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Legende: Audio EZB: Kein Ende der Krisenpolitik in Sicht abspielen. Laufzeit 02:16 Minuten.
Aus Echo der Zeit vom 25.07.2019.
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Noch steht die Zinssenkung aus EZB-Chef Draghi macht es spannend

Auffällig oft hat es der EZB-Chef an der Medienkonferenz heute wiederholt, dass ihm die niedrige Inflation missfällt. Anders gesagt: Das geringe Tempo, mit dem die Preise für Güter und Dienstleistungen in der Euro-Zone nach oben klettern, ist besorgniserregend. Denn es zeigt an, dass der Wirtschaft der nötige Schwung fehlt. So betrug im Juni die Jahresteuerung lediglich 1.3 Prozent. Das Ziel der EZB liegt bei knapp 2 Prozent.

Warten auf den Herbst

Eine nächste, stimulierende Geldspritze der Notenbank dürfte deshalb schon im Herbst angesagt sein. Die EZB könnte dazu die Leitzinsen von gegenwärtig null Prozent auf unter null senken. Oder sie könnte auf eines ihrer anderen Instrumente zurückgreifen, etwa erneut für Milliarden von Euro Wertschriften am Obligationenmarkt kaufen.

Solche geldpolitischen Lockerungsmassnahmen schwächen die Gemeinschaftswährung Euro im Vergleich zu anderen Währungen wie Dollar und Franken – zumindest tendenziell. Und dies bedeutet, dass der Handlungsdruck auf die Schweizerische Nationalbank zunimmt.

Nationalbank unter Zugzwang

In der Schweiz müssen sich die Währungshüter nun Folgendes überlegen: Wollen sie einen noch schwächeren Euro-Kurs zum Franken in Kauf nehmen und damit das Geschäft der Schweizer Exportindustrie erschweren? Oder wollen sie den Franken schwächen? Dann müssten sie für weitere Milliarden fremde Währungen – wie Euro und Dollar – aufkaufen. Vielleicht sieht sich Nationalbank-Chef Thomas Jordan im Herbst sogar gezwungen, die Zinsen noch weiter in den Negativ-Bereich herabzusenken, um auf die nächsten Schritte der EZB zu reagieren.

Auf jeden Fall geht in der Notenbank-Politik das gängige Spiel weiter: Die grosse EZB gibt mit ihren Ankündigungen – und allfälligen Taten – den Ton an. Die kleine Nationalbank muss dann jeweils eine angemessene Antwort auf diese Vorgaben finden.

Das ist keine angenehme Ausgangslage – weder für die Nationalbank, noch für die Schweizer Wirtschaft.

Jan Baumann

Jan Baumann

Wirtschaftsredaktor, SRF

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Jan Baumann ist seit 2013 Wirtschaftsredaktor bei SRF. Davor arbeitete er während rund zehn Jahren als Redaktor für die Zeitung «Finanz und Wirtschaft», unter anderem als USA-Korrespondent.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Klaus Waldeck  (kdwbz)
    "das geringe Tempo mit dem die Preise steigen beunruhigt ..." !!!
    Was ist denn das fuer eine Theorie ? Schuldenabbau durch Inflation sehr
    kritisch da destabilisierend fuer das Finanzsystem.
    Wenn er sagen wuerde das Preise UND Loehne GLEICHZEITIG schneller
    steigen sollten waere es ja logisch.
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  • Kommentar von Peter Müller  (PeRoMu)
    EZB-Draghi dürfte das bei Goldman Sachs Gelernte auch weiterhin konsequent anwenden: Privatisierung der Gewinne, Sozialisierung der Risiken und Verluste.
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  • Kommentar von Daniel Bucher  (DE)
    Die EZB hat es verpasst im letzten Jahr die Zinsen zu erhöhen. Damals brummte die Wirtschaft. Jetzt ist eine Abkühlung in Sicht. Die EZB enteignet die Sparer und überschwemmt den Markt mit billigem Geld. Das kommt auf lange Sicht nicht gut.
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