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Neues Mobilfunk-Angebot 5G-Frequenzen sind erst die halbe Miete

Legende: Audio Brauchen wir 5G überhaupt? abspielen. Laufzeit 01:10 Minuten.
01:10 min, aus SRF 4 News aktuell vom 08.02.2019.

Am Schluss ist das Resultat der Versteigerung der 5G-Frequenzen ein gut schweizerisches. Alle drei grossen Mobilfunkanbieter haben ungefähr jene Frequenzblöcke erhalten, die sie brauchen, um optimal in die neue Mobilfunk-Generation zu starten. Und der Bund hat das Ziel erreicht, dass die Auktionspreise nicht in den Himmel schiessen, wie bei der letzten Versteigerung. Dies hätte dazu geführt, dass für die Kunden die neuen Angebote deutlich teurer geworden wären.

Kurz war es noch spannend, weil ein ausländischer Mobilfunkdienstleister mitbot. Doch dieser nahm sich selbst rasch aus dem Rennen. Und so überrascht nun nicht, dass Swisscom, Sunrise und Salt mit der Auktion zufrieden sind. Sie werden in Ruhe den Ausbau der 4G-Technologie und die Entwicklung des neuen Standards 5G weitertreiben können.

Stärkerer Konkurrenzkampf?

Interessant ist, dass alle Anbieter sich sowohl für Eroberung der ländlichen Gebiete mit 5G wie auch für die starke Abdeckung der Ballungszentren rüsten. Das könnte den Konkurrenzkampf verstärken. Das Kräfteverhältnis wird sich aber selbst bei einer Fusion von Sunrise und UPC nicht wesentlich verschieben.

Nun können die Privat- und Geschäftskunden erwarten, dass die drei Anbieter schnell neue Angebote auf den Markt bringen. Die Frage ist jedoch, wie stark wir als Kundinnen und Kunden vorerst davon etwas mitbekommen werden. Denn wer schon heute von einer stabilen 3G/4G-Verbindung profitiert, kann die meisten gängigen Anwendungen problemlos nutzen.

Doch der Ausbauschritt wird sicherstellen, dass in naher Zukunft der ständig steigende Datenhunger der Schweizerinnen und Schweizer gestillt werden kann. Und er legt den Boden für ganz neue Anwendungen wie selbstfahrende Autos und vernetzte Logistiksysteme.

Die Frequenzen sind aber erst die halbe Miete. Es gibt noch politische Hindernisse für die Anbieter. Eine grosse Zahl von Menschen fürchtet sich vor gesundheitlichen Folgen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben zwar direkte Schäden durch Mobilfunkstrahlung bis heute nicht nachgewiesen, Langzeitwirkungen aber auch nicht völlig ausgeschlossen.

Parlament wollte Grenzwerte nicht anheben

Die Anbieter kämpfen auf politischer Ebene für die Senkung der Grenzwerte für die so genannte nicht ionisierende Strahlung. Sie möchten gerne in Städten stärkere Antennen an bestehende Masten montieren können. Denn die heutigen Antennen kommen schon mit 4G an ihre Grenzen. Weil jede Antenne ein langwieriges Bewilligungsverfahren braucht, wäre dies für sie der einfachere Weg. Im Parlament ist die Lockerung bisher aber zweimal knapp abgelehnt worden.

Deshalb wird es wohl noch eine Weile dauern, bis die Mobilfunkanbieter 5G in vollem Umfang anbieten können. Davor warnt nicht nur die Branche. Auch andere Wirtschaftszweige, die auf schnellere und unverzögerte Anwendungen angewiesen sind, haben Angst, dass sie in der globalisierten Wirtschaft den Anschluss verlieren.

Philip Meyer

Philip Meyer

Wirtschaftsredaktor, SRF

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Philip Meyer berichtet als Wirtschaftsredaktor seit fünf Jahren für Radio SRF über IT- und Telekomunternehmen sowie alte und neue Medien. Er ist zudem Chef vom Dienst im Newsroom von Radio SRF.

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Alfred Schläpfer (191.5yenokavan)
    Falls 5G alle technischen Erwartungen und Vorstellungen erfüllt, einfach nur toll. Falls die Befürchtungen von gesundheitlichen Nebenwirkungen auch zutreffen sollten, wäre das ja im ganz im Sinne der penetranten Warner vor einer Überbevölkerung.
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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Erst die halbe Miete, die andre Hälfte wird für die das Gesundheitswesen verpulvert werden müssen. Noch mehr Strahlungen, noch mehr Arbeitslose, noch weniger Steuereinnahmen durch hiesige Firmen, da die andern Firmen vom Ausland aus operieren. Was sagt dann der Bundesrat wohl dann dazu?
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  • Kommentar von Dani Furer (einfach statt kompliziert)
    Auszug aus "Beobachter" Swisscom, Sunrise + Orange wollen keinen Verjährungsverzicht abgeben – obwohl sie stets betonen, Handystrahlen seien unbedenklich. Für Nutzer gäbe es also auch dann keinen Schaden­ersatz, wenn in 20 Jahren unbestritten wäre, dass Handystrahlen bei intensivem Telefongebrauch schädlich sind. «Offenbar sind sich die Mobilfunkanbieter doch nicht so sicher, wie unschädlich mobiles Telefonieren ist» www.beobachter.ch/gesetze-recht/strahlung-feige-mobilfunkanbieter
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