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Legende: Audio Energiekonzern Alpiq kommt nicht aus den roten Zahlen abspielen. Laufzeit 01:24 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 04.03.2019.
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Niedrige Strompreise Alpiq schreibt erneut Verlust

  • Der Energiekonzern Alpiq hat 2018 erneut Geld verloren. Der Verlust betrug 2018 insgesamt 261 Millionen Franken, wie Alpiq mitteilt.
  • Der Umsatz betrug 5,2 Milliarden Franken.
  • Als Grund für den Verlust nennt Alpiq unter anderem die Strompreise, die unter den Produktionskosten lagen.
  • Für 2020 gibt sich Alpiq zuversichtlich. Man sei zum traditionellen Geschäft, der Stromproduktion zurückgekehrt und habe sich finanziell und strategisch stabilisiert.

Ende Juli 2018 war das Dienstleistungsgeschäft, etwa Gebäudetechnik und Gebäudemanagement, zum damals vereinbarten Kaufpreis von 850 Millionen Franken an den französischen Bauriesen Bouygues gegangen.

Derzeit befinden sich die beiden Parteien allerdings noch im Streit wegen des Betrags. Zu dem offenen Schiedsgerichtsverfahren gab es am Montagmorgen jedoch zunächst keine Neuigkeiten.

Strompreise weiter unter Produktionskosten

Die Haupttreiber im vergangenen Jahr waren wie angekündigt die unter den Produktionskosten liegenden abgesicherten Strompreise aus den Vorjahren, welche die Schweizer Stromproduktion weiterhin belasten. Im fortgeführten Geschäft sank der Umsatz auf 5,2 Milliarden nach 5,4 Milliarden im Vorjahr.

Unter dem Strich erlitt der Stromversorger einen Reinverlust aus dem fortgeführtem Geschäft von 261 Millionen nach einem Gewinn von 4 Millionen im Vorjahr. Angesichts der Resultate müssen die Aktionäre erneut auf eine Dividende verzichten.

Mit dem Verkauf des Industriegeschäfts wollte Alpiq nicht zuletzt Schulden abbauen. Die Bruttoverschuldung sank 2018 um rund 600 Millionen auf 1,5 Milliarden Franken. Das Unternehmen verfügte ausserdem Ende 2018 über eine Liquidität von 1,25 Milliarden nach 1,4 Milliarden im Vorjahr.

Der Verlust betrifft das Geschäft, dass fortgeführt wird – also die Energieproduktion und den Handel, erklärt SRF-Wirtschaftsredaktor Klaus Bonanomi. Immerhin konnte der Konzern mit dem Verkauf des Industriegeschäfts die Verschuldung deutlich reduzieren.

Ab 2020 Erholung in Sicht

So wurden etwa Anleihen, wie bereits bekannt, im Umfang von 300 Millionen frühzeitig zurückgekauft. Das habe einmalige Kosten verursacht, welche das Finanzergebnis (-94 Mio) im Berichtsjahr belasteten. Die daraus resultierende tiefere Bruttoverschuldung führe jedoch zu nachhaltig geringeren Zinskosten, hiess es.

Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen mit einem tieferen operativen Ergebnis vor Sondereinflüssen. Wie bereits mehrfach kommuniziert, werden sich die erholenden Grosshandelspreise für Strom wegen der rollierenden Preis- und Währungsabsicherung erst zeitverzögert im Ergebnis niederschlagen. Ab 2020 werde Alpiq vom Aufwärtstrend profitieren.

Konzernchef Jens Alder lässt sich auch in der Medienmitteilung zitieren, dass der Turnaround geschafft sei. Auch die Perspektiven seien besser, da in Europa die Strompreise wieder gestiegen seien. Das dürfte spätestens 2020 die Jahresrechnung der Alpiq besser aussehen lassen.

Erstmals wird das Jahresergebnis von Verwaltungsratspräsident Jens Alder präsentiert. Dieser hatte Anfang Jahr zusätzlich die operative Führung des Konzerns übernommen, nachdem die damalige Konzernchefin Jasmin Staiblin das Unternehmen verlassen hat.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Der rabenschwarze Kohle-Trip des Alpiq-Konzerns. Der Alpiq-Konzern liefert einen weiteren Beweis für seine Fehlinvestitionen in fossile Kraftwerke im Ausland: Er will seine beiden Kohlekraftwerke Kladno und Zlin in Tschechien verkaufen. Ob sich überhaupt Käufer finden und wie viel der Stromkonzern effektiv verliert, wenn der Verkauf zustande kommt, steht noch in den Sternen. Interessant ist die Geschichte hinter dem riskanten, tschechischen Kohle-Trip des Alpiq-Konzerns. Transparenz ist gefragt.
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