in der Zentrale St. Gallen hingegen – das Verdienst Pierin Vincenz’ – möchte der neue Raiffeisenpräsident zurückfahren. Ob damit in St. Gallen ein Stellenabbau droht, wird sich weisen. So oder so wird die ausserordentliche Delegiertenversammlung 2018 der Raiffeisenbanken als Wendepunkt in die Geschichte der Genossenschaft eingehen.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Ab heute erinnert kaum mehr etwas an die Ära Vincenz ? Bevor die Machenschaften nicht gerichtlich auf gearbeitet sind -erinnert mich noch sehr viel an diese Ära, Klar will man den Fall so schnell wie möglich vergessen, verdrängen - aber der Schandfleck klebt zäh an den Nadelstreifen, da hilft auch selbst der Weisse Riese nicht .
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  • Kommentar von P Piana (PPI)
    Ich hoffe die Ab zocke gegen über der Ausland Schweizer hört auf und können selber Online die Zahlungen ausführen. Jetzt zahlen wir bei einer Schweizer Überweisung 15.00 CHF Spesen, Begründung wir müssen das manuell bearbeiten. Sicher ist die Raiffeisenbank human gegen über andern Banken. Aber im Jahr Zahlen Auslandsschweizer über 400.00 CHF Spesen.
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  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Wenn alles neu wird dann, logischerweise, kommt auch das Thema Stellenabbau unverzüglich auf den Tisch. Das scheint die Gemüter zu beruhigen und die Lohnkosten vom Präsident, CEO, und Verwaltungsräte und der gesamten Managerliga zu ermöglichen, legitimisieren. Die Arbeiter sind lediglich ein Gewinn- Verlustfaktor. eine Teil der Struktur. Mehr nicht, schon gar nicht ein Mensch.
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